WÜRZBURG

Den Stickoxiden Dampf gemacht

Das Müllheizkraftwerk (MHKW) am Faulenberg wird umweltfreundlicher und effizienter. Grund dafür ist eine neue Katalysatoren-Technik, in die der Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg heuer 800 000 Euro investiert. 500 000 Kubikmeter Erdgas und Kosten von 375 000 Euro spart die Anlage dadurch im Jahr ein. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 900 000 Tonnen.
Wie im Pkw, nur ein paar Maßstäbe größer, sehen die Katalysatoren im Müllheizkraftwerk aus. Verschiedene Edelmetalle, die auf den Keramikkörper aufgedampft sind, sorgen dafür, das Stickoxide in umweltneutrale Stoffe zerfallen, erläutert MHKW-Betriebsleiter Dr. Werner Grüttner.
Foto: FOTO G. Meissner | Wie im Pkw, nur ein paar Maßstäbe größer, sehen die Katalysatoren im Müllheizkraftwerk aus. Verschiedene Edelmetalle, die auf den Keramikkörper aufgedampft sind, sorgen dafür, das Stickoxide in umweltneutrale Stoffe ...

An den beiden älteren der insgesamt drei Ofenlinien sind Katalysatoren im Einsatz, die pro Jahr rund 300 000 Tonnen Stickoxide in umweltneutrale Stoffe wie Stickstoff und Wasser umwandeln.

Die Reaktion, die ähnlich abläuft wie im Katalysator eines Autos, erforderte bisher Abgastemperaturen von 300 Grad. Ein Problem, denn die Rauchgase, rund 67 000 Kubikmeter pro Stunde, werden in Gewebefiltern vorgereinigt und kühlen dabei zu stark ab. Deshalb musste das Abgas vor den Katalysatoren mit Gasbrennern wieder angeheizt werden.

Durch verbesserte Katalysator-Materialien und eine Optimierung des Prozesses ist es nun gelungen, die Betriebstemperatur auf 225 Grad zu senken. Dafür reicht der im Müllheizkraftwerk erzeugte Dampf mit Temperaturen von maximal 265 Grad aus. Eine Erwärmung mit Gas ist nicht mehr erforderlich. Statt des Gasbrenners wird einfach ein Wärmetaucher im Abgasstrom montiert.

Mehr als die Hälfte der vom MHKW erzeugten Wärme stammt aus nachwachsenden Quellen und gilt deshalb als regenerative Energie.

„Ein gutes Beispiel, dass Klimaschutz auch mal mehr bringen kann als er kostet“, meinte Landrat Eberhard Nuß bei der Vertragsunterzeichnung mit der Duisburger Herstellerfirma Thyssen Krupp Xervon Energy.

Die Ersparnis der neuen Katalysatoren-Technik für den Gebührenzahler beziffert MHKW-Geschäftsleiter Ferdinand Kleppmann auf vier Euro pro Tonne Hausmüll. Bei der Senkung der Verbrennungsgebühren zum Januar dieses Jahres von 129 Euro auf 112 Euro je Tonne sei diese Einsparung bereits berücksichtigt worden.

In der dritten und jüngsten Ofenlinie des MHKW ist mit der „heißen Entstickung“ seit der Inbetriebnahme 1999 ein Verfahren im Einsatz, das keine Wiederaufheizung erfordert. Der Anteil der Stickoxide im Abgas liegt am MHKW bei rund 60 Milligramm pro Kubikmeter. Das ist weniger als ein Fünftel der gesetzlich erlaubten Konzentration.

Mit ihrer Unterschrift besiegelt die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, derzeit Vorsitzende im Zweckverband Abfallwirtschaft, die 800 000-Euro-Investition des Müllheizkraftwerks in neue Katalysatoren-Technik. Mit im Bild ihre beiden Stellvertreter, die Würzburger Bürgermeisterin Marion Schäfer und der Würzburger Landrat Eberhard Nuss (hinten) sowie Klaus-Peter Graetsch von der Herstellerfirma Thyssen Krupp.
Foto: FOTO G. Meissner | Mit ihrer Unterschrift besiegelt die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, derzeit Vorsitzende im Zweckverband Abfallwirtschaft, die 800 000-Euro-Investition des Müllheizkraftwerks in neue Katalysatoren-Technik.
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