Würzburg

"Denkmal der Versöhnung" um eine Mosaikplatte erweitert

Warum sich Bildhauer Thomas Reuter sein Kunstwerk vor der Stephans-Kirche als einen "Platz der Auseinandersetzung" wünscht.
Bildhauer Thomas Reuter bei der Verlegung der Mosaikplatte "Versöhnung für Europa" vor der Kirche St. Stephan - im Hintergrund von links nach rechts Bürgermeister Martin Heilig, Stadtrat Lukas Weidinger, Elisabeth Peper von der Nagelkreuzinitiative, Stadtrat Willi Dürrnagel und Dekan Wenrich Slenczka.
Bildhauer Thomas Reuter bei der Verlegung der Mosaikplatte "Versöhnung für Europa" vor der Kirche St. Stephan - im Hintergrund von links nach rechts Bürgermeister Martin Heilig, Stadtrat Lukas Weidinger, Elisabeth Peper von der Nagelkreuzinitiative, Stadtrat Willi Dürrnagel und Dekan Wenrich Slenczka. Foto: Patrick Wötzel

Ein ganzer Platz als Erinnerung und Mahnmal: Vor 18 Jahren wurde das "Denkmal der Versöhnung" vor dem Haupteingang der Stephans-Kirche am Wilhelm-Schwinn-Platz offiziell eingeweiht – unter anderem ist dort das Wort "Versöhnung" in 14 verschiedenen Sprachen zu lesen. Jetzt wurde das Denkmal um eine weitere Bodenplatte ergänzt: Bildhauer Thomas Reuter aus Winterhausen verlegte am Sonntag die 19. Mosaiktafel mit der Aufschrift "Versöhnung für Europa".

In einer Zeit, in der rechtsextreme und nationalsozialistische Bewegungen in Teilen Europas im Aufwind sind, "muss dieser Platz vor allem ein Platz der Auseinandersetzung sein, an dem man streitet, um einen Ausgleich der Ideen zu finden", sagte Reuter: "Ich würde mir wünschen, dass die Aussage dieses Platzes die Öffnung nach innen wie nach außen und des Zusammenhalts wäre."

Versöhnung mit der Natur

Die Idee für das Denkmal stammt von der ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg, finanziell unterstützt wurde die Platzgestaltung von Anfang an von der Stadt. Auf dem Platz geht es nicht nur um die Versöhnung zwischen Menschen und Nationen: 2011 beispielsweise wurde eine Tafel mit der Aufschrift "Versöhnung mit der Natur" verlegt. Sie führe den Betrachtern angesichts des Klimawandels und der Corona-Pandemie "ganz neu unseren Umgang mit den natürlichen Ressourcen und ihren Auswirkungen vor Auge", betonte Elisabeth Peper vom Leitungskreis der Nagelkreuzinitiative.

Die Idee zu der inzwischen 19. Mosaiktafel "Versöhnung für Europa" kam von Johanna Falk, die das Würzburger Nagelkreuzzentrum vor 20 Jahren gegründet hat. Die Stadt hat erneut die Patenschaft übernommen und die Erweiterung des Denkmals finanziert. Verlegt werden sollte die neue Bodenplatte bereits am 16. März, aufgrund der Corona-Beschränkungen musste die Zeremonie um ein halbes Jahr verschoben werden.

Versöhnung kennt keine zeitliche Befristung

"Eigentlich ist aber jeder Tag für die Verlegung dieser Gedenkplatte der richtige Tag", betonte Bürgermeister Martin Heilig. Das Thema kenne keine zeitliche Befristung: "Versöhnung sollte und kann immer stattfinden. Wo Versöhnung fehlt, kann bereits ein kleiner Funke das Feuer der Gewalt entzünden." Heilig bedauerte, dass das Denkmal der Versöhnung immer noch zu wenigen Menschen bekannt sei: Versöhnung, Frieden, Freiheit und die Verständigung untereinander seien keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, "sondern müssen immer wieder neu erstritten und verteidigt werden".

Den kirchlichen Segen für die Erweiterung des Versöhnungsdenkmals sprach der neue evangelische Dekan Wenrich Slenczka.

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