Rottendorf

Der älteste Diakon des Bistums feierte 100. Geburtstag

Bürgermeister Roland Schmitt (links) und stellvertretender Landrat, Waldemar Brohm, gratulierten Diakon Günter Weinrich zum 100. Geburtstag
Foto: Ammon | Bürgermeister Roland Schmitt (links) und stellvertretender Landrat, Waldemar Brohm, gratulierten Diakon Günter Weinrich zum 100. Geburtstag

Er war einer der ersten Männer, die im Bistum Würzburg als Ständiger Diakon geweiht wurden. Nun feierte Günter Weinrich seinen 100. Geburtstag und ist damit der älteste Diakon. Weit über seinen gesetzlichen Ruhestand hinaus übernahm er im Landkreis Rhön-Grabfeld Aufgaben in der Seelsorge. Seit 2013 lebt er bei seiner Tochter Andrea im Landkreis Würzburg, zunächst in Goßmannsdorf, seit einigen Jahren in Rottendorf. Dem Jubilar gratulierten Bürgermeister Roland Schmitt und stellvertretender Landrat Waldemar Brohm.

Der in Sachsen-Anhalt geborene und zum Koch ausgebildete junge Mann verbrachte den Zweiten Weltkrieg als Sanitäter. Noch im Krieg legte er das Notabitur ab und begann Chemie zu studieren. Nach Kriegsende erlernte er zunächst in Konstanz den Beruf des Schriftsetzers. Da sein älterer Bruder bereits in Würzburg lebte, entschied er sich dafür, eine Stelle als Lektor beim Echter-Verlag anzunehmen. Dennoch begann er, nochmals Theologie zu studieren. Er wurde Religionslehrer und Katechet in Würzburg und Waldbüttelbrunn. In dieser Zeit bekam seine Frau Marta vier Kinder, die sie gemeinsam großzogen.

Eine neue Etappe im Leben der Familie begann, als das Bistum ab 1972 die ersten Ständigen Diakone weihte. Weinrich gehört zu den ersten, die sich für diesen Beruf entschieden. Seine Weihe erhielt er von Bischof Josef Stangl am 5. Januar 1975. Im Pfarrverband Obere Rhön - Fladungen und Mellrichstadt - übernahm er eine Vielzahl an Aufgaben in der Seelsorge. Er gab weiterhin Religionsunterricht, übernahm aber auch Krankenbesuche, die Vorbereitung der Erstkommunion, Taufen, Beerdigungen, Wort-Gottes-Feiern und unterstützte Ruhestandspriester in einigen kleineren Pfarreien.

Doch auch nach dem gesetzlichen Ruhestand 1984 blieb Weinrich aktiv. Als Diakon  betreute er Senioren der Kuratie Ostheim und das Krankenhaus Mellrichstadt und feierte Gottesdienste. Erst mit 80 Jahren habe ihr Vater endgültig aufgehört zu arbeiten, erinnert sich seine Tochter Andrea Weinrich, heute selber Gemeindereferentin. Seit 2013 lebt er bei ihr. Woher hat er die Kraft genommen, sich auch noch im Alter für andere einzusetzen? Entscheiden sei für ihn gewesen, "der Gemeinde zu dienen und mitzuhelfen, Menschen zu Gott zu führen", erklärte er. Seine Verdienste um die Seelsorge würdigte die Diözese 1995 mit der Liborius-Wagner-Medaille.

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