Würzburg

Der gute Morgen: Ralf Jahn wagt einen mutigen Blick nach vorn

Die Corona-Krise als Herausforderung. In unserer Serie geben Menschen aus der Region positive Impulse für den Tag. Heute: IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Jahn.
Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, ist ein geborener Optimist.
Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, ist ein geborener Optimist. Foto: Schmelz Fotodesign

Beim traditionellen Redaktionsfasching der Main-Post war ich noch ganz stolz, als ich für das tagesaktuellste Kostüm gelobt wurde: Ganzkörper-Corona-Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und Corona-Bier inbegriffen. Wer konnte da ahnen, was uns allen noch bevorstand?

Vom weitreichenden Lockdown habe ich im Beruf persönlich nichts gespürt, im Gegenteil: Die Arbeit in der IHK ist geprägt von vielen Krisensitzungen, Telefon- und Videokonferenzen und Mail-Korrespondenz bis spät in die Nacht. Hilfsprogramme, Einrichtung von IHK-Corona-Hotline, Webportal für Unternehmen und, und, und . . . Keine Zeit für Langeweile, eher die Herausforderung, mit dem komplexen Problem umzugehen und es zu beherrschen.

"Mir imponiert der gesellschaftliche Zusammenhalt"

Privat habe ich nicht einmal unter einem Mangel an Toilettenpapier gelitten. Endlich wieder einmal Schreibtisch aufräumen und erledigen, was liegengeblieben ist. Einmal durchatmen und entschleunigen – die häusliche Isolation hat auch ihre positiven Seiten. Auch wenn die Kontaktbeschränkungen weh getan haben, hat mir der gesellschaftliche Zusammenhalt imponiert: Kann die ältere Dame nebenan vielleicht Hilfe brauchen? Wem kann man vielleicht vom Bäcker die Brötchen mitbringen? Der Mensch und das Füreinander sind wieder in den Blick gerückt – hoffentlich nicht nur ein "Corona-Strohfeuer"!

Als geborener Optimist sage ich, wir müssen uns um die Zukunft nicht sorgen. Der Lockdown ist ein gesellschaftlicher Stresstest für unser Gemeinwesen, auch in finanzieller Hinsicht. Aber wir werden diesen – abgesehen von einigen "Blechschäden" –  gemeinsam meistern. Deutschland hat sich im letzten Jahrzehnt anhaltender Hochkonjunktur ein ordentliches Polster erwirtschaftet. Und Not macht erfinderisch: Neue Geschäftsmodelle entstehen, der Innovationsgeist sprüht. Gleich, ob aus Omas Taschentüchern Gesichtsmasken werden oder ob das, was bei der Digitalisierung viele Jahre zäh lief, uns allen plötzlich spielend von der Hand geht – wie etwa Webinare. Das alles gibt Kraft für den mutigen Blick nach vorn und erzeugt Zuversicht.

Wenn jetzt mit sukzessiven Lockerungen das Alltagsleben wieder an Kraft gewinnt, ist für mich wichtig, dass wir alle uns an die "Spielregeln" halten, damit wir mehr und mehr wieder ein Leben in gewohnter Freiheit führen können. Ich freue mich schon auf das erste frischgezapfte Bier im Biergarten!

Ralf Jahn (60) ist Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Dieser Beitrag gehört zur Main-Post-Serie "Der gute Morgen", in der in Zeiten der Corona-Krise Menschen aus Franken ihre positiven Gedanken aufschreiben und mit unseren Leserinnen und Lesern teilen.

Rückblick

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  2. Der gute Morgen: Warum Fritz Sörgel für Bundesliga-Spiele ist
  3. Der gute Morgen: Ralf Jahn wagt einen mutigen Blick nach vorn
  4. Der gute Morgen: Leonie Ebert und das Indianer-Sprichwort
  5. Der gute Morgen: Barbara Stamm fragt nach der Ernährung für die Seele
  6. Der gute Morgen: Fredi Breunig genießt den Wonnemonat Mai
  7. Der gute Morgen: Steff Bauer und all die kleinen Michelangelos
  8. Der gute Morgen: Schwester Teresa Benedicta vertraut auf Gott
  9. Der gute Morgen: Susanne Röder nutzt die Natur als Kraftquelle
  10. Der gute Morgen: Jerry James besinnt sich auf Janis Joplin
  11. Der gute Morgen: Heike Richartz wartet auf den Silberstreif
  12. Der gute Morgen: Frank Jansen und das Dankbarkeitstagebuch
  13. Der gute Morgen: Harald Ebert freut sich wieder auf die Schüler
  14. Der gute Morgen: Barbara Lohoff und die japanische Gelassenheit
  15. Der gute Morgen: Sebastian Schuppan glaubt an die Gemeinschaft
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  17. Der gute Morgen: Franz Schmitt über die Sehnsüchte der Senioren
  18. Der gute Morgen: Was Ines Procter richtig ans Herz geht
  19. Der gute Morgen: Burkhard Hose über intensive Glücksmomente
  20. Der gute Morgen: Warum Leonie Becks Ziel nun ein anderes Datum hat
  21. Der gute Morgen: Michael Lindner-Jung über bedeutende Momente
  22. Der gute Morgen: "Wie geht es Ihnen?", fragt Thomas Schmelter
  23. Der gute Morgen: Werner Vollmuth hört gerne zu
  24. Der gute Morgen: Dieter Wenderlein baut solidarische Netzwerke
  25. Der gute Morgen: Susanne Wildfeuers Erinnerung an die guten Mächte
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  28. Der gute Morgen: Mathias Repiscus hofft auf Söders Treueprämie
  29. Der gute Morgen: Ausnahmezustand braucht Ausnahmeverhalten
  30. Der gute Morgen: Lohrs Dekan Till Roth stellt ganz neue Grundfragen
  31. Der gute Morgen: Wunibald Müller besucht sich selbst
  32. Der gute Morgen: Mut zur Solidarität
  33. Der gute Morgen: Volker Heißmann rät zum Lächeln in der Krise
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  37. Der gute Morgen: Gisela Bornowski über Dinge, die nicht abgesagt sind
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  39. Der gute Morgen: Anselm Grüns Tipps gegen den Lagerkoller
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