Eisingen

Die Amateur-Theater vernetzen sich

Theater im Josefs-Stift       -  Abtauchen in die Welt des inklusiven Maskenspiels der Eisinger Theaterwerkstatt konnten die Teilnehmer am Treffen der Amateur-Theater aus dem Landkreis. Seit über 35 Jahren schon gibt es das Theaterensemble im St. Josefs-Stift. Das Stück „Bruder Sonne Schwester Mond“ wurde im Dezember zum ersten Mal aufgeführt.
Foto: Daniel Peter | Abtauchen in die Welt des inklusiven Maskenspiels der Eisinger Theaterwerkstatt konnten die Teilnehmer am Treffen der Amateur-Theater aus dem Landkreis. Seit über 35 Jahren schon gibt es das Theaterensemble im St.

Es ist so ganz anders, dieses Theater ohne Worte. Leicht und beschwingt gleiten weiße Wolken(menschen) über die Bühne. Nur getragen von der ausdrucksstarken Musik sprechen ihre Körper eine eigene Sprache. Ohne Worte verzaubern sie das Publikum.

Zwei Szenen aus dem inklusiven Maskenspiel „Bruder Sonne Schwester Mond“ spielten die Akteure der Theaterwerkstatt Eisingen als Einstieg zum ersten Theater-Netzwerktreffen im Theater unterm Turm in Eisingen. Zahlreiche Vertreter von Laientheatergruppen aus dem gesamten Landkreis Würzburg waren der Einladung von Landrat Eberhard Nuß gefolgt.

Vernetzung und der Erfahrungsaustausch

Ziel sei die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch unter den Akteuren, die alle aus dem „Amateurlager“ kommen, sagte Nuß. Außerdem habe er auch handfeste, persönliche Gründe. Denn er habe selbst viele Jahre Theater gespielt – in der katholischen Landjugend, im Sportverein Bergtheim und bis 2002 in der Theatergruppe der DJK Dipbach.

Nuß weiß auch, dass man mit dem Theaterspielen nicht nur anderen sondern auch sich selbst Freude bereiten kann. Auch wenn sich die Rollen auf der Bühne im Laufe des Lebens verändern. „Früher hat man gerne den jugendlichen Liebhaber gespielt, heute müsste ich mir die Rolle vom verkauften Großvater näher anschauen“, witzelte Nuß.

Die Arbeit der Laienspielgruppen im Landkreis lobte der Landrat, sie leisteten neben den anderen Vereinen ganz wesentliche Beiträge zu Tradition, Brauchtum, Kunst und Kultur, damit sich Familien auf dem Land wohlfühlen. Diese Arbeit will der Landkreis in Zukunft verstärkt durch regelmäßige Netzwerktreffen unterstützen.

Vision: Heimat für Alle

45 Laientheatergruppen und 16 Theater-Arbeitsgemeinschaften an Schulen gibt es im Landkreis Würzburg. Rund 50 Vertreter von 21 Gruppen waren der Einladung des Landrats gefolgt. Diese in Zukunft zu vernetzen, wird die Aufgabe von Michael Dröse sein, dem Regionalmanager und Leiter der Kreisentwicklung im Landratsamt Würzburg. Seine Vision: Eine große Kulturregion im Landkreis Würzburg unter dem Titel „Heimat für Alle“.

Im letzten Jahr startete unter seiner Federführung das Museumsnetzwerk als Grundgerüst für weitere Vernetzungen. Daraus entstand bereits ein kleiner Museumsführer.

Für das aktuelle Projekt sollen jetzt vor allem Theater- und musische Angebote im Rahmen des Regionalmanagements berücksichtigt werden.

Die Themen für den gegenseitigen Austausch der einzelnen Akteure sind vielfältig: Pressearbeit, Medienpräsenz, gemeinsame Aktionen wie beispielsweise Theatertage oder -wochen, stärkere Einbindung in den Kulturherbst, Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, Erfahrungsaustausch, gegenseitige Beratung in organisatorischen und rechtlichen Angelegenheiten und Zusammenarbeit mit weiteren kulturellen Einrichtungen wie Museen oder Profitheatern.

Kulturkompass

Als erstes Ziel hat sich Dröse einen Kulturkompass vorgenommen, ein Verzeichnis, das alle kulturellen Einrichtungen des Landkreises beinhaltet. Ganz konkret soll auch bald schon ein Seminar zum Thema Pressearbeit angeboten werden.

Das Netzwerken und Kooperieren mit anderen sei immer gewinnbringend für beide Seiten. Das weiß Dröse aus seiner Zeit als Leiter der Sing- und Musikschule Würzburg. „Ich liebe das Netzwerken“, sagte er.

Nun sieht er sich als Zentrum des Netzwerks Theater im Landkreis Würzburg. „Wir streuen die Daten, die Sie uns liefern“, meinte er. Das nächste Netzwerktreffen Theater soll noch vor der Sommerpause stattfinden. Bis dahin will man schon mal Daten für eine Broschüre zusammentragen.

„Meiner Meinung nach kann das nur der Anfang von etwas ganz Großem sein“, meinte Dröse. Und auch Landrat Eberhard Nuß bekräftigte: „Das ist der Beginn einer längeren Freundschaft.“

Inklusives Maskenspiel

Zur Einstimmung auf ein etwas anderes Theatererlebnis durften die Beteiligten an diesem Abend abtauchen in die Welt des inklusiven Maskenspiels der Eisinger Theaterwerkstatt unterm Turm. Seit mehr als 35 Jahren schon gibt es das Theaterensemble im St. Josefs-Stift. Das Stück „Bruder Sonne Schwester Mond“ wurde innerhalb von zwei Jahren unter der Leitung von Alexander Jansen und Julia Erche erarbeitet. Im Dezember 2016 feierte es erfolgreiche Premiere.

Das Stück ist aber auch ein gelungenes Beispiel für das Zusammenspiel einer Laienspielgruppe mit einer Schule. Denn die gesamte Musik für das Theaterstück entstand in Zusammenarbeit mit Schülern des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in Würzburg.

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