Würzburg

Die Corona-Krise als Chance nutzen

Tourismus-Tour mit Gästeführern: Die Abgeordneten Christian Zwanziger (von links) und Patrick Friedl, Stadträtin Simone Artz sowie Antje Hansen, Adrian Börner und Michael Schurr vom Verein Würzburger Gästeführer waren sich einig, dass sie sich für Würzburgs Innenstadt weniger Autos und mehr Bäume wünschen.
Tourismus-Tour mit Gästeführern: Die Abgeordneten Christian Zwanziger (von links) und Patrick Friedl, Stadträtin Simone Artz sowie Antje Hansen, Adrian Börner und Michael Schurr vom Verein Würzburger Gästeführer waren sich einig, dass sie sich für Würzburgs Innenstadt weniger Autos und mehr Bäume wünschen.
Foto: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

In elf Tagen mit Bahn, Rad und Bus durch Franken – das war Christian Zwanzigers Ziel bei seiner Tourismus-Tour durch die Region, heißt es in einer Pressemitteilung. In und um Würzburg war der Landtagsabgeordnete aus Erlangen und tourismuspolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion gemeinsam mit seinem Kollegen Patrick Friedl unterwegs war. Die Abgeordneten besuchten den Tierpark in Sommerhausen mit seiner Umweltstation, das Weingut am Stein und machten einen Stadtrundgang mit dem Würzburger Gästeführer e.V.

Interesse an Heimat gestiegen

Tourismusdirektor Björn Rudek gab den Abgeordneten grundlegende Informationen über den Tourismus in Würzburg und die aktuellen Herausforderungen. Da der Geschäfts- und Tagungstourismus neben dem Wein- und dem Städtetourismus nur eines der touristischen Hauptsegmente ist, seien die Auswirkungen der Corona-Krise in Würzburg nicht ganz so dramatisch wie in anderen fränkischen Städten. Aufgefallen sei, dass das Interesse der Einheimischen an ihrer Heimat stark gestiegen sei.

Bratwurst To-Go für Ausflügler

Auch Sandra und Ludwig Knoll vom Weingut am Stein berichteten von großem Interesse der Menschen aus der Region. „Wir müssen die Situation als Chance sehen“, betonte Ludwig Knoll. Daher habe beispielsweise das im Weingut gelegene Sternerestaurant in der Corona-Zeit kurzerhand Riesling und Bratwurst To-Go für die Tagesausflügler am Stein angeboten.

Tourismus-Tour zum Weingut am Stein: Tauschten sich über die Lage des Tourismus in der Corona-Krise aus (hinten von links): MdL Patrick Friedl, Ludwig Knoll vom Weingut am Stein, MdL Christian Zwanziger, Tourismusdirektor Björn Rudek; (vorne von links): Sandra Knoll und die grüne Kreisrätin Jessica Hecht.
Tourismus-Tour zum Weingut am Stein: Tauschten sich über die Lage des Tourismus in der Corona-Krise aus (hinten von links): MdL Patrick Friedl, Ludwig Knoll vom Weingut am Stein, MdL Christian Zwanziger, Tourismusdirektor Björn Rudek; (vorne von links): Sandra Knoll und die grüne Kreisrätin Jessica Hecht. Foto: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Fehlende Toiletten als Problem

Dass der Stein mit seinem Ausblick und Würzburg zu Füßen in Corona-Zeiten umso mehr Erholungssuchende anzieht, hat für die Anlieger aber auch Nachteile: So habe sich nicht nur das Verkehrsaufkommen und der Lärm verstärkt, auch die Müllentsorgung und fehlende öffentliche Toiletten seien zum Problem geworden.

Ärgernisse und Herausforderungen

In die Würzburger Innenstadt begleiteten Antje Hansen, Adrian Börner und Michael Schurr vom Verein Würzburger Gästeführer die kleine grüne Delegation. Bei einer politischen Stadtführung erläuterten sie historische Plätze, gaben einen Einblick in die Vielfalt der angebotenen Gästeführungen und thematisierten auch Ärgernisse und aktuelle Herausforderungen.

Von keinem Hilfsprogramm erfasst

Die Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise treffen auch die Gästeführer hart. Sie durften wochenlang keine Gruppen führen, wurden jedoch als Soloselbständige von keinem Hilfsprogramm erfasst. Besonders tragisch sei dies für die rund 30 Mitglieder ihres Vereins, die von den Führungen leben, so Hansen. Christian Zwanziger kritisierte die Haltung der Staatsregierung: „Ausgerechnet die Soloselbständigen in dieser Krise mit einem platten Verweis auf die Grundsicherung hängen zu lassen, war ungerecht und unverständlich. Baden-Württemberg hat gezeigt, dass das auch anders geht, wenn der politische Wille da ist.“ Die Grünen hatten sich im Landtag für eine Ausweitung des Soforthilfeprogramms auf Soloselbständige eingesetzt.

Tourismus-Tour am Tierpark Sommerhausen: Bei einem Rundgang über das Tierpark-Gelände erfuhren die Abgeordneten Christian Zwanziger (Zweiter von links) und Patrick Friedl (rechts) viel über die Arbeit und aktuelle Herausforderungen des Parks und der Umweltstation. Ihnen berichteten (von links) Susanne Niederhammer, Peter Estenfelder, Harald Grünewald und Thomas Biechele-Kusch.
Tourismus-Tour am Tierpark Sommerhausen: Bei einem Rundgang über das Tierpark-Gelände erfuhren die Abgeordneten Christian Zwanziger (Zweiter von links) und Patrick Friedl (rechts) viel über die Arbeit und aktuelle Herausforderungen des Parks und der Umweltstation. Ihnen berichteten (von links) Susanne Niederhammer, Peter Estenfelder, Harald Grünewald und Thomas Biechele-Kusch. Foto: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Nur zur Hälfte ausgelastet

Mit der notwendigen Unterstützung zufrieden zeigten sich dagegen die  Vertreter des Tierparks und der Umweltstation Sommerhausen, die Zwanziger und Friedl auf ihrem Gelände empfingen. Sie hätten zwar große finanzielle Einbußen und erreichten aktuell nur etwa 40 bis 50 Prozent der maximalen Auslastung, gab der Technische Leiter des Tierparks Peter Estenfelder zu bedenken. Doch die Arbeitsplätze, die der Tierpark als Betrieb der Mainfränkischen Werkstätten 34 Menschen mit Behinderung bietet, seien alle gesichert.

Schlechte Busanbindung

Die Mitarbeiter der Umweltstation hätten es mit viel Einsatz geschafft, die Bildungsangebote den aktuellen Gegebenheiten im Rahmen der Corona-Pandemie anzupassen, ergänzte Thomas Biechele-Kusch von der Abteilungsleitung der Umweltstation. Ein Dauerthema ist für den Tierpark die Verkehrssituation. Der Park ist nicht direkt per Bus erreichbar, weder für Gäste noch für die Mitarbeiter. „Dass der Tierpark nicht an den Linienverkehr angebunden ist und die wenigen Kilometer vom Bahnhof Winterhausen vonseiten des Landkreises nicht einmal durch einen Shuttle überbrückt werden, ist sehr schade“, betonte Friedl, „Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre gerade für eine Einrichtung der Umweltbildung ein großes Plus.“

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