Zellerau

Die Höhepunkte der Mainfranken-Messe

Über 40 Fische in 30 Aquarien kann man bei der Mainfranken-Messe in Halle 11 bestaunen.
Foto: Johannes Kiefer | Über 40 Fische in 30 Aquarien kann man bei der Mainfranken-Messe in Halle 11 bestaunen.

Unter einem großen Stein versteckt er sich im 40 000-Liter-Riesenaquarium: der europäische Wels, auch Waller genannt. Dieser Raubfisch, der bis zu eineinhalb Meter lang und bis etwa 50 Kilogramm schwer werden kann, lebt auch im Main. Ein Prachtexemplar dieser Gattung kann noch bis Sonntag, 8. Oktober, auf der Mainfranken-Messe in Halle 11 bewundert werden.

In fast dreißig Aquarien zeigt die Fischereifachberatung des Bezirk Unterfranken, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt. „Es sind einige besondere Exemplare unter den 44 Fischarten wie Schwarzmeergrundeln oder Störe“, sagt Fischereifachberater Wolfgang Silkenat. Er berät im Auftrag des Bezirks die 25 000 unterfränkischen Angler und bietet immer wieder Koch- und Räucherkurse an. „Viele Menschen wissen gar nicht mehr, wie man einen Karpfen oder Weißfisch zubereitet. Das können sie bei uns lernen.“

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Auf der Messe wird live gekocht

Gleich gegenüber der Aquarien wird während der Messe live gekocht, und zwar nur Fisch. Diesmal gibt es Karpfen-Wraps. „Dazu habe ich das Karpfenfilet paniert, in kleine Stücke geschnitten und knusprig frittiert“, erklärt Fabian Beck, Küchenchef am König-Ludwig-Haus. Die Fischstücke rollt er mit frisch geschnittenem Gemüse und etwas würziger Soße in ein Wrap. Fertig!

Ein paar Stände weiter kann man bei Samuel Lecornu frische Austern aus der Normandie probieren. Dort ist die Austernzucht ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und mehrere 100 Familienunternehmen sind auf die Zucht der Schalentiere spezialisiert. Lecornu ist einer von neun Franzosen, die ihre Waren in der Halle des Bezirks Unterfranken anbieten und so das Partnerschaftsreferat vertreten.

Austern mit einem Spritzer Zitrone

Monsieurs Lecornus Markenzeichen sind sein Strohhut und das Fischerhemd. Noch dazu zaubert er mit seinem Akzent und seinem Lächeln sofort französische Atmosphäre in die Halle. „Dois-je vous ouvrir l'huître?“, fragt er, was soviel heißt wie „Soll ich Ihnen die Austern öffnen?“ Dann setzt er mit der rechten Hand die breite, kurze Klinge des Austernmesser an die zerklüftet Schale der Muschel.

Zwischen den krustigen Schichten muss er den weichen Muskel treffen – und durchtrennen. Die Muschel öffnet sich und kann mit einem Spitzer Zitrone gleich ausgeschlürft werden.

Die Regionalpartnerschaft zwischen dem Bezirk Unterfranken und dem Department Calvados gibt es seit 30 Jahren. „Wir haben in Bayern die meisten kommunalen Partnerschaften“, sagt die Partnerschaftsreferentin Alice Heller. Alle neun Franzosen, die bei der Messe für französisches Flair sorgen, konnte Heller in Gastfamilien unterbringen. Das demonstriert einmal mehr die gewachsene deutsch-französische Freundschaft.

Camenbert mit einem Glas Cidre

Begleitet von den Akkordeonklängen von Patrice Bourdin alias Charly Biscuit lohnt sich ein Abstecher zum Stand von Jocelyn Picard mit leckerer Wurst und aromatischem Käse aus dem Calvados. Dort kann man drei völlig unterschiedliche Weichkäse probieren: Camembert, Pont-l?Eveque und Livarot. Dazu passt ein Gläschen Cidre oder Calvados.

Auch Frankenweine kann man in der modernen Vinothek am Stand der Weinfachberatung probieren. Dort erfahren die Besucher einiges über alte Rebsorten wie Adelfränkisch, Geisdutte oder Gutedel, die vielleicht schon bald schon wieder im Kommen sind, erläutert Hermann Mengler, Fachberater für Kellerwirtschaft und Kellertechnik.

Beim schönen Schreiben kann man Gosbert Stark am Stand der Bezirksheimatpflege über die Schultern schauen. „Mein Vater war Schriftmaler und ich habe ihm schon als Jugendlicher geholfen“, erklärt Stark seine Leidenschaft fürs Schreiben. Auf die Messe hat er etwa 20 verschiedene Federn mitgebracht. Damit beschriftet er Urkunden, aber er bietet auch Kaligraphiekurse bei der Volkshochschule an.

Buttern wie zu Großmutters Zeiten

Die fünfjährige Mia Buß aus Veitshöchheim macht am Stand des Kirchenburgmuseums Mönchsondheim ihre erste Butter. „Das haben früher immer die Kinder gemacht“, erklärt Judith Orschler, Mitarbeiterin im Kirchenburgmuseum. Jeder Haushalt hatte damals ein Butterfässle zum Kurbeln. Man braucht nur frischen Rahm und etwas Geduld. „Das geht ganz einfach“, freut sich Mia. Allerdings muss man etwa 20 Minuten Kurbeln. Das Resultat, die frische Butter, dürfen die Besucher auf einem Stück Brot probieren.

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