EIBELSTADT

Die Show liegt ihm im Blut

Jung und schon professionell: Maximilian Kuhbandner (17) aus Eibelstadt betreibt gemeinsam mit seinen Freunden das Videoportal “Eibelstadt Aktuell“ mit Nachrichten aus seiner Heimatgemeinde.
Foto: Claudia Schuhmann | Jung und schon professionell: Maximilian Kuhbandner (17) aus Eibelstadt betreibt gemeinsam mit seinen Freunden das Videoportal “Eibelstadt Aktuell“ mit Nachrichten aus seiner Heimatgemeinde.

Reden kann er. Schlagzeug spielen und dichten übrigens auch, aber sein Redetalent passt ganz besonders zum Berufswunsch von Maximilian Kuhbandner. Der 17-Jährige möchte Moderator werden. Eigentlich beherrscht er das Metier schon jetzt. Gelegenheit zum Üben hat er reichlich, denn er betreibt das Videoportal „Eibelstadt Aktuell“ mit Filmberichten über seine Heimat.

Dass ein 17-Jähriger und seine Freunde die Macher dieser Videoclips sind, würde erst einmal kein Mensch glauben. Die Filme wirken professionell. Maximilian Kuhbandner hat nicht nur ein Händchen für Dramaturgie und temporeiche Schnitte, sondern ist auch technisch entsprechend ausgestattet. Auf seinem Rechner hat er Programme für den Schnitt und für Animation, außerdem kann er seine Beiträge mit Musik unterlegen. Die Kamera, mit der die Filme aufgenommen werden, hat der Schüler von seinem Vater bekommen.

„Mein Vater sagte: Jetzt gibt es einen Camcorder“, erzählt Maximilian Kuhbandner, der zuvor begeistert von der Videokamera seines Opas Gebrauch gemacht hatte. Schon als Kind nahm Kuhbandner Radiobeiträge auf und verfasste Drehbücher. „Studio, Radio, Show, Öffentlichkeit – all das liegt mir im Blut“, sagt der 17-Jährige. Vor drei Jahren hob er das Projekt „Eibelstadt Aktuell“ aus der Traufe. Und was Kuhbandner macht, macht er ordentlich.

Im Internetportal Youtube sind die Filmbeiträge zu sehen. Rund 1500 Aufrufe verzeichnet „Eibelstadt Aktuell“ jeden Monat. Neben Maximilian Kuhbandner machen auch einige seiner Freunde mit. Sie besuchen mit Kamera und Mikrofon Veranstaltungen im Ort, organisieren aber auch selbst Termine. So hat Maximilian Kuhbandner schon Eibelstadts Bürgermeister Heinz Koch für einen Jahresrückblick interviewt. Ein Schwerpunkt der Berichterstattung sind Veranstaltungen der Feuerwehr – Kuhbandner ist selbst Feuerwehrmann und, wie er sagt, „blaulichtbegeistert“.

Im hauseigenen Studio – die Ausrüstung hat der Schüler in seinem Zimmer untergebracht – wird dann das Material bearbeitet. „Zuerst suche ich die Musik heraus“, erklärt der 17-Jährige. Das dauert rund eine Stunde, denn um Streit wegen Urheberrechten zu vermeiden, nutzt Kuhbandner nur GEMA-freie Musik. Die meiste Zeit nimmt der Filmschnitt in Anspruch. So kommt es, dass er an einem Beitrag, der zwischen 30 Sekunden und fünf Minuten lang ist, fünf Stunden arbeitet. „Es soll ja professionell sein“, erklärt er.

Bleibt da neben dem Filmemachen eigentlich noch Freizeit? Maximilien Kuhbandner sieht keinen Unterschied zwischen Freizeit und Filmen: „Das ist meine Leidenschaft“, sagt er. „Da hänge ich mit ganzer Seele dran.“ Außerdem muss er einen Teil seiner Zeit ja auch noch der Schule widmen. Bald wird er seinen Realschulabschluss machen, die Fachoberschule besuchen und dann, so hofft er, eine Ausbildung in der Medienbranche.

Schon jetzt bekommt der Schüler immer wieder Anfragen von Bands, die sich von ihm ein Musikvideo machen lassen möchten, von Bekannten, die ihre Hochzeitsfeier auf Video festhalten wollen oder von Veranstaltern, die einen Moderator suchen. Trotzdem bringt ihm seine Arbeit bisher nichts ein außer Anerkennung und einen stetig steigenden Bekanntheitsgrad. „Aber wenn ich 18 bin, kann ich mit Werbung Geld verdienen“, freut er sich.

Bis dahin bauen Maximilian Kuhbandner und seine Freunde ihre Erfahrungen im Bereich des Actionfilms aus. Er zeigt ein Video, auf dem dunkle Gestalten eine Entführung planen – und zwar im beschaulichen Eibelstadt. Zu guter Letzt beharken sich die Guten und die Bösen sogar mit Schüssen aus Furcht einflößend aussehenden Waffen. Doch die Feuerblitze hat Kuhbandner am Computer entstehen lassen. Geschossen wird nämlich nicht im Maintal.

„Eibelstadt Aktuell“ ist neben Youtube auch noch auf dem US-amerikanischen Portal Vimeo zu sehen. „Bei uns ist alles vernetzt“, sagt Kuhbandner. Über Facebook, Twitter und Google Plus können die Videos ebenfalls erreicht werden. Und weitere Projekte sind in Arbeit. Dass ihn all das Zeit und Mühe kostet, stört den Schüler nicht im Geringsten: „Ich arbeite gern.“ Deshalb wird seiner Familie ihr Geburtstagspoet erhalten bleiben: Zu viel Arbeit gibt es nicht. Hauptsache, sie macht Spaß.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Actionfilme
Berufswünsche
Facebook
Heinz Koch
Medienbranche
Moderatorinnen und Moderatoren
Schlagzeug
Twitter
YouTube
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!