Rottenbauer

Dieter Schneider als Briefbote mit dem Motorrad in Mwanza

In Mwanza: Dieter Schneider mit den Betreuerinnen und Jugendlichen der Behindertenwerkstatt Tunaweza.
Foto: Privat | In Mwanza: Dieter Schneider mit den Betreuerinnen und Jugendlichen der Behindertenwerkstatt Tunaweza.

Auf seiner Reise mit dem Motorrad von Würzburg an die Südspitze Afrikas ist Dieter Schneider bei heftigem Regen in Würzburgs Partnerstadt Mwanza angekommen. Die Stadt in Tansania am Viktoriasee ist fast doppelt so groß wie Würzburg. Im nächsten Jahr wird das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft gefeiert. Würzburg will dafür am Festungsberg neben den anderen Partnerschaftsgärten einen Mwanza-Garten anlegen.

Bei einem Besuch im Rathaus lernte Schneider gleich den neuen Pressesprecher Elirehema M. Kaaya kennen, der für die Städtepartnerschaften zuständig ist. Der brachte ihn zum amtierenden Stadtdirektor Jeremiah Tito Mahinya. Nach den Wahlen ist noch offen, wer die Verwaltung weiter führen wird, auch der neue Oberbürgermeister ist noch nicht vom Stadtrat gewählt worden.

Mahinya war im August 2012 mit den Fußballern der Tanzanian Street Children TSC in Würzburg empfangen worden. Er nahm den Empfehlungsbrief des Würzburger OB Christian Schuchardt dankbar entgegen.

In einem Brief an den Vorsitzenden des Mwanza-Vereins Michael Stolz berichtet Dieter Schneider von einem Empfang im Rathaus, der sehr herzlich gewesen sei. Alle freuten sich auf das Partnerschaftsjubiläum. Schneider sei beeindruckt, was hier vom Partnerschaftsverein geleistet werde.

Im Auftrag des Vereins kümmerte sich Obadia Kalumbete um den Gast aus Würzburg. Zunächst zeigt er ihm seine Behindertenwerkstatt Tunaweza in sehr beengten Verhältnissen. Im nächsten Jahr soll in ein neues Gebäude umgezogen werden. Weitere Einrichtungen, die aus Würzburg unterstützt werden, standen auf Schneiders Programm: die Aids-Beratung Uzima sowie die Viktoria-Schulen, wo durch die Würzburger Mädchenförderung MäFöG Freiplätze finanziert werden.

Nach einer Safari in der Serengeti besuchte Dieter Schneider vor seiner Weiterfahrt nach Arusha noch die Förderschule Huruma für körper- und mehrfachbehinderte Schüler.

Wie viele Stunden hat er schon auf seinem Motorrad gesessen? Nein, das hat er nicht gezählt, berichtet Schneider per E-Mail aus Afrika – obwohl er dort nur selten Netzverbindung hat. „Mein Hintern oder die Tankuhr entscheiden, wann ich Pause brauche“, schreibt er. Seit der Abfahrt in Rottenbauer ist er mit seiner BMW-Geländemaschine etwas mehr als 11 000 Kilometer gefahren, 6000 bis 8000 kommen bis Kapstadt noch dazu, schätzt der Abenteurer. Wenn nichts dazwischen kommt, ist er Anfang Januar am Ziel. Aber auch da gelte das Motto: „No hurry in Africa."

Glücklicherweise ist Schneider bisher von Krankheiten verschont geblieben. Selbst die in arabischen Ländern verbreiteten Magen-Darm-Beschwerden sind ausgeblieben. Ernährt habe er sich nach dem Motto: „Cook it, peel it or leave it!“. Auch seinem „Moped“ gehe es gut. Nur die Birne im Scheinwerfer habe er in Mwanza wechseln müssen. Also bis jetzt alles „Hakuna Matata“!

Auch mental ist Schneider überwiegend gut drauf. Abends sei von den Eindrücken des Tages der Kopf oft müder als Körper. Tiefpunkte seiner Fahrt hätte es nur an den Grenzen gegeben, in Ägypten und Kenia.

In Arusha ist Schneider wieder auf Touristen getroffen. „Die schauen auf mein Nummernschild und kommen aus dem Staunen nicht heraus, wenn ich ihnen erzähle, dass ich das Motorrad hierher gefahren habe.“ In einem Supermarkt hat Schneider den ersten Weihnachtsmann gesehen. „Draußen sind es 31 Grad; da kommt keine Weihnachtsstimmung auf.“

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Rottenbauer
Herbert Kriener
Christian Schuchardt
Dieter Schneider
Viktoriasee
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)