Würzburg

Dr. Helds Corona-Tagebuch: Alle hoffen auf  eine Normalisierung

Wegen dringender Operationen beschäftigt die Frage der Intensiv-Kapazitäten ihn jetzt besonders: Dr. Matthias Held, Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte, berichtet.
Wegen nicht verschiebbarer Operationen beschäftigte das Thema 'Intensiv-Kapazitäten' Dr. Matthias Held, Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte, besonders.
Foto: Thomas Obermeier | Wegen nicht verschiebbarer Operationen beschäftigte das Thema "Intensiv-Kapazitäten" Dr. Matthias Held, Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte, besonders.

Am Freitag hatten wir im Klinikum Würzburg Mitte an beiden Standorten Juliusspital und Missio Klinik - in etwa gleich verteilt - insgesamt 22 Patienten in der Corona-Isolation. Zwei Patienten werden noch auf der Intensivstation behandelt.

Während der Woche stand für uns das Thema "Intensiv-Kapazitäten", insbesondere am Standort Juliusspital, im Vordergrund. Dort mussten viele Leber- sowie Bauchspeicheldrüsen-Eingriffe durchgeführt werden. Diese Operationen kann und will man nicht verschieben. Anschließend braucht es immer eine Intensivüberwachung.

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Bei den Leber-Operationen handelte es sich zudem um sogenannte mehrzeitige Eingriffe, wo erst an einer Seite operiert wird, dann erfolgt eine Konditionierung des verbleibenden Leberlappens, um einen weiteren Abschnitt auf der anderen Leberseite zu operieren. Das muss alles optimal geplant und aufeinander abgestimmt sein. Und der Operateur muss sich nach dem Eingriff auf die Kapazitäten für die Intensivüberwachung verlassen können. Mit Professor Ulrich Steger, dem Chefarzt der Viszeral-Chirurgie, stand ich diesbezüglich in engem Kontakt. Denn bei zwei Intensivpatienten stand eine Übernahme in die Missio Klinik im Raum, um die Intensiv-Kapazitäten zu schaffen, was letztlich aber nicht nötig war.

Auch mit dem Chefarzt der Unfallchirurgie im Juliusspital, Professor Alexander Beck, hatte ich Gespräche. Der Wintereinbruch führte zu vielen Unfällen. Glücklicherweise konnte das regionale Trauma-Zentrum trotz der angespannten Corona-Situation eine adäquate Versorgung anbieten.

"Wir Mediziner beschränken uns nicht nur auf unsere klinischen Tätigkeiten, sondern schauen, dass wir auch woanders helfen können."
Dr. Matthias Held

Als ich Professor Beck telefonierte, hatte er gerade Pause im Impfzentrum. Wir Mediziner beschränken uns nicht nur auf unsere klinischen Tätigkeiten, sondern schauen, dass wir uns auch woanders einbringen und helfen können. Professor Beck ist darüber hinaus am Olympiastützpunkt Würzburg tätig. Das Thema "Sport" relativiert sich natürlich angesichts der großen allgemeingesellschaftlichen Sorgen wegen der Corona-Pandemie. Aber auch für Profisportler muss gesorgt werden.

Professor Beck ist zuständig für die Erstellung und Überwachung des Hygienekonzepts am Bundesstützpunkt der Schwimmer und Mitglied der Taskforce des deutschen Schwimmverbands. Auf meine Frage, wie denn die Stimmung dort sei, sagte er mir, dass alle sehr vernünftig mit der Situation umgehen. Die Sportler halten eine Selbstquarantäne ein. Vergleichswettkämpfe finden momentan nur eingeschränkt und nach einem negativen PCR- und negativem Antigen-Schnelltest statt. Die Sportler haben die Olympischen Spiele vor Augen und wissen, dass die Aussichten extrem ungewiss sind. Das ist die Parallele zur Medizin - und auch zur gesamten Gesellschaft. Überall hofft man auf Besserung und aufgrund sinkender Fallzahlen auf Normalisierung des Lebens.

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Auf diese Normalisierung freut sich auch eine Patienten auf der Corona-Isolierstation. Sie ist gerade dabei eine Infektion zu überwinden. Bei ihr trat als Komplikation eine Lungenembolie auf. Doch alles hat sich sehr gut entwickelt. Wahrscheinlich können wir sie nach diesem Wochenende entlassen.

Priv.-Doz. Dr. Matthias Held (50) ist Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte. Dort ist der Lungenspezialist für die Covid-19-Patienten zuständig. Per Tagebuch gibt er seit vielen Wochen regelmäßig Einblicke in den Klinikalltag: www.mainpost.de/corona-tagebuch

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