Eibelstadt

Eibelstadt will Nachverdichtung im Mischgebiet ermöglichen

Viele Fahrzeuge, wenig Platz: die Untere Au in Eibelstadt soll mit der Neuerschließung des Beckenweinbergs verkehrlich entlastet werden.
Foto: Antje Roscoe | Viele Fahrzeuge, wenig Platz: die Untere Au in Eibelstadt soll mit der Neuerschließung des Beckenweinbergs verkehrlich entlastet werden.

Neun Hinweise von Trägern öffentlicher Belange und zwei private Eingaben wurden in den Vorentwurf zur 4. Änderung des Eibelstadter Bebauungsplanes "Beckenweinberg" eingearbeitet. Er liegt jetzt ein zweites Mal öffentlich aus.

Die Erschließung zu verbessern, Nutzungskonflikte auszuräumen und Entwicklungen zu ermöglichen ist das Ziel der Bebauungsplan-Änderung für das Wohn- und Gewerbegebiet. Ausgearbeitet ist es vom Landschaftsarchitekturbüro arc.grün. Es umfasst den nördlichen Teil des Beckenweinbergs, ein gut sechs Hektar großes Areal zwischen der Unteren Au mit dem Feuerwehrhaus und dem tegut-Markt, zwischen Würzburger Straße und B 13.

Für den südlichen Teil zwischen Stadtmauer (Schützenweg) und Unterer Au war die Änderung des Bebauungsplans 2018 rechtskräftig geworden. Hier ging es vor allem um die Nachverdichtung für Wohnungsbau, um Baurecht für brach liegende Grundstücke. Wie Bürgermeister Markus Schenk dem Stadtrat berichtete, sei das Umlegungsverfahren zu den Grundstücken dort in der Abschlussphase. Von Seiten der Stadt seien noch 400 000 Euro auszubezahlen.

Entlastung der Würzburger Straße

Im nördlichen Teil des Beckenweinbergs verfolgt die Stadt Eibelstadt das Ziel, die Erschließung der bestehenden gewerblichen Grundstücke durch den Ausbau des Wiesenweges auf 7,50 Meter zu verbessern bzw. dem Standard anzupassen. Würzburger Straße und Untere Au sollen damit entlastet werden. Auch größere Fahrzeuge sollen den Wiesenweg nutzen können, damit auf den Grundstücken nachverdichtet werden kann, wobei Baurecht zumeist schon besteht. Der Wiesenweg verläuft parallel zur B 13, von der er acht Meter Abstand halten muss.

Der Mündungsbereich des Eibelstadter Wiesenwegs in die Würzburger Straße gilt als neuralgischer Punkt, dessen Verkehrsführung neu zu ordnen ist.
Foto: Antje Roscoe | Der Mündungsbereich des Eibelstadter Wiesenwegs in die Würzburger Straße gilt als neuralgischer Punkt, dessen Verkehrsführung neu zu ordnen ist.

Zu den größtenteils erschlossenen und bebauten Flächen sollen knapp 0,6 Hektar neue, bislang unbebaute Bau- und Erschließungsflächen am Wiesenweg ausgewiesen werden. Für sie ist ein Ausgleich von 0,35 Hektar vorzusehen. Diese werden auf dem Ökokonto der Stadt verbucht, das mit dem Landschaftssee als Guthabenbasis weiter im Plus liegt. Dieser gilt auch als zusätzlicher Retentionsraum für Hochwasser, also einer Fläche, die bei Hochwasser zum Ausgleich geflutet werden kann. Festgesetzt wird zudem auf dem Grundstück mit der Flurnummer 970, einer verbuschten Grünfläche am Wiesenweg, eine Gemeinbedarfsfläche für die Feuerwehr, um hier ein neues Feuerwehrhaus errichten zu können. Das angrenzende Angelgewässer, ein Relikt der früheren Sandgruben in diesem Bereich, soll verfüllt werden, was bereits seit langem genehmigt ist.

Fledermaus-Gutachten wird erstellt

Im Vergleich zur ersten Fassung fließen unter anderem die landwirtschaftlichen Belange eines Winzers zu Immissionen auch ausnahmsweise zu unüblichen Zeiten in die Festsetzungen ein und die Möglichkeit zur Nachverdichtung. Umfangreiche Hinweise gab es von Seiten des Bund Naturschutz zum Schutz der Brachflächen, von Brutbäumen und des Stillgewässers sowie insbesondere für Vögel und Fledermäuse. Verbotstatbestände konnten zwischenzeitlich mit einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung ausgeschlossen werden. Maßnahmen zum Artenschutz wurden aufgenommen, sodass erhebliche Beeinträchtigungen geschützter Arten nicht zu erwarten sind, lautet das Resümee.

Das Gutachten zu den Fledermäusen, von Katharina Brandl (Grüne) nachgefragt, soll erstellt werden, wenn klar ist, welche Bäume entfernt werden, erklärte Schenk. "Welche Bäume betroffen sind, ist bekannt", entgegnete Oliver Heim und Joachim Zürn (beide Grüne) nannte es einen Vorteil, wenn die Bauherren wissen, was beim Artenschutz auf sie zukommt. Im Übrigen änderten sich die Bedingungen durch das Zuschütten des Sees grundsätzlich. Er hält eine Gesamtbetrachtung für notwendig. Skepsis äußerte Mathias Herrmann (SPD) zum geplanten neuen Standort der Feuerwehr, der wiederum im Hochwassergebiet liegt, unter anderem wegen wassergefährdender Stoffe, die bei der Bauweise zu berücksichtigen sind. Ansonsten wähnte sich der Stadtrat mit dem Entwurf, den Edmund Haas als "absolut zielführend" betitelte, einhellig auf der Zielgeraden.

Der geänderte Bebauungsplan liegt bis zum 5. Februar im Rathaus Eibelstadt zur Einsichtnahme auf. Alternativ sind die Unterlagen im Internet zu finden: www.vgem-eibelstadt.de

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