Veitshöchheim

Eiche im Geisbergbad muss weichen

Diese dominante Eiche rechts  am Schwimmmeistergebäude im Geisbergbad wird laut einem Gemeinderatsbeschluss wegen des Befalls mit Eichenprozessionsspinnern demnächst gefällt und eine Ersatzpflanzung vorgenommen.
Foto: Dieter Gürz | Diese dominante Eiche rechts am Schwimmmeistergebäude im Geisbergbad wird laut einem Gemeinderatsbeschluss wegen des Befalls mit Eichenprozessionsspinnern demnächst gefällt und eine Ersatzpflanzung vorgenommen.

Eine kontroverse Diskussion löste in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates der Umgang der Gemeinde mit Eichenprozessionsspinnern (EPS) in sensiblen Bereichen aus. Wie Bürgermeister Jürgen Götz ausführte, gab es in der abgelaufenen Badesaison erhebliche Verkehrssicherungsprobleme, da seit einiger Zeit im Gemeindegebiet EPS nicht mehr durch frühzeitiges Spritzen der befallenen Eichen bekämpft wurden.

Die Gefahr bei den EPS bestehe durch ihre Brennhaare, mindestens von Mai bis November. Auf den Boden gefallene Brennhaare würden sich jedoch mehrere Jahre dort halten und seien dadurch dauerhaft gefährlich. Bei Hautkontakt können diese Haare, so Götz, allergische Reaktionen auslösen, die zu Hautirritationen, Atembeschwerden, Augenreizungen, Fieber, Schwindel und in Einzelfällen zu einem lebensbedrohenden anaphylaktischen Schock führen können.

Vor allem im Geisbergbad waren in der vergangenen Badesaison an drei Stellen insgesamt sechs Eichen sehr stark befallen. Besonders problematisch ist nach den Ausführungen des Bürgermeisters die sehr dominante Eiche am Schwimmmeisterraum und in unmittelbarer Nähe der Liegeplätze der Kunststeinstufen. Hier wurde diese Saison durch die Feuerwehr in Atemschutzanzügen und kostenaufwändig durch eine Fachfirma drei Mal versucht, die Tiere abzusammeln. Die Kosten pro befallenen Baum und Absammeln beliefen sich auf 500 Euro. Der Erfolg war aber nur mäßig, sodass einige Nester immer noch in den Bäumen verblieben. Die Feuerwehr steht laut Bürgermeister in Zukunft dafür nicht mehr zur Verfügung.

Das Hochbaureferat der Gemeinde schlug deshalb vor, die Eiche vor dem Schwimmmeisterraum in dieser Fällperiode zu entfernen und eine sinnvolle Ersatzpflanzung mit Kosten von 800 bis 1000 Euro durch den Bauhof durchzuführen. Dies wurde letztendlich nach kontroverser Diskussion vom Gemeinderat dann auch mit großer Mehrheit beschlossen.

Diese von Eichenprozessionsspinnern befallenen drei Eichen im Geisbergbad in der Peripherie des Kinderspielplatzes  werden laut Gemeinderatsbeschluss künftig wieder mit einem vom NABU empfohlenen Mittel gespritzt.
Foto: Dieter Gürz | Diese von Eichenprozessionsspinnern befallenen drei Eichen im Geisbergbad in der Peripherie des Kinderspielplatzes werden laut Gemeinderatsbeschluss künftig wieder mit einem vom NABU empfohlenen Mittel gespritzt.

Bernd Müßig (Grüne) hatte zuvor biologische Bekämpfungsmethoden wie den Einsatz von Blaumeisen und Flugwespen vorgeschlagen, die es mit nur geringen Kosten entbehrlich machen würden, eine Axt an Bäume anzulegen. Der Bürgermeister sah jedoch diese Methode im Schwimmbadbereich als ungeeignet an.

Günter Thein und Christina Feiler (beide Grüne) verwiesen auf ein neuartiges Spritzmittel, mit dem das Gartenamt der Stadt Würzburg gute Erfahrungen gemacht habe. Dieses Mittel würde in Kombination mit dem Vorschlag von Bernd Müßig langfristig eine gute Sache sein. Ihr Antrag, die Beschlussfassung zurückzustellen und erst Informationen einzuholen, wurde mit 11:7 Stimmen abgelehnt. Für den Bürgermeister duldet nämlich die Sache im sensiblen Schwimmbadbereich aufgrund des nötigen Vorlaufs keinen Aufschub.

Mit 16:2 Stimmen abgelehnt wurde auch der am weitesten gehende Antrag von Ute Schnapp und Elmar Knorz (SPD), zum Schutz der Kinder alle von EPS befallenen Eichen im Schwimmbadbereich zu fällen.

Marc Zenner (CSU) sagte, seine Fraktion vertrete die Meinung, es vor einer Fällung von Bäumen mit Spritzmitteln zu versuchen, außer im kritischen Bereich um die Eiche am Schwimmmeisterraum.

So wurde denn auch mit 16:2 Stimmen befürwortet, nur die Eiche im Schwimmmeisterbereich zu fällen und dann einen neuen Baum zu pflanzen. Die sensiblen Bereiche am Spielplatzgelände und am Fußwegzugang sollen mit einem noch auszuwählenden Mittel gespritzt werden. In nicht sensiblen Bereichen außerhalb des Schwimmbades sollen Alternativmethoden wie der "Einsatz" von Blaumeisen angewandt werden.

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