Uffenheim

Ein fairer Spaziergang durch die Stadt

Beim Fairen Stadtspaziergang durch Uffenheim gab es einen Überblick über das inzwischen recht umfangreiche Angebot fair gehandelter Waren in der Stadt.
Foto: Gerhard Krämer | Beim Fairen Stadtspaziergang durch Uffenheim gab es einen Überblick über das inzwischen recht umfangreiche Angebot fair gehandelter Waren in der Stadt.

Uffenheim ist Fairtrade-Stadt in der Fairtrade-Metropolregion Nürnberg. Etliche Geschäfte bieten fair gehandelte Waren an. Bei einem "Fairen Stadtspaziergang" stellten Nadine Höhne vom Allianz- und Regionalmanagement und Stadträtin Ruth Halbritter einer Gruppe von interessierten Bürgern diese vor.

Während der Fairen Woche, die alle Jahre im September stattfindet, wollte auch Uffenheim, wie viele andere Städte und Landkreise, auf Möglichkeiten zur Bekämpfung von Ausbeutung und Armut in den Ländern des globalen Südens aufmerksamen machen, sagte Ruth Halbritter, Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe in Uffenheim. Es sei wichtig, dass sich viele Manschen dafür interessierten und vor allem engagierten. Nur gemeinsam könne man erreichen, dass Flucht und Vertreibung aus Hunger und Armut entgegengewirkt werde, dass ausbeuterische Kinderarbeit verhindert werde und Bildung möglich sei.

Faire Produkte kaufen und die Idee weitertragen

Ruth Halbritter rief dazu auf, überlegt faire und regionale Produkte zu kaufen, immer wieder darüber zu reden und das Wissen darüber weiterzugeben. Nur reiche das nicht, das Ruder herumzureißen, bedauerte Ruth Halbritter bei ihrer Einführung. Es bedürfe der Politik. Denn in Städten, Gemeinden und Landkreisen würden viele Produkte eingekauft, weswegen hier eine große Marktmacht vorhanden sei.

"Wir haben den Samen gelegt, jetzt gilt es, die Pflanze zu pflegen, damit daraus ein großer Baum wird", sagte Halbritter. "Wir brauchen Politikerinnen und Politiker, die sich für einen fairen Einkauf regional und weltweit einsetzen", so die Stadträtin, die sich freut, in Uffenheims Bürgermeister Wolfgang Lampe einen Mitstreiter gefunden zu haben.

Lampe betonte, dass Fairtrade mehr sei, als nur für bessere Löhne in Afrika zu sorgen. Es sei wichtig, auf fairen Handel zu achten. Auch in Deutschland sie Fairtrade wichtig, beispielsweise im Umgang mit den Erzeugnissen der Landwirte. Die Stadt versuche, ihren Beitrag zu leisten. Geschenkkörbe bestünden aus fair gehandelten und regionalen Produkten. Die Stadt sei auch bestrebt, fair einzukaufen. Dass dies ein großer Anspruch ist, weiß Lampe. "Wir arbeiten Schritt für Schritt daran."

Umweltschonende und sozial verträgliche Herstellung

Faire Produkte gibt es inzwischen an großer Vielfalt. Der Rundgang führte zunächst zur Firma Gamstätter. Carola Gamstätter stellte der Gruppe Rucksäcke aus fairer Produktion vor und informierte, dass man stets versuche, regional einzukaufen und nachhaltige Produkte anzubieten.

Auch in der Vogelvilla in der Innenstadt gibt es regionale und fair erzeugte Produkte. Ebenso in der Gärtnerei Bencker-Voit. Barbara Voit hat in ihrem Sortiment fair gehandelte Rosen. Das bedeute auch, dass sie weniger gespritzt werden und Arbeiter so vor Pflanzenschutzmitteln geschützt seien. Bei Haushaltswaren Geuder gebe es zum Beispiel gläserne Trinkhalme und fair gehandelte Taschen, so Halbritter. Bei Porzellan werde auf zertifizierte Herstellung geachtet. Faire Kinderkleidung hätte in Uffenheim allerdings viel zu wenige Abnehmer gefunden, die sei deshalb wieder aus dem Angebot genommen worden.

In der katholischen Herz-Jesu-Kirche gebe es mittlerweile einen Fairtrade-Wagen, informierte Barbara Lehner. Dieser enthalte unter anderem Schokolade und Kaffee. Halbritter lobte hier die Vorreiterrollen der evangelischen und katholischen Kirche, was den Verkauf von fairen Produkten betrifft.

Fair, bio, regional und unverpackt – all das gibt es im Uffenheimer Altstadtmarkt zu finden. Geschäftsführerin Erika Herbst sagte, dass die Uffenheimer den Innenstadtmarkt annähmen, aber es gebe noch viel Luft nach oben. Im Café Ritter, in dem auch auf Regionalität geachtet wird, fand der Spaziergang seinen Abschluss. Halbritter betonte, dass das faire Handeln sich weiterentwickeln und ausbreiten müsse. Ziel sei, ebenfalls wie die Nachbarlandkreise Würzburg und Fürth-Land ein fairer Landkreis zu werden.

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