Gaukönigshofen

Ein Koffer am Bahnhof als Gedenkort für deportierte Juden

Gaukönigshofen soll einen Gedenkort für die 29 von den Nationalsozialisten im Dritten Reich deportierten Juden erhalten. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Beteiligung an der Aktion, in deren Rahmen auch eine Gedenkstätte am Würzburger Hauptbahnhof geplant ist. Am ehemaligen Bahnhof soll ein symbolischer Koffeer aufgestellt werden. Dort hatten die jüdischen Mitbürger, die ihren Heimatort verlassen mussten, seinerzeit ihre Reise angetreten.

Vorschläge für den Gedenkort

Architekt Bernhard Nagl machte Vorschläge für die Gestaltung des Gedenkorts. Der Sockel für den symbolischen Koffer soll 30 Zentimeter hoch sein und einen Rahmen aus Cortenstahl erhalten. Darauf werden in Beton eingelassene Steine platziert, die von der in diesem Jahr abgebrochenen Laderampe stammen. Das Ganze soll so ausgestaltet werden, dass es resistent gegen Vandalismus ist.

Gleichzeitig soll das Denkmal mobil bleiben, so dass es vorübergehend entfernt werden kann, wenn am Bahnhofsgebäude Renovierungen notwendig sein sollten. Auf die Bedeutung soll eine Gedenktafel hinweisen, die vom Gemeindearchivar ausgearbeitet wird.

Platzierung des Koffers

Im Gemeinderat gab es Diskussionen über die richtige Platzierung des Gedenkorts. Architekt Nagl schlug einen Platz am Bahnsteig auf der östlichen Seite des Empfangsgebäudes, zwischen dem Güterboden und der Hauskante bei der Tür, vor. Das sei der authentische Ort, wo damals die Juden gestanden hätten, meinte Nagl. Bürgermeister Bernhard Rhein hielt dies ebenfalls für die passende Stelle.

Einige Ratsmitglieder meinten aber, dass der Erinnerungsort dort zu wenig ins Auge falle. Norbert Roth meinte: "Wir sollten das Gedenken nicht verstecken." Er schlug einen Platz zwischen der Stirnseite des Bahnhofsgebäudes und dem großen Baum vor. Auch Johannes Hemm würde wegen der besseren Wahrnehmbarkeit die Stirnseite des Gebäudes passender finden.

Der Gemeinderat einigte sich schließlich darauf, bei einem Ortstermin zu sehen, wo die Gedenkstätte am besten platziert wird. Bürgermeister Rhein informierte noch, dass für den Rahmen des Gedenkorts Angebote eingeholt worden sind. Die Kosten würden 511 Euro betragen. Der Koffer selbst steht bereits in der ehemaligen Synagoge, die zur Landkreis-Gedenkstätte für Juden gehört.

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