Sommerhausen

Ein Kulturweg für drei Dörfer

Durch den Ochsenfurter Stadtteil Goßmannsdorf führt der geplante Kulturweg.
Foto: ArchivClaudia Schuhmann | Durch den Ochsenfurter Stadtteil Goßmannsdorf führt der geplante Kulturweg.

Während die Marktbreiter nur noch ein gutes Vierteljahr von der Eröffnung ihres Kulturwegs entfernt sind, stehen andere Gemeinden der Interkommunalen Allianz Maindreieck mit ihren Planungen noch am Anfang. Die drei Orte Sommerhausen, Winterhausen und Goßmannsdorf gehen nach ihrem Entschluss, einen gemeindeübergreifenden Kulturweg zu gestalten, das Projekt jetzt konkret an.

Bei einem Arbeitstreffen im Sommerhäuser Rathaus sammelten rund 15 interessierte Bürger aus allen drei Dörfern Ideen. Alle Fäden laufen bei Gerrit Himmelsbach zusammen, der das Konzept der Kulturwege im Sommer vergangenen Jahres in Winterhausen vorgestellt hatte. Der Geschäftsführer des Archäologischen Spessartprojekt hat bereits an der Ausarbeitung von annähernd 100 Kulturwegen mitgewirkt und kennt die Schwerpunkte genau.

Die Einheimischen kennen ihre Orte am besten

„Bevor wir den Weg technisch umsetzen, müssen wir uns über das Inhaltliche klar werden“, sagte Himmelsbach. Soll heißen: Unter welches gemeinsame Thema könnte der Weg gestellt, und welche lokalen Besonderheiten sollen den Wanderern gezeigt werden? Diese Besonderheiten kennt niemand so gut wie die Einheimischen, ohne deren Mitwirkung ein Kulturweg nach dem Vorbild des Spessartprojekts daher nicht erarbeitet werden kann.

An Ideen kamen in der Sitzung schon etliche zu Sprache: die Mainlände in Winterhausen, die eine direkte Verbindung zwischen Fluss und Ortskern herstellt; die alte Kirche in Goßmannsdorf; die ehemalige Lorenbahn im Steilhang am Goßmannsdorfer Kreisel zum Abtransport der Steine; die Frauenkirche in Sommerhausen mit dem Heidenstein als kulturhistorische Besonderheit.

Die bestehenden Wege werden einbezogen

Gerrit Himmelsbacher wünscht sich, dass die gemeinsame Vergangenheit von Sommerhausen und Winterhausen als früher einmal zusammengehörige Orte eine Rolle spielen soll, aber auch die Unterschiede zwischen den einander in „gesunder Hassliebe“ verbundenen Dörfern. Und Himmelsbach betonte, dass nicht nur historische Themen eine Rolle spielen müssten. Man könne ruhig auch auf das eingehen, was sich den Wanderern groß und breit am Wegesrand präsentiere, etwa das Danone-Werk in Goßmannsdorf. „Bei der Kulturweg-Eröffnung könnte es ja Joghurt geben“, witzelte Himmelsbach.

Dass der aktuelle touristische Standard in den drei Orten recht unterschiedlich ist, müsse nicht unbedingt ein Nachteil sein, so Himmelsbach weiter. Während in Sommerhausen alles geboten wird, was das Gästeherz begehrt und Winterhausen immerhin einige Attraktionen vorweisen kann, ist die touristische Infrastruktur in Goßmannsdorf noch recht dürftig entwickelt. Das, was vorhanden ist, kann jedenfalls in den neuen Kulturweg integriert werden.

Mit 13 Kilometern wird der Weg recht lang

Die vorläufige Wegführung, die Gerrit Himmelsbach in seine Karte schon mal einzeichnete, bezieht einige der bestehenden Wanderwege ein. So geht es zum Beispiel ein Stück auf dem Mondweg in Winterhausen entlang, und auch der steile Steinhauerweg in Goßmannsdorf ist Teil des Vorschlags. Auf der Sommerhäuser Seite wird ein Stück des Panoramawegs einbezogen. Auf diese Weise würde ein Rundweg auf beiden Seiten des Mains mit schönen Ausblicken entstehen, der die drei Orte miteinander verbindet und in jedem Dorf einen Einstiegspunkt haben soll.

„Unter 13 Kilometer werden wir wohl nicht kommen“, prophezeite Himmelsbach und ließ anklingen, dass das eventuell ein Problem werden könnte. Ein 13 Kilometer langer Wanderweg, der tendenziell sogar noch länger ausfallen könnte, wird nur von fitten Besuchern gewählt. Deshalb ist die Wahl der Streckenabschnitte, die durch die Ortschaften führen, von besonderer Bedeutung. Man dürfe sich nicht der Illusion hingeben, dass Kulturwegenutzer die Wanderungen zu ausführlichen Ortsrundgängen ausweiten, erklärte Himmelsbach. „Die Leute orientieren sich nur an der Markierung.“

Der Weg wird probeweise abgewandert

Was die Wanderer vom Ort sehen, soll für sie aber Anreiz sein, später noch einmal wieder zu kommen. Es gebe, so Himmelsbach, mittlerweile eine regelrechte Fan-Gemeinde von Kulturwegewanderern, die die ausgeschilderten Wege einen nach dem anderen abwanderten. Doch die Wege sind nicht nur für auswärtige Besucher gedacht. „Die interkommunale Entwicklung wirkt auch nach innen“, sagte ILE-Manager Holger Becker. Soll heißen, auch Einheimische profitieren von dem Angebot.

Bis zum nächsten Treffen im März will Gerrit Himmelsbach alles an Ortschroniken und Broschüren lesen, was er in die Finger bekommen kann. Dann sollen die Schwerpunkte und Verbindungen herausgearbeitet werden. Und noch etwas später wollen die Teilnehmer den vorläufigen Wegverlauf abgehen und auf seine Tauglichkeit hin überprüfen. Als Fernziel zur Umsetzung des Weges ist der Herbst des kommenden Jahres angepeilt.

Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 22. März, um 19 Uhr im Rathaus in Winterhausen statt.

Ein Teil des Mondwegs in Winterhausen soll zum Kulturweg gehören.
Foto: Schuhmann | Ein Teil des Mondwegs in Winterhausen soll zum Kulturweg gehören.
Von der linksmainischen Seite des Kulturwegs geht der Blick über die Orte Winterhausen (links) und Sommerhausen.
Foto: Claudia Schuhmann | Von der linksmainischen Seite des Kulturwegs geht der Blick über die Orte Winterhausen (links) und Sommerhausen.
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