REGION WÜRZBURG

Ein neuer Herr über die Müllöfen

Der Ofen raucht: Alexander Kutscher (Zweiter von links) ist ab Jahreswechsel neue Geschäftsleiter im Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Würzburg. Den Vorsitz im Verband übernimmt dann die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, im Bild flankiert vom bisherigen Vorsitzenden Eberhard Nuß (links) und dem Würzburger Oberbürgermeister a.D. Georg Rosenthal.
Foto: Gerhard Meissner | Der Ofen raucht: Alexander Kutscher (Zweiter von links) ist ab Jahreswechsel neue Geschäftsleiter im Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Würzburg.

Alexander Kutscher ist der neue Mann an der Spitze des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Raum Würzburg. Er tritt zum Jahreswechsel die Nachfolge von Ferdinand Kleppmann an, der die Geschicke der Zweckverbands 24 Jahre lang gelenkt hatte. Als Betreiber des Müllheizkraftwerks in Würzburg (MHKW) zeichnet der Zweckverband für die Verbrennung von jährlich rund 200 000 Tonnen Abfall verantwortlich. Etwa ein Drittel davon ist privater Hausmüll aus dem Verbandsgebiet, dem die Stadt Würzburg und die Landkreise Würzburg und Kitzingen angehören.

„Die Akzeptanz, die das MHKW heute hat, haben wir uns erarbeitet.“
Georg Rosenthal Würzburgs Ex-OB

Alexander Kutscher, 46 Jahre alt, wuchs in Bad Kissingen auf und war vor seinem Jurastudium als Rechtspfleger und nach dem juristischen Staatsexamen als Jurist beim Chemiekonzern Hoechst und als Anwalt in einer Münchner Wirtschaftssozietät tätig. Seine Erfahrung im Umwelt- und Vertragsrecht sei eine wesentliche Grundlage für die Berufung Kutschers gewesen, sagt der Würzburger Landrat und Vorsitzende im MHKW-Zweckverband, Eberhard Nuß.

Im Müllheizkraftwerk am Würzburger Faulenberg übernimmt Kutscher ein bestelltes Feld. Der Zweckverband ist nahezu schuldenfrei, die drei Müllöfen dank einer Kooperation mit Landkreisen aus Mittelfranken und Schwaben gut ausgelastet. Die Kasse stimmt. Zum Jahreswechsel sinken die Verbrennungskosten für die Verbandsmitglieder auf einen Tiefststand von 88 Euro je Tonne.

Nach anhaltender Kritik in den 90er Jahren sei das Müllheizkraftwerk inzwischen zu einer umweltfreundlichen und hoch effizienten Anlage geworden, so Verbandvorsitzender Nuß. Der bei der Müllverbrennung erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Mit der Abwärme versorgt das MHKW große Teile des Würzburger Nahwärmenetzes.

„Die Akzeptanz, die das MHKW heute hat, ist uns nicht in den Schoß gefallen, die haben wir erarbeitet“, sagt Würzburgs Ex-Oberbürgermeister Georg Rosenthal, noch bis April kommenden Jahres stellvertretender Verbandsvorsitzender. Ausschlaggebend dafür seien die ständigen Optimierungen an der Anlage, mit dem Ziel Umweltbelastungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Unter der Führung von Ferdinand Kleppmann waren vom Würzburger Abfall-Zweckverband wichtige Impulse auf die deutsche und die europäische Entsorgungswirtschaft ausgegangen. So hatte Kleppmann die Gründung der deutschen Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen ITAD und des europäischen Verbands CEWEP initiiert und steht den beiden Verbänden nach wie vor als Präsident vor.

Mit der Neubesetzung der Geschäftsleitung sind alle Forderungen nach einer Neuausrichtung oder gar einer Auflösung des Zweckverbands verstummt. „Eine Änderung im Status des Zweckverbands will ich nicht“, sagt Verbandsvorsitzender Eberhard Nuß, „das Modell ist erfolgreich“. Gleichwohl sei es eine der ersten Aufgaben für Alexander Kutscher, die Organisationsstrukturen der in den 80er Jahren gegründeten Kooperation zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

„Nach 30 Jahren muss man überprüfen, ob alles noch zeitgemäß ist“, meint Nuß. Die Verantwortung dafür wird er zum Jahreswechsel abgeben. Dann wechselt der Vorsitz im Verband turnusgemäß für zwei Jahre an die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof.

Aus gesundheitlichen Gründen war Ferdinand Kleppmann bereits Ende Juli aus seinem Amt geschieden. Besonders dankte Eberhard Nuß deshalb den Mitarbeitern des Verbands, die die Zeit bis zur Einführung eines Nachfolgers überbrücken mussten.

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