Thüngersheim

Eine Gemeinde steht zusammen: #THÜgether – gegen Corona

'Bleibt gesund und bewahrt euch den Humor', wünscht sich der Faschings-Club.
Foto: Sebbo Gerhard | "Bleibt gesund und bewahrt euch den Humor", wünscht sich der Faschings-Club.

In Thüngersheim hat die Corona-Krise mit ihrer Ausgangsbeschränkung einige tolle Initiativen in Gang gebracht: von Kindern, die für pflegebedürftige Menschen Bilder malen, über die Unterstützung von lokalen Restaurants bis hin zum Online-Gottesdienst. In Thüngersheim bewegt sich was, heißt es in einer Pressemitteilung: Unter dem Motto #THÜgether (ein Kunstwort aus "Thüngersheim" und dem englischen "together" = zusammen) ging seit Beginn der Ausgangsbeschränkung ein richtiger Ruck durch den fränkischen Weinort.

Der von der Zwangsschließung betroffene Landgasthof sowie das Amerikanische Burger-Restaurant boten von Anfang an Essen "to go" an, was zahlreiche Bürger von Anfang an in Anspruch nahmen und das auch fleißig in den sozialen Netzwerken geteilt haben. Durch regelmäßige Sonderaktionen und auch Oster-Specials gibt es auch immer wieder Neues zu verkosten.

Aber nicht nur die Restaurants – auch der ortsansässige Blumenladen musste durch die Corona-Pandemie schließen. Da aber Lieferungen von dieser Beschränkung ausgeschlossen sind, bestellen die Thüngersheimer telefonisch die gewünschten Blumen und bekommen sie nach Hause geliefert.

Nachbarschaftshilfe

Der Krankenpflegeverein Thüngersheim startete zeitgleich mit der Freiwillige Feuerwehr einen Einkaufsservice. Kurzerhand wurden die Kräfte gebündelt und als Initiative "Corona Nachbarschaftshilfe" ins Leben gerufen. Seit einigen Wochen bieten Spontanhelfer, die Praxis Dr. Kuhn, der Krankenpflegeverein und die Freiwillige Feuerwehr Thüngersheim eine kostenlose Einkaufshilfe, für ältere Menschen und für die, die als Risikogruppe gelten, an. Betroffene können ganz unkompliziert telefonisch ihren Einkaufswunsch mitteilen und bekommen die Artikel direkt nach Hause gebracht.

Einkaufshilfe der Feuerwehr.
Foto: Michael Leist | Einkaufshilfe der Feuerwehr.

Da viele ältere Menschen durch die Ausgangsbeschränkungen nicht regelmäßig besucht werden können, kam den Verantwortlichen der Feuerwehr eine zweite Idee. Kinder wurden zum Basteln und mMlen schöner Bilder und zum Schreiben liebevoller Briefe animiert. Diese kl,einen, aber frohen Botschaften werden gesammelt und regelmäßig an das Alten- und Pflegeheim Sankt Aurelia sowie an die Caritas Sozialstation Sankt Stephanus übergeben. Die Pfleger verteilen die Geschenke und können damit ein bisschen Freude und Zuversicht in einer schwierigen Lage geben.

Klingeln und Klappern

Auch der Thüngersheimer Pfarrer Bernd Steigerwald hat einen Weg gefunden, wie er seine Gemeinde erreicht. Und zwar mit einem Online-Gottesdienst auf YouTube. Bereits ab dem ersten ausgangsbeschränkten Sonntag kann man seinem Gottesdienst im Internet beiwohnen und auch aktiv mitmachen.

Die Ministranten haben ebenso einen Weg gefunden, wie das Osterfest soweit wie möglich normal begangen werden konnte. So wurde am Karfreitag und Karsamstag traditionell zu mehreren Zeiten "geklappert". Diesmal nicht in dem sie durch das Dorf liefen, sondern jeder für sich vor seiner Haustüre. Am Ostersonntag um 11 Uhr wurden zudem alle Bürger aufgerufen, sich mit einer Klingel oder Glocke ins Freie zu begeben, sodass das Klingeln zur Auferstehung Jesu ebenfalls nicht ausfallen musste.

"Ihr seid nicht allein"

Stellvertretend für viele Maler, Bastler und Schreiber übergab Familie Kopp gemeinsam mit der Feuerwehr für alle Bewohner und das Team des Alten- und Pflegeheims St. Aurelia, von der Familie selbst gebastelte Osternester mit selbst gebackenen Osterhasen, Schokolade, Eiern und lieben Botschaften. Natürlich vor den Türen und mit genügend Abstand. Auch der Pfarrgemeinderat hat unter dem Motto "Ihr seid nicht allein" fleißig Osternester vorbereitet und an die Bewohner sowie dem Pflegepersonal überreicht.

Übergabe der Osternester ans Pflegeheim St. Aurelia.
Foto: Michael Kopp | Übergabe der Osternester ans Pflegeheim St. Aurelia.

Vereine haben es in dieser Zeit ebenfalls nicht leicht. Aber auch sie geben Optimismus weiter. Ganz viele Mitglieder des Musikvereins beteiligen sich und spielen sonntags die "Ode an die Freude", sodass man in allen Ecken der Gemeinde Melodie aus verschiedensten Instrumenten hören kann.

Der Faschings-Club brachte an seinem Vereinsheim, dem Hirtentor, eine Botschaft an: "Bleibt gesund und bewahrt euch den Humor!" In diesem Sinne schaut Thüngersheim den kommenden Wochen optimistisch entgegen und hält weiter "THÜgether".

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