Würzburg

Eine Rezension, die irritierte

Zum Artikel "Jüdische Komponistinnen in Würzburg - eine klingende Spurensuche" vom 20. Oktober erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

Es ist anzuerkennen, dass über das hervorragende Konzert "Jüdische Komponist*innen in Würzburg - eine klingende Spurensuche" in der Reihe der Klangraum-Konzerte im Kulturspeicher in der Main-Post vom 20. Oktober berichtet wurde. Allerdings hätte man sich eine Rezension gewünscht, die dem ganz außergewöhnlichen Abend entsprochen hätte.

Irritiert schon die Überschrift, so verwundert im Weiteren eine unangemessene Ausdrucksweise (als "Würzburger Violinist und Pianist" ist der international renommierte Künstler nicht zutreffend beschrieben: Geboren in Karlsruhe, für wenige Jahre Professor an der hiesigen Musikhochschule - "Violinlehrer"? - mit "Titelliste" ist wohl das Programm gemeint?).

Die zentrale Rolle der Dwight und Ursula Mamlok-Stiftung, die das Konzert durch eine bedeutende Unterstützung ermöglicht hat, muss hervorgehoben werden. Dem entspricht auch, dass die Werke der jüdischen Komponistin Ursula Mamlok im Programm stark repräsentiert waren - fast die Hälfte der erklungenen Werke stammte aus ihrer Feder. Zusätzlich bekam die Komponistin durch das anfangs verlesene Grußwort der Geschäftsführerin der Stiftung, Bettina Brand (die wegen der augenblicklichen Situation nicht aus Berlin anreisen konnte), ein besonderes Profil.

Kolja Lessing trat in diesem Konzert nicht als Geiger auf, sondern war in allen Kompositionen des Abends als - teilweise fulminanter - Pianist zu erleben. Seine kenntnisreichen und eindrucksvoll vorgetragenen Erläuterungen zu den einzelnen Stücken waren geeignet, die Musik mit gesteigerter Aufgeschlossenheit zu hören.

Endlich setzen die ausgedehnten kritischen Bemerkungen des Rezensenten zur Darbietung der jungen Sängerin Christina Töws deren Leistung unnötig in ein fragwürdiges Licht (zumal der Berichterstatter die problematischen akustischen Verhältnisse des Ortes zu kennen scheint) - ihre Leistung als Geigerin bleibt dagegen völlig unerwähnt.

Sie wurde zwar nicht namentlich im Programm erwähnt, trug aber doch auf ihre Weise zum Gelingen des Abends bei: Glenys Schindler richtete für den Freundeskreis Kulturspeicher e.V. engagierte und würdige Worte der Begrüßung an die Zuhörer, trug das erwähnte Grußwort vor und sorgte so für eine besondere Einstimmung.

Dr. Frohmut Dangel-Hofmann
97234 Reichenberg

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