Prosselsheim

Einigkeit nach mehreren Sitzungen

Die rot gezeichneten Linien skizzierten in etwa den Bereich der Abbiegespur in Prosselsheim von der Staatsstraße aus.
Foto: Rainer Weis | Die rot gezeichneten Linien skizzierten in etwa den Bereich der Abbiegespur in Prosselsheim von der Staatsstraße aus.

In der Sitzung im November reklamierten zwei Gemeinderäte, dass sie erstens nicht umfangreich zur jeweiligen Planänderung informiert worden seien und zweitens, dass die Anhörung der betroffenen Bürger nicht öffentlich abgehandelt wurde. Auch ein Schriftverkehr mit dem staatlichen Bauamt zur Öffnung der Seinsheimstraße mit Anbindung an die Staatsstraße sei so im Gemeinderat nicht besprochen worden.

Den ersten Punkt wies Bürgermeisterin Birgit Börger energisch zurück und zum zweiten Teil machte sie darauf aufmerksam, dass sie die Schreiben der Anlieger und Bürger zum Schutz der Persönlichkeit in den nichtöffentlichen Teil gelegt habe: "Das war so alles korrekt", so Börger.

"Nachdem sich aber der Rat mehrheitlich für die Behandlung der Schreiben im öffentlichen Teil ausgesprochen habe, steht es heute hier im öffentlichen Teil der Sitzung, jedoch ohne Namensnennung zur Beratung an"sagte die Bürgermeisterin weiter. Den Schriftverkehr mit dem staatlichen Bauamt hatte sie, wie in der vergangenen Sitzung dabei, und präsentierte ihn für alle sichtbar per Beamer auf einer Leinwand.

Zur Beratung dieses umfangreichen Punktes hatte Börger den Planer Frank M. Braun von der Planungsschmiede Braun eingeladen, um die Pläne zum Bebauungsplan "Sonnenweg" mit der nötigen fachlichen Kompetenz auszustatten. Außerdem habe der Planer die Änderungswünsche der Räte aus den Vergangenen Sitzungen eingearbeitet.

Insgesamt gingen zwanzig Einwendungen, unter anderem von Anliegern zum neuen Baugebiet ein. Davon waren zwölf fast identisch und konnten so zusammengefasst behandelt werden. Darin ging es um die Zufahrt zum neuen Baugebiet. Sie meinten, dass die Zufahrt von der Staatstraße kommend über die Frühlings- und weiter auf die Karl-Rupp-Straße in das bestehende Baugebiet zu schmal und für den Lkw-Lastverkehr beim Baugebietausbau zu schwach sei. Dem wiedersprach Braun. Die Straße sei nicht zu schmal und nach Einblick in die Straßenausbaupläne auch nicht zu schwach ausgelegt. Dies war auch die Meinung der Räte, die mit Zwölf zu Eins zustimmten.

"Das war so alles korrekt."
Birgit Börger, Bürgermeisterin

Bei den weiteren Einwendungen ging es um Bepflanzung, gewerbliche Nutzung der Wohnungen und Abstandsflächen, die die Planungsschmiede bereits eingearbeitet hatte. So billigte der Rat die Abwägungsvorschläge des Planers, da sie den Vorstellungen des Gemeinderats entsprachen.    

Bei der Gestaltung der Dachfester, das Anbringen von Photovoltaik-Anlagen und dass bei Wohnungen unter fünfzig Quadratmeter ein Stellplatz und über fünfzig Quadratmeter zwei Stellplätze vorzuweisen seien sowie eine fränkische Bauweise bevorzugt werde, wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Streitbar her ging es bei der zusätzlichen Zufahrt von der Staatstraße kommend in die verlängerte Seinsheimstraße in die Baugebiete Kirchgrund und Sonnenweg. Bei diesem Thema zeigte sich nochmals der Unmut über die Haltung der Bürgermeisterin. Denn das Grundstück für die Anbindung liege schon seit 1992 parat, aber nichts habe sich getan.

Gemeinderat Reiner Eberth warf Börger deshalb vor, dass sie nicht genug Druck auf das staatliche Bauamt ausgeübt habe. Bürgermeisterin und Planer versicherten, dass sie alles in ihrer Macht stehende getan hätten. Eine Abzweigspur von der Staatstraße kommend in das Baugebiet Kirchgrund mit Öffnung der bestehenden Lärmschutzwand sei aber nicht gelungen. Sie verwiesen auf Schreiben, die zu diesem Fall vom staatlichen Bauamt eingegangen seien.

Nach langer Diskussion einigte sich der Rat einstimmig darauf, dass im Beschluss und in der Bauakte vermerkt werde, dass die Gemeinde weiterhin an einem separaten Anschluss des Baugebietes Kirchgrund und Sonnenweg mit Abbiegespur auf der Staatsstraße 2260 festhält.

Einige Bauwillige, die die Diskussion des Rats mitverfolgten, atmeten auf und meinten: "Endlich geht es weiter."  

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