Veitshöchheim

Ensemble des Theaters am Hofgarten begeisterte

Temperamentvolles Theater: Die 'Verrückten' der Wohngruppe fesseln Tupper-Verkäuferin Sonja Binde, die Opfer einer Verwechslung wurde.
Foto: Dieter Gürz | Temperamentvolles Theater: Die "Verrückten" der Wohngruppe fesseln Tupper-Verkäuferin Sonja Binde, die Opfer einer Verwechslung wurde.

Turbulent ging es bei der ausverkauften Premiere der Neuinszenierung des Dreiakters "Neurosige Zeiten" von Winnie Abel in den Mainfrankensälen zu. Alle Akteure des zehnköpfigen Ensembles des Theater am Hofgarten erwiesen sich als liebenswert skurrile Typen, die Regisseur Winfried Knötgen aufbot. Dabei war es für den pensionierten Grundschulrektor ein Wagnis, denn mehr als die Hälfte der Laienschauspieler standen erstmals auf der Bühne. Alle überzeugten restlos. "Mir ging das Herz auf, als ich sah, welche Fortschritte die Neulinge machten", sagte der Regisseur, der zum 25. Mal beim Theaterverein Regie führte.

Dem Regisseur war es hervorragend gelungen, die Rollen des Stückes geeignet zu besetzen und deren Charaktere überzeugend herauszuarbeiten. Dieser Meinung war offenbar auch das Publikum, das mit nicht enden wollenden Beifallsstürmen die grandiose Darbietung des Ensembles honorierte. So begeisterte sich die Besucherin Gabriele Quast: "Ihr seid der Hammer! Tolles Stück, super gespielt. Danke für den Abend."

Ihre tragende Rolle als sexsüchtige Agnes Adolon ist Birgit Wolf-Kroll wie auf den Leib geschnitten, dabei mehrmals ihre Kostümierung wechselnd, ebenso wie Claudia Schädel, die bei ihrer Theaterpremiere die vornehme Hotelbesitzerin Cécilie Adolon verkörperte. Schon einige Jahre wie Wolf-Kroll beim Ensemble, hielt Manuel Seemann seine für ihn ganz untypische Rolle als Ordnungsfanatiker der offenen Psychiatrie-Wohngruppe voll durch.

Marina Bertignoll schwankte als Künstlerin zwischen Depressionen und ansteckender Euphorie. Der Jüngste im Ensemble, Luca Schenk, beherrschte auf Anhieb seine Doppelrolle als menschenscheuer soziophober Willi und als forscher Fotoreporter Freddi. Kerstin Angermeier mimte ganz toll die Rolle einer Stalkerin des von Peter Eißner gespielten Schlagerstars Hardy. Ganz übel mit spielten die "Verrückten" der Wohngruppe der temperamentvoll agierenden Sonja Binde als Tupper-Verkäuferin als Opfer einer Verwechslung.

Selina Weisenseel gefiel durch ihre positive Ausstrahlung als esoterisch angehauchte Beschäftigungstherapeutin.  Ganz streng musste dagegen Sabine Werner als Anstalts-Psychiaterin agieren.  Cécilie Adolon gelingt es am Ende, ihre Tochter wieder aus der Klapse zu holen und der Wohngruppe ihre Finca auf Mallorca anzubieten, sodass alle sogleich ausgelassen zum Sommerhit "Despacito" tanzten.

Für die weiteren Vorstellungen Samstag, 10. Novenmber, 19 Uhr und Sonntag 11. November, 14 und 18 Uhr gibt es noch einige Restkarten. Auskunft: Bernd Schäfer Tel.: 0931-94993.

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