Hausen

Entscheidung zu Radweg erneut vertagt

Ein Fahrradweg entlang der Kreisstraße 55 nach Fährbrück ist ein "Ur-Wunsch" der Hausener. Die Strecke ist mit gut 1000 Metern zwar kurz, aber kurvig und mit einer Kuppe in der Mitte.
Foto: Irene Konrad | Ein Fahrradweg entlang der Kreisstraße 55 nach Fährbrück ist ein "Ur-Wunsch" der Hausener. Die Strecke ist mit gut 1000 Metern zwar kurz, aber kurvig und mit einer Kuppe in der Mitte.

Der Antrag des CSU-Ortsvereins Hausen vom September 2020 auf den Bau eines Fahrradweges entlang der Kreisstraße Wü 55 von Hausen zum Weiler Fährbrück mit seiner Wallfahrtskirche, dem Augustinerkloster und einem Biergarten stand bereits zum dritten Mal auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Erneut wurde die Entscheidung vertagt.

Schon im März und April hatten die Ratsmitglieder darüber diskutiert. Es gibt zwei alternative Strecken. Aber diese direkte Verbindung ist mit ihren gut 1000 Metern die kürzeste. Es gibt auch Förderungen, aber sie betreffen aktuell vor allem die Beschilderung von Fahrradwegen.

Der CSU-Ortsverband rechnet mit reinen Baukosten von 360.000 Euro. Bei erwarteten Fördergeldern von 75 Prozent eines bis Ende 2023 laufenden Sonderprogramms würden rund 90.000 Euro Baukosten für den Weg bei der Gemeinde verbleiben. Aber der Zeitplan sei straff. Außerdem sind erforderliche Grundstückskäufe bei den Kosten noch gar nicht eingerechnet.

Der Ausbau eines 650 Meter langen steileren Schotterweges beim Eichelberg wird leider nicht gefördert. Diese offene Frage zum Bau eines Rad- und Wirtschaftsweges über den Berg hinter dem Aussiedlerhof in Fährbrück konnte seit der letzten Sitzung geklärt werden. "Falls wir diesen Schotterweg auf eigene Kosten asphaltieren, würde das mit 250 000 Euro zu Buche schlagen", schüttelte Bürgermeister Schraud missbilligend den Kopf.

Der dritte Bürgermeister Bernd Rumpel wies daraufhin auf mögliche Fördergelder über die Leader-Aktionsgruppe "Wein, Wald, Wasser e.V." hin. Im Juli würde ein Lenkungsausschuss wieder über die Förderungen verschiedener Projekte entscheiden. Bei seinen Erkundigungen habe er positive Signale zum Vorhaben gehört. Somit sollte die Gemeinde einen Antrag auf Förderung des Radweges stellen.

Gemeinderat Werner Mohr unterstrich diesen Antrag ebenfalls. Aber wie all seine Ratskollegen konnte er nachvollziehen, dass es angesichts der Haushaltslage und "mehrerer angestoßener Projekte im Dorf derzeit schwierig ist, ein weiteres Fass aufzumachen". Grundstückseigentümer rechts und links der Strecke wurden noch nicht konkret gefragt, wie sie zu dem Vorhaben stehen.

Intensives Gespräch mit Landrat Eberth geführt

Antragsteller Mathias Fiedler wies erneut auf die "für Fußgänger und Radfahrer gefährliche Strecke, die Kurven und eine Anhöhe" hin. Der CSU-Ortsvorsitzende habe "ein intensives Gespräch mit Landrat Thomas Eberth geführt". Vielleicht könne der Fahrradweg in einen geplanten Rundweg durch Mainfranken einbezogen werden. Außerdem sei 2022 sowieso ein Ausbau des maßgeblichen Straßenabschnittes der Kreisstraße Wü 55 durch den Landkreis geplant.

Trotz dieses "neuen Kenntnisstandes" meldete sich der stellvertretenden Bürgermeister Bruno Strobel zu Wort. Der Gemeinderat müsse eine Entscheidung darüber treffen "wie ernst es uns bei diesem Vorhaben ist". "Wollen wir den Fahrradweg trotz unserer Finanzlage angehen oder nicht?", fragte er. Falls ja, müssten Anträge gestellt, Grundstückseigentümer befragt und Fachplaner beauftragt werden.

Antragsteller Fiedler sprach von vielen positiven Rückmeldungen, die die CSU-Mitglieder mittlerweile aus der Bevölkerung erhalten habe. Der Fahrradweg nach Fährbrück sei "ein Ur-Wunsch der Hausener", sei ihm dabei klar geworden. Er sollte seiner Meinung nach "zumindest auf weite Sicht konkret angegangen werden".

Mit einer generellen Ablehnung würde "ein falsches Signal gesetzt", stellte Gemeinderat Mohr den Antrag auf erneute Vertagung. Eine Entscheidung des Ratsgremiums könne erst nach einem Gespräch zwischen Bürgermeister Schraud und Landrat Eberth im Hinblick auf den geplanten Ausbau der Kreisstraße getroffen werden.

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