KLEINOCHSENFURT

Erste Ortega-Trauben für den Federweißen gelesen

Der Blick von den Weinbergen auf die Maria-Schnee-Kirche in Kleinochsenfurt ist herrlich. Doch die Mitglieder der Familie Ullrich hatten am Montagmorgen keine Zeit, sich daran zu erfreuen.
Erntezeit: Reiner Ullrich bevorzugt die klassische Messung mit der Oechsle-Waage. So kann er genau sagen, dass der Ortega heuer 90 Oechsle-Grad hat, was fast für eine Spätlese geeignet ist. Und so kann man sich auf den Federweißen, der ab Freitag angeboten wird, freuen.
Foto: USCHI MERTEN | Erntezeit: Reiner Ullrich bevorzugt die klassische Messung mit der Oechsle-Waage. So kann er genau sagen, dass der Ortega heuer 90 Oechsle-Grad hat, was fast für eine Spätlese geeignet ist.

Das Weingut liegt direkt in den Kleinochsenfurter Weinbergen und alle Familienmitglieder waren auf den Beinen, um bei der Weinlese mitzuhelfen.

Alle halfen zusammen, um die Träubel abzuschneiden. Winzer Reiner Ullrich hatte schon alles vorbereitet, der kleine Weinbergstraktor stand bereit, damit die gefüllten Eimer geleert werden konnten.

Jetzt beginnt für die Familie eine arbeitsintensive Zeit, denn jede Woche wird gelesen, um Federweißen fürs Wochenende zu erzeugen. Eigentlich wollte Reiner Ullrich, der das Weingut 2001 von seinem Vater übernommen hat, mit der Lese noch eine Woche warten.

Da er jedoch heuer extrem mit Wespenfraß zu kämpfen hat, hat er sich entschlossen, doch früher zu beginnen. Die Lese gestaltet sich dieses Jahr besonders schwierig, da die Trauben unterschiedliche Reifegrade aufweisen.

Manche sind so reif, dass sie bereits von den Wespen aufgefressen werden, während andere Träubel am Weinstock noch fast grün sind.

Reiner Ullrich ist inzwischen der einzige Winzer in Kleinochsenfurt, der die Ortega-Traube angebaut hat. Frank Grünewald, der bisher ebenfalls einen Weinberg mit Ortega-Reben hatte, musste die Weinstöcke heuer entfernen, da sie zu stark erfroren waren.

Jetzt hat er eine Neuzüchtung gepflanzt, die sich Solaris nennt. Diese weißen Trauben zeichnen sich dadurch aus, dass sie früher reif und widerstandsfähig gegen Pilze sind. Grünewald hofft, dass er vielleicht in zwei Jahren die ersten Trauben ernten kann.

Da Reiner Ullrich die Ortega-Reben erst 2005 neu angepflanzt hat, wird es noch einige Jahre Federweißen von diesen Trauben geben. Nach dem Ortega folgt dann der Bacchus. Federweißen wird es jedoch nur am Wochenende geben, da die Ernte insgesamt nicht so viel Ertrag verspricht.

Doch Ullrich weiß, dass seine Stammkunden auf den Federweißen warten, so dass er sie nicht enttäuschen möchte. Weiter geht es mit dem Müller-Thurgau und dem Silvaner. Vom Kerner wird er heuer keinen Federweißen machen, da diese Ernte zu gering ist.

Alle Weine des Weingutes stammen vom Kleinochsenfurter Herrenberg. Auch Rotwein ist dabei, so der Dornfelder und vor zwei Jahren wurde ein Weinberg wieder neu angelegt und die Traube Regent gepflanzt.

Wie Hermann Schmitt, Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes erklärt, wird es heuer tatsächlich weniger Federweißen geben. Die Trauben, die geerntet werden, sind für den Weinausbau vorgesehen.

Er führt weiter aus, dass die Rebsorte Ortega in Franken keine große Rolle mehr spiele, da die Anbauflächen gering sind. Heuer werde sicherlich mehr Federrotling im Angebot sein.

Schwieriges Weinjahr: Viel erfroren, unterschiedliche Reifegrade der Trauben und jetzt auch noch extremer Wespenfraß.
Foto: USCHI MERTEN | Schwieriges Weinjahr: Viel erfroren, unterschiedliche Reifegrade der Trauben und jetzt auch noch extremer Wespenfraß.
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