Würzburg

Feldhamster: BN reicht Beschwerde bei EU ein

Ein Feldhamster erkundet aus einem Erdloch auf einer Ackerfläche heraus seine nähere Umgebung. 
Ein Feldhamster erkundet aus einem Erdloch auf einer Ackerfläche heraus seine nähere Umgebung.  Foto: Uwe Anspach/dpa

Der Feldhamster ist in Deutschland und Bayern akut vom Aussterben bedroht. Seine Bestände gehen nach wie vor stark zurück, obwohl europäische Artenschutzbestimmungen den Feldhamster schützen und Maßnahmen zur Verbesserung fordern, so eine Pressemitteilung des Bund Naturschutz. "Auch in Bayern sind sowohl die Vorkommen als auch das von Feldhamstern besiedelte Gebiet in den letzten Jahrzehnten ständig kleiner geworden, die bisherigen Schutzmaßnahmen waren freiwillig und zu wenig wirksam", begründet Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern. Daher habe sich der BUND jetzt an die Europäische Kommission gewandt, um wirksame Maßnahmen in der Landwirtschaft und gegen den Flächenverbrauch zu erreichen. 

Der Feldhamster ist europaweit eine streng geschützte Art. Er habe in Bayern sein letztes Rückzugsgebiet in der Region zwischen Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen, heißt es in der Mitteilung weiter. Doch auch hier gingen die Zahlen rapide zurück. Das Feldhamsterschutzkonzept der interkommunalen Allianz Würzburger Norden und der Stadt Würzburg 2018 stelle fest: "Auch in Bayern ist das von Feldhamstern besiedelte Gebiet in den letzten Jahrzehnten beständig kleiner geworden. ... Diese negativen Tendenzen treffen besonders für den südlichen Teil des unterfränkischen Hamstergebietes, also den südlichen Landkreis Würzburg sowie Teilgebiete am West- und Ostrand des Vorkommens zu."

Diesen dramatischen Abwärtstrend bestätigen auch aktuelle Untersuchungen, so der Bund Naturschutz. So hätten sich die Feldhamsterbestände zwischen 2017 und 2019 im gesamten bayerischen Untersuchungsgebiet mehr als halbiert."Als Hauptgefährdungsfaktor wirkt die intensive landwirtschaftliche Nutzung. Hinzu kommen die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und die starke Zunahme der Siedlungsflächen durch Bebauung von Lebensräumen", stellt Armin Amrehn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg fest. Es fehle eine angepasste gute landwirtschaftliche Praxis, die dem Feldhamster ein Überleben sicher, ergänzt Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN Würzburg. Ziel der Beschwerde an die EU-Kommission ist daher, dass der Freistaat Bayern ein an ökologischen Erkenntnissen orientiertes wirksames Schutzsystem für den Feldhamster etabliert. 

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