Würzburg

20 Jahre Festkultur für Kulturfeste

20 Jahre ARGE Festkultur: Antje Molz hat mit ihrem Unternehmen der Stadt  Würzburg kulturelle Impulse gegeben, unter anderem das Stramu-Festival.
Foto: Johannes Kiefer | 20 Jahre ARGE Festkultur: Antje Molz hat mit ihrem Unternehmen der Stadt  Würzburg kulturelle Impulse gegeben, unter anderem das Stramu-Festival.

Auch Leute von außerhalb können der Kultur in einer Stadt Impulse geben. Mit diesem Satz charakterisiert Antje Molz ihr Unternehmen Team Festkultur, dessen 20-Jähriges sie dieses Jahr feiert. Und Impulse gab sie. Der bekannteste ist das Würzburger Straßenmusikfestival Stramu, das sie 2004 erstmals veranstaltete – und zwar gleich in großem Rahmen.

Von außerhalb kam Antje Molz 1999, nämlich von Augsburg, wo sie Musikwissenschaft und -pädagogik studiert hatte. Von dort brachte die geborene Münchnerin (1969) Ideen wie das jährliche Straßenkunst-Spektakel La Strada, das jeden Juli in der ganzen Augsburger Innenstadt brodelt, vor allem aber das X-Large.

Mit solchen Events im Hinterkopf gründete sie 2001 gemeinsam die – ursprünglich so genannte – ARGE Festkultur zunächst einmal nicht als Festival-Träger, sondern als Veranstaltungsservice, der für jeden Anlass die individuelle Infrastruktur durchdenkt und schafft – letzteres durch ein breites Netzwerk von Zulieferern. Kleine Firmen und Freiberufler bilden dieses Team Festkultur seit den Anfängen 2001, als die Firma noch vor allem private Feiern ausrichtete.

Kulturmedaille der Stadt verliehen

Im Lauf der Jahre – 2004 kam die Umfirmierung von ARGE in Team Festkultur und der Umzug der Familie Molz von Würzburg nach Höchberg – verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf öffentliche Auftraggeber, wie Antje Molz die Trägerschaft des Stramu ja auch an die Stadt Würzburg abgab. Und die Koordination dieses Septemberfests an ihren Teampartner Mike Sopp, der auch das Landesgarten-Programm zum Frühling International am 1. Mai aufstellt. Dessen Projektleitung hat Antje Molz seit zehn Jahren inne – auch hier also wieder eine Kooperation der Festkultur mit der Stadt. Für die Impulse, die die Zugezogene in Würzburg setzte, bedankte sich die Kommune im vergangenen Jahr, indem sie Antje Molz die Kulturmedaille verlieh.

Einer dieser Impulse geht über das Ausrichten von kulturellen Festen weit hinaus. Molz sieht ihr Tun nicht allein darin, neue Veranstaltungsformate zu entwickeln, sondern in einer „neuen Herangehensweise: Wir können es uns nicht mehr leisten, dass derjenige entscheidet, der am längeren Hebel sitzt.“ Vielmehr sei es wichtig, „Experten zusammenzuschweißen, die sich auf Augenhöhe begegnen und ihre Ressourcen bündeln“. Dazu müssten die Verantwortlichen „wissen, wie es in der Kreativwirtschaft an der Basis läuft“.

Eben dort, an der Basis, engagiert sich die Unternehmerin im Vorstand des Dachverbands Freier Würzburger Kulturträger. Ursprünglich sei diese Gruppe 1990 wohl „aus Opposition gegen die Kulturpolitik der Stadt entstanden“, habe es aber auch schon vor ihrem Beitritt verstanden, das Klima in Würzburg zu verändern und durch die lange Zusammenarbeit Vertrauen geschaffen.

Gastexpertin für ein Stramu in Essen

Das Netzwerk von Privat-Kreativwirtschaft wie Team Festkultur, kulturpolitischem Engagement und öffentlichen Aufträgen erstreckt sich mittlerweile über das fränkisch Lokale hinaus. So holte die Stadt Essen die Unternehmerin vor einem guten Jahr als Gastexpertin, als an der Ruhr der Wunsch nach einem eigenen Straßenmusikfestival aufkam. Zwar sitzen in Essen durchaus einheimische Kräfte, seit dort 2010 für das ganze Ruhrgebiet die Kampagne Europäische Kulturhauptstadt ausgerichtet wurde. Aber die Erfahrungen von einer auswärtigen Basis zur Innenstadtbelebung fehlten eben doch. Antje Molz erinnert sich: „Den Kollegen in Essen ging manches Mal die Kinnlade runter, als sie hörten, an welche Details man bei solch einem Event denken muss.“

Im September hätte das Essener Stramu steigen sollen. Corona machte einen Strich durch die Pläne. Was aber für die Zukunft nur heißt: Auf das Team Festkultur warten auch im dritten Jahrzehnt große Aufgaben.

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