WÜRZBURG

Festliches Ja-Wort im Wenzelsaal

Ringetausch: Lena Maria Schwarz und Daniel Markic haben vor einer Woche im Wenzelsaal im Turm des Rathausesgeheiratet. Die Stadt bietet den Saal als alternativen Trausaal an.DANIEL PETER
Foto: Foto: | Ringetausch: Lena Maria Schwarz und Daniel Markic haben vor einer Woche im Wenzelsaal im Turm des Rathausesgeheiratet. Die Stadt bietet den Saal als alternativen Trausaal an.DANIEL PETER

Am vergangenen Samstag, da gaben sich im historischen Wenzelsaal des Grafeneckart Lena Maria Schwarz und Daniel Markic das Ja-Wort. Es war die erste standesamtliche Trauung in diesem Jahr im prägnanten Turm des Würzburger Rathauses. Und es werden im Laufe des Jahres wohl wieder viele weitere Ja-Worte im Wenzelsaal dazu kommen: Mehr als 50 standesamtliche Heiraten an prominenter Stelle hatte es 2014 gegeben.

Der Saal liegt im ältesten Teil des Rathauses und hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert. Die Atmosphäre mag zwar etwas duster sein – doch mit entsprechendem Schmuck und mit Beleuchtung aber auch feierlich und festlich. Die romanische Architektur ist original, die Fragmente uralter Malereien sind keine Nachbildungen. Durchaus ein Raum, um mit ein wenig Ehrfurcht „Ja“ zu sagen. Über Jahrhunderte hatte hier der Rat der Stadt getagt und wichtige Entscheidungen getroffen. Sogar mit dem berühmten Tilman Riemenschneider als Bürgermeister.

Besonderer Ort für Eheschluss

Genau richtig für uns, dachten sich Lena Maria Schwarz und Daniel Markic, das Brautpaar der vergangenen Woche. Sie hatten sich für Würzburg und den Wenzelsaal entschieden, „weil es uns hier gefällt“. Dabei wohnen sie in München Oberschleißheim. Beide sind bei der Polizei, beide katholisch, doch sie wollten keine kirchliche Trauung. Aber wenn es schon keine Kirche sein sollte, dann wollte das Paar wenigstens einen besonderen Ort für den Eheschluss.

Die Braut stammt aus Aschaffenburg, der Bräutigam kommt aus Augsburg. Ganz zufällig aber kam das Brautpaar natürlich nicht nach Würzburg. Lena Maria Schwarz kennt Würzburg, „weil meine Oma schon da war“. Und hier, bei der Bundespolizei, absolvierte sie ihre Ausbildung. Das „i-Tüpfelchen“ sollte die Hochzeitsnacht auf der Steinburg sein, wo dem frisch getrauten Paar die ganze Stadt zu Füßen lag.

Das Angebot im Wenzelsaal zu heiraten bietet die Stadt seit eineinhalb Jahren. Hier findet eine Hochzeitsgesellschaft mit bis zu 90 Personen Platz, und im einmaligen romanischen Rahmen ist auch ein Stehempfang mit Imbiss und Getränken möglich.

Wunsch nach Romantik

Die Stadt hat damit auf den Bedarf reagiert. Das Brautpaar aus München sei typisch für eine Entwicklung, sagt Gabriele Schwalb, die Leiterin des Standesamtes in Würzburg. Der schlichte Trausaal im Rathaus sei vielen doch nicht genug. Ein wenig Romantik wäre schön, da war der Wenzelsaal die geeignete Alternative. Zumal die Hochzeitsgesellschaften beim Sekt nach dem Ja-Wort im offiziellen Trausaal mit dem Treppenhaus des Rathauses vorlieb nehmen müssen – und dann oft im Trubel zwischen Rathausbesuchern und Mitarbeitern stehen, die neugierig gucken, aber anderes im Sinn haben.

Geheiratet wird übrigens wieder mehr. Schwalb berichtet von über 600 Trauungen und 18 eingetragenen Lebenspartnerschaften im vergangenen Jahr. So haben Standesamt und Bürgerbüro zusammen mit dem Fachbereich Congress-Tourismus-Wirtschaft eine 24-seitige Broschüre „Heiraten in Würzburg“ herausgebracht. Sie soll nicht nur informieren, was bürokratisch bei einer Hochzeitsvorbereitung zu tun ist und wohin man sich wendet. Vor allem Auswärtigen sollen damit die touristischen Attraktionen schmackhaft gemacht werden, die bei einem Hochzeitswochenende in Würzburg reizvoll sind: Gästeführungen, Rundgänge, Gastronomie.

Die Angebote sollen keine Konkurrenz zu kirchlichen Heiraten sein, sondern ein alternatives Angebot im gesellschaftlichen Wandel. Deshalb nehmen zwei Seiten der Broschüre das Thema „Kirchlich heiraten“ ein. Da wird unter dem Motto „Gott hält Verbindung“ unaufdringlich der Sinn einer kirchlichen Trauung erläutert.

Heiraten in Würzburg: Die Broschüre ist im Standesamt, im Bürgerbüro, im Würtzburg-Palais neben dem CCW und in einschlägigen Geschäften aufgelegt. Wer mag, findet das Heft auch online: www.wuerzburg.de/standesamt

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