Waldbüttelbrunn

Flächen sparen und Ortskerne beleben

Knapp 100 interessierte Bürger lauschten dem Vortrag von Bertram Wegner zum Thema Baulandaktivierung.
Foto: Jonas Hauck (Gemeindeverwaltung Waldbüttelbrunn) | Knapp 100 interessierte Bürger lauschten dem Vortrag von Bertram Wegner zum Thema Baulandaktivierung.

Die Gemeinde Waldbüttelbrunn erarbeitet zusammen mit Nachbarkommunen der Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen eine Strategie zur Baulandaktivierung, um Innenentwicklungspotenziale in der bereits bebauten Ortslage aufzuspüren, Nutzungsmöglichkeiten für diese Flächen zu finden und dabei aber auch die Erhaltung und Entwicklung der Grünflächen im Ort zu beachten. Gut 100 Interessierte sind der Einladung der Gemeinde Waldbüttelbrunn zur Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Baulandaktivierung in die Alte Kirche gefolgt, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Gerade die im „Speckgürtel“ der Stadt Würzburg liegenden Gemeinden erfahren eine hohe Nachfrage nach Wohnraum, erklärte Bertram Wegner vom Büro Wegner Stadtplanung aus Veitshöchheim. Es gibt jedoch wenig verfügbare Bauplätze und Wohnungen, obwohl genug Potenzial vorhanden ist. In Waldbüttelbrunn mit den Ortsteilen Roßbrunn und Mädelhofen wurden 270 Potenzialflächen für Wohnen ermittelt, wobei alleine 186 Baulücken über zwei Drittel hiervon ausmachen.

Eigentümer wollen oftmals nicht verkaufen

Gemeinden sollen zudem entsprechend den Vorgaben des Landesentwicklungsprogrammes und anderer gesetzlicher Regelungen genau diese Potenzialflächen aktivieren. In der Praxis gelingt dies jedoch aufgrund mangelnder Verkaufsbereitschaft der Grundstückseigentümer oft nicht. Meistens bleibt den Kommunen keine andere Möglichkeit, als neue Baugebiete auszuweisen, um den Bürgern Möglichkeiten zu bieten. Auch in Waldbüttelbrunn und den Ortsteilen Roßbrunn und Mädelhofen hat sich die Siedlungsfläche weit ausgedehnt. Auch die Einwohnerzahl hat sich erhöht, sagte Wegner.

Es ist jedoch festzustellen, dass pro Hektar Siedlungsfläche bis zu knapp 50 Prozent weniger Menschen wohnen. Auf Dauer wirkt sich die Ausweisung von neuen Baugebieten negativ auf den Flächenverbrauch und die Belebtheit der Ortskerne aus. Alleine in Bayern werden täglich zirka 12 Hektar Landschaft überbaut. Flächen, die für Tiere und Pflanzen, Klima, Landwirtschaft aber auch für die Erholung der Einwohner von maßgeblicher Bedeutung sind. Kaum ein anderes politisches Thema ist deshalb laut Wegner aktuell so medienpräsent wie das Thema „Flächenverbrauch verringern“.

Viele Möglichkeiten zur Innenentwicklung

Der sparsame Umgang mit der Landschaft und die Konzentration zukünftiger Baumaßnahmen auf den bereits bebauten Ort bringen dabei Vorteile für den Naturhaushalt, aber auch für die Bürger. So sind beispielsweise Wege zu Kindergarten, medizinischer Versorgung, Gastronomie und Einzelhandel kürzer, schneller und mit dem Fahrrad oder zu Fuß umweltfreundlicher zurückzulegen. Der Ortskern wird belebt und die Gemeinschaft durch eine ausgewogene Altersstruktur im Quartier gestärkt. Möglichkeiten zur Innenentwicklung gibt es viele: Bebauung von Baulücken, Nutzung von untergenutzten Grundstücken (wenn beispielsweise ein Baugrundstück nur mit einer Garage bebaut ist oder als Garten genutzt wird), Wiedernutzung von Leerständen durch Sanierung, Umbau von Scheunen zu Wohnhäusern oder durch Nachverdichtung. 

Nach dem Projektauftakt im April, der Erstellung des Potenzialflächenkatasters im Frühsommer und der nun erfolgten Informationsveranstaltung sollen nun Fragebögen zu Ermittlung Bewertung der Potenzialflächen an die Eigentümer versendet werden. Der Eigentümer verpflichtet sich nicht zu einer Umsetzung. 

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