Würzburg

Flashmob an Autobahnen: Bauern gehen am Mittwoch auf die Straße

Neben Autobahnauffahrten und Kreuzungen wollen die Landwirte mit Traktoren auf ihre Probleme aufmerksam machen. Was die unterfränkischen Bauern zu der Aktion bewegt.
Bauern aus Unterfranken wollen am Mittwoch einen Flashmob veranstalten.
Foto: Soeren Stache (Symbolbild) | Bauern aus Unterfranken wollen am Mittwoch einen Flashmob veranstalten.

Einen Flashmob mit ihren Traktoren wollen Landwirte aus Unterfranken am Mittwoch veranstalten. Von 16.30 bis 17 Uhr werden sie auf Parkplätzen neben Autobahnauffahrten, Kreuzungen und anderen gut einsehbaren Orten ihre Schlepper abstellen und die Rundumleuchten einschalten. Den Verkehr wollen die Bauern dabei nicht blockieren, mit langsam fahrenden Traktoren sei hingegen zu rechnen. 

Der Entwurf einer neuen Düngeverordnung stößt bei den Landwirten auf Ablehnung.  "Das ist ein Schlag ins Gesicht. Aber nicht mit der flachen Hand, sondern mit der Faust", ordnet Claus Hochrein aus dem bayerischen Organistationsteam der Initiative "Land schafft Verbindung" ein. Die Einwände und Anliegen der Bauern seien trotz der Demonstrationen nicht in dem Entwurf des Landwirtschaftsministeriums berücksichtigt worden. "Die Politiker wollte die Situation aussitzen", so Hochrein. Mit dem Flashmob wollen die Landwirte die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit weiter hochhalten.

Deutschlandweit Aktionen zu erwarten

Laut Dirk Andresen, Landwirt aus Schleswig Holstein und Sprecher der Initiative auf Bundesebene, sollen deutschlandweit Flashmobs stattfinden. Die Aktionen sollen auch Solidarität mit niederländischen Landwirte bekunden. Diese demonstrieren am selben Tag ebenfalls für eine bessere Agrarpolitik. Am Montag rief Andresen die Bauern zu dem Flashmob auf, was auch die Organisatoren aus Unterfranken vor Herausforderungen stellt.

"Wir haben inzwischen Erfahrung damit, zentrale Demos zu veranstalten", sagt Claus Hochrein aus Eisenheim (Lkr. Würzburg). "Aber einen dezentralen Flashmob können wir auch nicht innerhalb von einem halben Tag auf die Beine stellen", so der Landwirt. Man habe sich daher dagegen entschieden, offiziell zu der Aktion aufzurufen und setzte auf das private Engagement der Bauern. "Seid kreativ. Werdet nicht straffällig", lautet die Empfehlung der bayerischen Organisatoren von "Land schafft Verbindung". Wo genau sich Bauern mit ihren Traktoren treffen werden, ist Hochrein zufolge noch nicht bekannt. Viele Landwirte würden das erst am Vormittag vor dem Flashmob entscheiden. 

Am Dienstagnachmittag war der Polizeiinspektion Unterfranken nicht bekannt, wo es zu Flashmobs kommt und wie viele Teilnehmer zu erwarten sind. "Die Flashmobs sind als Versammlung zu bewerten, da sie im öffentlichen Raum unter freiem Himmel stattfinden und zur öffentlichen Meinungsbildung veranstaltet werden", erklärt ein Polizeisprecher. Daher müssten die Aktionen bei Städten und Landratsämtern angemeldet werden.

Bereits am Mittwochmorgen um 10 Uhr laden Unterfränkische Landtagsabgeordnete die Landwirte zu einem "Fachgespräch Landwirtschaft" ein. Fest zugesagt haben Manfred Ländler (CSU), Martin Schöffel (CSU Bayreuth und stellvertretender Vorsitzender im Agrar-Ausschuss), sowie Staatssekretär Gerhard Eck (CSU). Weitere Politiker hätten ihr Kommen zugesagt. Die Veranstalter von "Land schafft Verbindung" Unterfranken rechnen mit bis zu 500 Landwirten, die in die Willi-Sauer-Halle nach Bergtheim (Lkr. Würzburg) kommen. Einige sicherlich mit dem Schlepper.   

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