Würzburg

Forderung: Mit kostenlosem ÖPNV zur Klimademo in Würzburg

Eine Großdemo für den Klimaschutz plant Fridays for Future am 20. September. Wenn es nach einer Partei geht, dann soll der Nahverkehr an diesem Tag nichts kosten.
Wie hier im Juli soll auch am 20. September bei einer Großdemo in Würzburg für den Klimaschutz demonstriert werden.
Foto: Daniel Peter | Wie hier im Juli soll auch am 20. September bei einer Großdemo in Würzburg für den Klimaschutz demonstriert werden.

Zum "größten globalen Klimastreik aller Zeiten" ruft die Bewegung Fridays for Future für den 20. September auf. Die Aktivisten rufen diesmal auch andere Organisationen, Parteien, Verbände und Institutionen zur Beteiligung an den für diesen Tag weltweit geplanten Demonstrationen auf. Hintergrund sind eine Tagung des Klimakabinetts der Bundesregierung am selben Tag sowie die Vorbereitung eines UN-Gipfels in New York.

Linke hält kostenlosen Nahverkehr am 20. September für "Pflicht"

Auch in Würzburg wird am 20. September demonstriert. Geht es nach der Partei Die Linke und ihrem Stadtrat und OB-Kandidaten Sebastian Roth, dann fahren an diesem Tag Busse und Straßenbahnen kostenlos. Eine entsprechende Forderung richtet die Partei jetzt an die Stadt Würzburg. "Der Klimawandel schreitet voran und es wird Zeit, das Thema endlich anzugehen. Die Stadt Würzburg muss handeln. Vor allem aber muss sie diejenigen unterstützen, die sich gegen den Klimawandel einsetzen", heißt es in einer Presseerklärung. Kostenloser Nahverkehr zur Demo am 20. September sei deshalb "Pflicht".

Schüler und Jugendliche "sollten unterstützt werden und nicht ihr möglicherweise letztes Taschengeld ausgeben müssen, um sich beteiligen zu können", wird OB-Kandidat Roth in der Presseerklärung zitiert. Die Forderung seiner Partei soll "auch denen die Möglichkeit der Teilnahme und Partizipation bieten, die ansonsten Schwierigkeiten hätten, sich zu beteiligen". 

Einen formalen Antrag an den Würzburger Stadtrat für einen kostenlosen ÖPNV gibt es allerdings nicht. Zumindest für den Gesamtstadtrat kommt das Ansinnen auch zu spät, die nächste Sitzung ist erst wieder am 26. September. Deshalb richte sich die Forderung auch direkt an OB Christian Schuchardt, so Roth gegenüber dieser Redaktion. 

Schuchardt: Forderung kommt zu spät für den Stadtrat

"Den Vorstoß von Sebastian Roth finde ich nachvollziehbar, aber zu kurz gedacht: Erstens kann das zum derzeitigen Zeitpunkt gar nicht beschlossen werden, weil vor der Demonstration keine Stadtratssitzung stattfindet – und dort liegt die Entscheidungskompetenz. Das müsste Sebastian Roth als Stadtratsmitglied eigentlich wissen", so OB Schuchardt auf Nachfrage der Redaktion. Schuchardt hält es außerdem "im Sinne der Gleichberechtigung aller Bürger" für nicht nachvollziehbar, warum der ÖPNV "nur für diese Personengruppe und nur für diesen Zweck" umsonst sein soll: "Das wäre eine Benachteiligung aller anderen. Richtiger ist doch, die ÖPNV-Tarife allgemein zu vergünstigen, um mehr Menschen zur Nutzung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs zu bewegen."

Schuchardt geht in seiner Reaktion auch auf die kürzlich erhöhten ÖPNV-Tarife ein. Diese sehe er nur als "Übergangslösung", um anstehende Investitionen (u.a. für neue Straba-Züge und Busse) zu finanzieren. Perspektivisch gehe es darum, "durch Tarifabsenkungen zusätzliche Nutzer zu gewinnen, die die Verluste kompensieren oder sogar überkompensieren". Damit wiederum könnte ein weiterer ÖPNV-Ausbau möglich werden. 

Kostenloser ÖPNV war in Würzburg schon mehrfach ein Thema. So konnte im vergangenen Jahr zum Stadtfest die Straßenbahn kostenlos genutzt werden, ebenfalls an den zwei letzten Adventssamstagen. Sebastian Roth hatte zuletzt im April dieses Jahres weitere kostenfreie Straba-Tage gefordert, so zum Umsonst&Draußen-Festival sowie wiederum zum Stadtfest und an den Adventssamstagen. Der Planungs-, Mobilitäts- und Umweltausschuss hatte den entsprechenden Antrag jedoch abgelehnt

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