KUMBU:

Frag-würdig: „Investoren für die Entwicklung“

Zu Gast aus Kinshasa: Prof. Dr. Jean-Michel Kumbu.
Foto: Jungbauer | Zu Gast aus Kinshasa: Prof. Dr. Jean-Michel Kumbu.

Würzburg Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg baut ihre Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent weiter aus. In dieser Woche sind mehrere Wissenschaftler aus Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, zu Gast am Main. In Workshops mit Würzburger Kollegen wollen sie Grundlagen für einen wirtschaftlichen Aufschwung im Kongo erarbeiten.

Sie tagen im Rahmen eines gemeinsamen Projektes, das vom Bundesforschungsministerium finanziert wird und an dem von der Würzburger Uni Juristen, Wirtschaftswissenschaftler, Politologen und Geografen beteiligt sind. Eine Art Leitfaden, eine fundierte Hilfestellung für Investoren soll dabei entstehen. Ausländische Unternehmen kennen die Rahmenbedingungen in dem zentralafrikanischen Land kaum, weiß auch die Juristin Dr. Karin Linhart, die für die Uni das Projekt federführend betreut.

Die Kontakte nach Kinshasa über viele Jahre aufgebaut und als Motor vorangetrieben hat der Würzburger Chemie-Professor Dr. Gerhard Bringmann. Er will mit Würzburger Unterstützung der Uni Kinshasa zu früherem Glanz zu verhelfen. Sie galt nach ihrer Gründung in den 50er Jahren als eine der besten Afrikas. Mittlerweile laufen verschiedene Partnerschaften mit Würzburg – unter anderem wurden bereits 24 Exzellenzstipendien für kongolesische Studenten vergeben, außerdem persönliche Patenschaften begründet.

Der Förderverein für die Uni Kinshasa ist auf über 140 Mitglieder angewachsen. Als jüngstes stieß bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag Würzburgs Bürgermeister Adolf Bauer hinzu. Wir sprachen mit Jura-Professor Dr. Jean-Michel Kumbu, in Kinshasa verantwortlich für das Partnerschaftsprojekt. Er hat sechs Jahre in Hamburg studiert und promoviert.

Frage: Herr Kumbu, was erwarten Sie von dieser Woche in Würzburg?

Jean-Michel Kumbu: Wir wollen uns Gedanken machen, was Investoren zur Entwicklung im Kongo beitragen, wie sie Arbeitsplätze schaffen können und wie Hindernisse dafür im Land abzubauen sind.

Sie sind Akademiker, nicht Politiker...

Kumbu: Das ist richtig. Aber es gibt wichtige Schnittstellen. Aus unserer Delegation ist Professor Gamela als Präsident der zuständigen Kommission verantwortlich für die Investitionen in der Provinz Bas-Congo. Die Region im Westen des Landes könnte Vorbildcharakter bekommen.

Sind die Unis von Würzburg und Kinshasa nicht sehr ungleiche Partner?

Ja, in Würzburg ist die Ausstattung topmodern, in Kinshasa sind die Gebäude alt. Lange wurde kein Geld reingesteckt. Der Internetzugang ist schlecht, immer wieder fällt der Strom aus. Aber beide Seiten bringen in das Projekt etwas ein. Ich selbst werde zum Beispiel von der deutschen Botschaft in Kinshasa angefragt, um deutsche Firmen zu beraten.

Haben wir in Deutschland die richtige Vorstellung von Ihrem Land?

Kumbu: Leider berichten die Medien über Afrika meist nur bei Kriegen oder Katastrophen. Damit entsteht ein falsches Bild. Positives kommt kaum vor, es wird nicht differenziert. Etwa der Kongo: Im Osten wird gekämpft. Im Westen, Hunderte Kilometer entfernt, gibt es keinerlei Probleme.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!