Margetshöchheim

Friedhofsgebühren in Margetshöchheim steigen deutlich

In Margetshöchheim steigen ab diesem Jahr die Gebühren der gemeindlichen Bestattungseinrichtung deutlich an. Vor allem Leistungen wie Grabaushub und Ausgrabungen erhöhen sich teilweise um mehr als das Doppelte.  Die letzte Anpassung der Gebühren liegt bereits sieben Jahre zurück. Der ehemaligen Bestattungsdienstleister kündigte Ende 2020. Nun wurde die Stelle neu ausgeschrieben wurde. "Wir legen die Preise nicht fest", rechtfertigt Bürgermeister Waldemar Brohm die Preissteigerung.

Der Gemeinde sind hier die Hände gebunden, denn sie muss vor allem kostendeckend kalkulieren. Eine Abweichung der Preise nach unten würden enorme Defizite herbeiführen und wären damit ein Verstoß gegen den Haushalt, erklärt Brohm. 

Gemeinderat erstaunt über Preissteigerung

"Wir waren alle erstaunt über die Veränderung der Gebühren", meint Gerhard von Hinten, Fraktionsvorsitzender der Margetshöchheime Mitte. Man sehe jedoch keine andere Möglichkeit, als die ordnungsgemäß ausgeschriebenen Angebote zu akzeptieren. "Die beste Lösung wird es sein nach zwei Jahren erneut auszuschreiben und auf vernünftigere Angebote zu hoffen", ergänzt Gerhard von Hinten.

Im Sommer 2022 wolle sich die Gemeinde damit wieder intensiver befassen. "Bis dahin werden wir die Gebührenfassung in anderen Gemeinden genau beobachten", sagt Brohm. Was das Thema Baumbestattungen betrifft, erarbeite die Gemeinde derzeit die entsprechenden Regelungen dafür.   

Namensvorschläge für Umbenennung des Nikolaus-Fey-Weg

Der Antrag der MM-Fraktion auf Umbenennung des Nikolaus–Fey–Wegs wurde nun offiziell angenommen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Gemeinderat Gedanken über die behaftete Persönlichkeit gemacht. Der ehemalige Parteifunktionär und überzeugte Nationalsozialist Nikolaus-Fey war auch in anderen Gemeinden zum Thema geworden. Insgesamt wurden fünf namenhafte Schriftstellerinnen als Vorschlägen eingereicht. Die Vorauswahl fiel den Gemeinderäten sichtlich schwer.

Nach einer kurzen Bedenkzeit sprachen sich die Fraktionen wie folgt aus: Die MM-Fraktion entschied sich für die sozialkritische Schriftstellerin Betina von Arnim. Diese war in ihren Lebzeiten durch ihr soziales Engagement für gesellschaftlich Benachteiligte und die dokumentarische Arbeit in den Armenvierteln Preußischer Städte aufgefallen. "Sie war ihrer Zeit weit voraus und hat sich in ihren Romanen für die Gleichstellung von Frauen und Juden eingesetzt", begründet Gerhard von Hinten die Wahl seiner Fraktion.

Die SPD sprach sich für die Autorin Elisabeth Dauthendey aus. Als Halbjüdin habe die spätere Würzburgerin stark unter der NS-Zeit gelitten und zudem eine lokale Verbindung zu der Gemeinde, betont Daniele Kircher (SPD). Ihr Märchen "Die Teeprinzessin" wurde jüngst von der 98-jährigen Künstlerin Renate Osthoff mit einfühlsamen Illustrationen neu aufgelegt.

Im Februar wird Abstimmung vorgenommen

Die CSU-Fraktion sprach sich für die weltbekannte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren aus und ging somit auf den Vorschlag ihrer Gemeinderätin Ottilie Jungbauer ein.

Bürgermeister Brohm verwies darauf den Grund der Umbenennung bei der Wahl zu berücksichtigen: "Die Umbenennung erfolgt, weil wir einen Menschen nicht mit einem Straßennamen würdigen wollen, der aktiver Nationalsozialist war. Vielleicht wäre es daher geeigneter eine Persönlichkeit auszuwählen, die unter der NS-Zeit gelitten hat. Das wäre auch ein politischer und intellektueller Kontrapunkt".

Im nächsten Schritt sollen die Meinungen der Anwohner aus dem bald ehemaligen Nikolaus-Fey-Weg eingeholt werden. Bis zum 31. Januar erwarte man von den sechs Familien eine Antwort, um im Februar dann die endgültige Abstimmung vorzunehmen, sagt Brohm.  

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