Höchberg

Ganz Höchberg wird eine Baustelle

Hütte to go: Anpacken ist in Höchbergs Gärten angesagt. Aus Paletten entstehen Holzhäuschen.
Hütte to go: Anpacken ist in Höchbergs Gärten angesagt. Aus Paletten entstehen Holzhäuschen. Foto: Jörg Rieger

Eigentlich hätte es heuer in den Sommerferien ein Jubiläum gegeben. Zum 40. Mal in Folge wäre in Höchberg ein Hüttendorf entstanden. Organisator Peter Bögelein bezeichnet die Aktion auf der Fasanenwiese "als die definitiv älteste Baustelle im Ort". Aufgrund der strengen Abstands- und Hygieneregeln musste den Ferienspielplatz erstmals abgesagt werden. Doch die Kommunale Jugend- und Familienarbeit gab sich nicht geschlagen – und überlegte sich eine Alternative.

Regelrecht überrannt

Statt eines zentralen Hüttendorfes entstehen derzeit über ganz Höchberg verteilt kleine Holzhäuschen. Kurz vor den Sommerferien brachte Bögelein mit Helfern allen Kindern auf Wunsch die Bausteine in Form von Paletten zu Hause vorbei. Am ersten Ausfahrtag war seine Mitstreiterin Franziska Hupp mit von der Partie. "Wir haben die Aktion ‚Hütte to go‘ mehr oder weniger symbolisch ins Leben rufen wollen. Doch dann sind wir regelrecht überrannt worden", berichtete der Leiter des Kinder-, Jugend- und Familienbüros Höchberg. Rund 70 Fuhren mit insgesamt knapp 1000 von örtlichen Unternehmen gespendeten Paletten sind letztlich im ganzen Ort ausgeliefert worden – eine Herkulesaufgabe.

Schließlich sollte auch jedes Kind eine individuelle Einführung bekommen. Das Team vom Ferienspielplatz hatte eine Rolle mit Infos und einer Bauanleitung vorbereitet. Am Ziegelbaum übergab sie Bögelein an zwei junge Schwestern, die ihr erstes eigenes Häuslein bauen. Gespannt hörten sie zu.

Pflaster für alle Fälle

"Es ist auch für den Fall der Fälle ein Pflaster angeheftet. Aber das braucht ihr ja bestimmt nicht", beruhigte der Sozialpädagoge. Für die ersten Schläge seien drei Nägel mit dabei – und "die Eltern sorgen dann für den Rest". Sobald die Hütte im Garten fertig ist, erbitten die Organisatoren einen Anruf. "Dann kommt jemand von uns vorbei und macht den Hütten-TÜV."

Und weiter ging es zur nächsten Familie im Judengarten. Der mehrköpfige Nachwuchs kündigte an, das Holzhaus direkt vor die Garage zu bauen und darin übernachten zu wollen. "Benachbarte und befreundete Kinder haben sich auch schon zusammengetan", erzählte Bögelein. So könnten sogar größere Hütten entstehen. Er sah das Klopfen und Hämmern schon bildlich vor sich. Ganz Höchberg eine Baustelle, aber eine fest in Kinderhänden.

Die letzte Ausfahrstation für diesen Nachmittag war der Kiesweg. Hier hat sich der Nachwuchs zweier Familien zusammengeschlossen, jeweils zwei Kinder in einem ähnlichen Alter. Eine Ecke im Garten ist bereits für das hölzerne Werk Marke Eigenbau ausgesucht. Die Mutter berichtete: "Das soll im nächsten Jahr ohnehin neu angelegt werden. Da können sich die Kinder austoben." Hupp und Bögelein sind schon auf die Ergebnisse gespannt. Die originellsten Hütten wollen sie am Ende der Ferien würdigen. Doch jetzt heißt es erst einmal: Schaffe, schaffe – Häusle baue!

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