Burggrumbach

Gedenkstätten und Kriegerdenkmäler: Erinnern und Bewahren

Der Kulturgeschichtliche Arbeitskries hat eine Dokumentation zum Thema Erinnerungskultur und öffentliches Gedenken herausgebracht. In Burggrumbach zeigt das Denkmal den Hl. St. Martin.
Foto: Aurelian Völker | Der Kulturgeschichtliche Arbeitskries hat eine Dokumentation zum Thema Erinnerungskultur und öffentliches Gedenken herausgebracht. In Burggrumbach zeigt das Denkmal den Hl. St. Martin.

Der Kulturgeschichtliche Arbeitskreis Burggrumbach hat seine neunte heimatgeschichtliche Dokumentation dem Thema öffentliches Gedenken und Erinnerungskultur gewidmet. Eigentlich war die Sache für den Tag des offenen Denkmals am 13. September vorgesehen, der wegen Corona nicht stattfinden konnte. Der Arbeitskreis hat daher beschlossen, zum schon geplanten Vorhaben eine Dokumentation zu erstellen.

"Gedenkstätten und Kriegerdenkmale gehören zu unserem kulturellen Erbe. Kriegerdenkmäler sind als Dokumente der Erinnerungskultur in der Öffentlichkeit errichtet worden. Sie erinnern an Personen, Ereignisse, wollten dem Kriegstod einen Sinn geben und nachfolgende Generationen motivieren, es den Gefallenen gleichzutun", sagte Günter Dusel vom Kulturgeschichtlichen Arbeitskreis.

Erinnerung an jeden einzelnen Soldaten

Lange sei man mit den in den Kriegen getöteten Soldaten achtlos umgegangen, sie gerieten in Vergessenheit. Das änderte sich im Jahre 1813 mit dem Dekret des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. Jeder einzelne Soldat sollte nun "erinnert" werden. Deren Namen brachte man auf Tafeln in allen Kirchen "zum Andenken und zu Ehren" der Gestorbenen an.

Im Zuge der napoleonischen Befreiungskriege entstanden auch neue sprachliche Begrifflichkeiten wie "fürs Vaterland gefallene Helden", die den einfachen Soldaten als ehrungsfähig würdigte. Folglich entwickelte sich daraus die Idee, den Gefallenen ein Denkmal zu stiften. Es sollte den Kriegsdienst ehren, zur bürgerlichen Tugend erziehen, den Patriotismus wecken und bestärken und zur Nachahmung dienen.

Militärische Denkmalästhetik mit christlicher Mythologie

1903 wurde für die Gefallenen im Deutschen Krieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 das Kriegerdenkmal in Rimpar eingeweiht. In Gestalt des Hl. Michaels, der zum Schwert greift, um das Böse zu besiegen, hat sich die militärische Denkmalästhetik der christlichen Mythologie bemächtigt. Die Ikonografie der Kriegerdenkmäler in den katholischen Pfarrdörfern blieb auch weiterhin bestimmt von den christlichen Darstellungen.

In Burggrumbach zeigt die figürliche Darstellung einen Soldaten zu Pferde, der in Anlehnung an die Legende von St. Martin, mit dem Schwert seinen Mantel für den am Boden sitzenden Bettler teilt. Auf dem Sockel des Denkmals in Unterpleichfeld krönt als Freifigur der Kirchenpatron Laurentius, in Rupprechtshausen ist es der Hl. Georg mit der Regimentsfahne zu Pferde.

"Gedenken bedarf des Mitfühlens und der Erinnerung"

"Gedenken bedarf des Mitfühlens und der Erinnerung", so Dusel. Dieses Erinnern setze ein tiefes historisches Bewusstsein voraus, um zu verstehen, warum das alles geschehen konnte. Und schließlich bedarf es noch des Lernens: Lernen mit der Schuld der Vergangenheit zu leben und in Zukunft für Frieden und Freiheit einzustehen. "So wird Erinnerungskultur zum Eckpfeiler unserer Demokratie".

Die Broschüre umfasst 56 Seiten, ist mit zahlreichen historischen Bildern illustriert und mit Quellen belegt. Der Heimatgeschichtsband kann für fünf Euro bei M. Schraud, Bergstr. 4, 97294 Burggrumbach (Tel.: (09367) 3930) bestellt werden und wird postalisch zugesandt. Der Erlös aus dem Verkauf wird erneut für Projekte der heimatgeschichtlichen Erschließung des Ortes eingesetzt.

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