Eisenheim

Gemeinderat Eisenheim vertagt Entscheidung über Tempo-30-Zonen

Tempo 30 flächendeckend in Eisenheim, Obereisenheim und Untereisenheim: In der Langgasse in Untereisenheim müsste bei jeder neuen Straßeneinmündung, hier an der Kirchgasse, jeweils ein Tempo-30-Schild aufgestellt werden.
Tempo 30 flächendeckend in Eisenheim, Obereisenheim und Untereisenheim: In der Langgasse in Untereisenheim müsste bei jeder neuen Straßeneinmündung, hier an der Kirchgasse, jeweils ein Tempo-30-Schild aufgestellt werden. Foto: Guido Chuleck

Noch im Januar hatte der alte Gemeinderat von Eisenheim beschlossen, seine beiden Ortsteile Unter- und Obereisenheim flächendeckend in Tempo-30-Zonen umzuwandeln. Mit 6:5 war das Ergebnis hauchdünnausgefallen, in der jüngsten Ratssitzung stand dieser Beschluss auf dem Prüfstand des neuen Rates mit sieben neuen Ratsmitgliedern und einem neuen Bürgermeister.

Nach einiger Diskussion beschloss der Rat einstimmig, von einem Experten der Verkehrswacht Würzburg alles vor Ort anschauen zu lassen und erst dann die Sache weiterzuverfolgen. Der Tenor der Ratssitzung: Wenn überhaupt Tempo-30-Schilder aufgestellt werden müssten, dann nur punktuell an den Straßen, die zum Rasen verführen.

Tempo 30 gilt schon für die Langgasse in Untereisenheim, und daran halten sich wegen der Einmündungen und vieler parkender Fahrzeuge auch die meisten Autofahrer zwangsläufig daran.
Tempo 30 gilt schon für die Langgasse in Untereisenheim, und daran halten sich wegen der Einmündungen und vieler parkender Fahrzeuge auch die meisten Autofahrer zwangsläufig daran. Foto: Guido Chuleck

Optische Beeinträchtigung

In der Januar-Sitzung, eröffnete Bürgermeister Christian Holzinger die Diskussion in der jüngsten Sitzung, sei über eine Angelegenheit gar nicht geredet worden, nämlich die Kosten. Die schätzte Holzinger auf etwa 5000 Euro für 24 bis 26 Schilder in beiden Ortsteilen plus zwei bis drei Wochen zusätzlicher Arbeit für den Bauhof. "Die Arbeiter müssten die Schilder auch an den Stellen einbauen, die wir während der Dorferneuerung saniert haben, und das würde die neuen Straßen optisch zerstören", so Holzinger weiter. "Dafür dürften wir von den Bürgern sehr viel Kritik bekommen."

Zwischenzeitlich hatte sich auch das Landratsamt gemeldet und mitgeteilt, dass es wegen der beiden Kreisstraßen WÜ 4 und WÜ 57 keinesfalls dort Tempo 30 einführen werde, sondern höchstens Warnschilder aufstellt. Argumente wie "Kindergarten", "Sportplatz" und auch "Festplatz Obereisenheim" ließ das Landratsamt gar nicht erst zu.

Schon ab dem Ortseingang, hier in Untereisenheim, wollte der alte Gemeinderat Tempo 30 haben. Diese Entscheidung hat der neue Rat erstmal zurückgestellt.
Schon ab dem Ortseingang, hier in Untereisenheim, wollte der alte Gemeinderat Tempo 30 haben. Diese Entscheidung hat der neue Rat erstmal zurückgestellt. Foto: Guido Chuleck

Claus Hochrein befand, dass zu viele Schilder in den beiden Orten keinen Sinn ergeben würden. "Zwei bis drei ja, vielleicht noch am Friedhof, aber sonst fährt wegen der engen Gassen und der engen Bebauung doch niemand schneller als 30 km/h", meinte er. Außerdem würde bei jeder Straßeneinmündung Tempo 30 wieder aufgehoben, was ein weiteres Schild mit sich bringen würde.

Frank Deubner sah es ähnlich und sprach sich für "maximal sechs Schilder" aus. Markus Bursch hätte schon gern überall Tempo 30, könnte sich aber punktuelle Tempo-30-Zonen vorstellen, etwa dort, wo sich vier oder fünf Stellen treffen. "Wir müssen auch nicht an jedem Feldweg, der in die Orte führt, Schilder aufstellen", befand der Bürgermeister, was dann wirklich zu einem Schilderwald führen würde. Den befürchtet auch Rudi Heim, denn seiner Ansicht nach müssten dann an allen Feld- und Weinbergwegen Schilder aufgestellt werden.

Die Landwehrstraße in Untereisenheim ist ohnehin schon auf Tempo 30 reduziert, was viele Autofahrer aber nicht wirklich beachten.
Die Landwehrstraße in Untereisenheim ist ohnehin schon auf Tempo 30 reduziert, was viele Autofahrer aber nicht wirklich beachten. Foto: Guido Chuleck

Mit der ganzen Diskussion zeigte sich Rainer Schenk nicht glücklich. "Wir sollten den Beschluss umsetzen und die Orte verkehrsberuhigt machen, damit dort niemand mehr durchrast", so sein Argument, "ich denke da an die Landwehrstraße oder die Grabenstraße in Untereisenheim." Wobei auf der Landwehrstraße ohnehin Tempo 30 gilt, doch an das Schild halten sich wohl nicht allzu viele Autofahrer. Letztlich entschied der Rat einstimmig, die Entscheidung über "Tempo 30 in Unter- und Obereisenheim" zurückzustellen und den Expertenrat einfließen zu lassen.

Vier Schilder wären nötig für die Kreuzung Landwehrstraße/Schulstraße/Grabenstraße/Langgasse, zudem zweigt noch rechts daneben die Ringgasse ab.
Vier Schilder wären nötig für die Kreuzung Landwehrstraße/Schulstraße/Grabenstraße/Langgasse, zudem zweigt noch rechts daneben die Ringgasse ab. Foto: Guido Chuleck

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