Würzburg

Generation „Why“ mit einer Neigung zum Hinterfragen

Die Autorin Annika Lotter präsentiert ihr Magazin „Y Magazine“.
Foto: Grafik Annika Lotter | Die Autorin Annika Lotter präsentiert ihr Magazin „Y Magazine“.

Eine Generation zwischen Sinnsuche und Sicherheitsbegehren: Ist das die „Generation Y“ oder auch „Why?“ der Geburtenjahre 1980 bis etwa 2000, die alles hinterfragt? Wer kann besser über sie Auskunft geben als die Generation selbst: Annika Lotter, Studentin der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS), hat diesem Thema ihre Broschüre „Y Magazine“ gewidmet.

Gestalterisch, künstlerisch und selbstreflektierend hat die gelernte bekleidungstechnische Assistentin, Modeschneiderin und Hanns-Seidel-Stipendiatin die sogenannten Digital Natives, also auch sich selbst, betrachtet. Mit Thesen, Interviews, Fotos und zwei Filmbeiträgen lädt sie generationenübergreifend dazu ein, sich mit den jungen Menschen, die künftig verantwortliche Positionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft besetzen werden, auszutauschen, schreibt die Hochschule in einer Pressemitteilung.

Annika Lotter beginnt ihre Broschüre mit einem Statement: „Ich wurde im Januar 1995 geboren. Diese Tatsache macht mich, laut Definition, zu einem Teil der sogenannten Generation Y. Man bezeichnet uns gerne als faul, nicht belastbar und verwöhnt. Wir wären außerdem egoistisch, alles hinterfragend und schnell unzufrieden.“ Sie seien im Durchschnitt gebildeter als Generationen vor ihnen; es falle ihnen leicht, neue Technologien zu verstehen, sie anzuwenden.

Anders als vorhergehende Generationen seien sie weniger regional beschränkt, da sie sich über das Internet immer und überall vernetzen können, so Lotter. „Unsere Hierarchien sind flach und unsere Ziele sind hoch. Wir träumen von der großen Welt und sind doch gerne zu Hause. Unsere Zukunft ist noch ungewiss und wir haben Fragen. Wir sind die Generation Y.“ So, wie die Musiker Crosby, Stills and Nash 1982 fragten, „did you question all the answers?“, gehe es auch den jungen Menschen.

Zwischen den geburtenstarken Baby-Boomern, die in der Nachkriegszeit geboren wurden, und der Generation Z, geboren nach 1997 mit Smartphone und hohen Erwartungen, reiht sich die der „Y“ ein. Annika Lotter interviewte Nina Nikitin, geboren 1944, mit den Fragen: „Was hält Deine Generation von meiner, den Millennials, der Generation Y? Welche Hoffnungen setzt Du in uns und was beunruhigt Dich?“

Die Ego-Generation

Nikitin schrieb daraufhin einen Artikel aus Sicht ihrer Generation. Die Generation Y sei eine „Zwischen-Generation“, die sich selbst nicht definiert habe, die über kein „deutliches Etikett“ verfüge. „Mir fällt auf, dass ihr Millennials auf fast beunruhigende Weise ruhig und zufrieden seid. Ihr seid ja nicht die rebellische Jugend, die der Gesellschaft Veränderungen abverlangt.“ In die Zukunft blickend, polarisiert sie mit drastischen Bildern: „Aus den kleinen KönigInnen, Prinzessinnen und Prinzen, die schon in den schicksten Porsche-Buggys und Silver Cross Surf-Kinderwagen durch die Grünanlagen und dann – ein paar Jahre und einige Straßen weiter – in dicken SUVs in die Kitas und Schulen kutschiert wurden, wird die Ego-Generation.“

Das „Y Magazine“ beschäftigt sich mit gesellschaftlichen, politischen und auch sehr privaten Fragen. Mit Überfluss, Verzicht, Geschlechterrollen, richtigen Zeitpunkten, mit Glauben, Relevanz, Kunst, Klimawandel – sowie den Ängsten einer jungen Generation, sich irgendwo darin zu verlieren. Das Magazin der Kommunikationsdesignerin ist unter Leitung der Dozentin Christina Hackenschuh entstanden.

Die Filmbeiträge unter https://vimeo.com/508138188 und https://vimeo.com/508137730, die Präsentation des Magazins unter  https://bergwerk.fhws.de/project/y-magazine/

Kontakt: annika-lotter@web.de

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