Gerbrunn

Gerbrunn will sich stärker der Lichtverschmutzung widmen

Die Gerbrunner Grünen-Fraktion hat sich auf der jüngsten Gemeinderatssitzung mit ihrem Antrag nicht durchsetzen können, eine Lichtgestaltungssatzung gemäß den Leitlinien des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz für den Ort zu erstellen. Das generelle Ansinnen von weniger Lichtverschmutzung fand im Gremium aber durchaus Anklang, weshalb man sich demnächst mit fachlicher Expertise im Bau- und Umweltausschuss damit beschäftigen will.

"Das Licht ist im Artenschutz ein wichtiges Thema, das vielen Menschen gar nicht bewusst ist", erläuterte Gemeinderätin Beatrix Radke (Grüne) den Antrag: "Alles das, was man tagsüber für die Tiere tut, kann man in der Dunkelheit durch die Helligkeit wieder zunichtemachen. Gerade den nachtaktiven Insekten werden die Leuchten zum Verhängnis." In dem Antrag heißt es unter anderem: "Der Einsatz von Kunstlicht gilt je nach Art und Ausmaß seit 2011 gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz als schädliche Umwelteinwirkung. Ziel dieses Gesetzes ist, neben dem Menschen auch Tiere und Pflanzen vor schädlichen Lichtimmissionen zu schützen."

Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (SPD) erklärte, dass man in der Gemeinde seit Längerem möglichst wenig störendes Licht verwende, aber durch die technischen Fortschritte hier generell schnell überholt sei. "Das anfängliche LED war ja noch heller als jede OP-Leuchte." Gleichzeitig habe die Gemeinde eine Verkehrssicherungspflicht – und müsse etwa Straßenzüge beleuchten. "Da es in diesem Bereich bereits unzählige Gesetze, Richtlinien, Normen und anerkannte Regeln der Technik gibt, würden wir aus Verwaltungssicht eine weitere Satzung eher ablehnen", so Wolfshörndl. Auch die Freien Wähler sprachen sich dagegen aus, wollen sich aber die Beleuchtung im Ort genauer anschauen – etwa die Straßenlaternen und welche öffentlichen Gebäude angestrahlt werden. Auch sei es eine Möglichkeit, Anwohner zu befragen, inwieweit ihre Straßen nachts beleuchtet sein sollen.

Wolfshörndl bemerkte, dass mittlerweile verstärkt Bewegungsmelder an öffentlichen Laternenzügen zum Einsatz kämen und beim Dimmen mehr möglich sei. Demnächst stehe auch wieder einer der Termine mit der MFN (Mainfranken Netze GmbH) an, in denen es regelmäßig um Energieeinsparung und den Straßenbeleuchtungsvertrag gehe. Anschließend könnte man im Bau- und Umweltausschuss eine Lichtleitlinie für die kommunale Hand entwickeln. Diesem Vorschlag schlossen sich alle Räte an.

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