Kirchheim

Gesplittete Abwassergebühr begünstigt Mehrfamilienhäuser

Die Abwassergebühr wird in Kirchheim künftig auf  Schmutz- und Niederschlagswasser aufgeteilt. Die Änderung gilt ab 1. Januar. Künftig müssen Eigentümer von Grundstücken, von denen große Mengen Niederschlagswasser ins öffentliche Kanalnetz abgeleitet werden, tiefer in die Tasche greifen. Mit der gesplitteten Abwassergebühr sollen die Verursacher des Abwassers stärker zur Kasse gebeten werden. Nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs von 2003 sind Gemeinden verpflichtet, ihre Gebühren entsprechend umzustellen.

Nach der bisherigen Berechnung mit einer einheitlichen Abwassergebühr waren Mehrfamilienhäuser oder große mehrgeschossige Wohnanlagen, die zwar viel Frischwasser verbrauchen, aber kaum Regenwasser abgeben, benachteiligt. Profitiert hatten davon im Gegenzug Firmen mit großen Werkhallen oder Supermärkte mit großen Parkplätzen.

Entscheidend für die Berechnung des Abwasserpreises für Niederschläge ist jetzt die durch Bebauung oder Befestigung versiegelte Fläche eines Grundstücks. Von der neuen Berechnung dürfte daher die Umwelt profitieren: Mit der Entsiegelung von Flächen lassen sich Gebühren einsparen. Auch lohnt es sich, Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen.

Für den nun kalkulierten Gebühren-Zeitraum 2021 bis 2024 kostet ein Kubikmeter Schmutzwasser in Kirchheim 1,85 Euro. Für Niederschlagswasser sind pro Quadratmeter versiegelter Abflussfläche 23 Cent fällig. Bislang hatte die Gemeinde nicht unterschieden und einheitlich 2,85 Euro je Kubikmeter Abwasser verlangt.

Ursprünglich sollte die neue Bemessungs der Abwassergebühren bei einer großen Informationsveranstaltung erläutert werden. Diese entfällt coronabedingt, wie Bürgermeister Björn Jungbauer mitteilte. Auch eine Bürgerversammlung soll es in diesem Jahr nicht mehr geben. Alle Betroffenen würden jedoch von der Gemeinde angeschrieben und schriftlich über die Änderungen informiert. Dabei werde erstmals abgefragt, ob ein Grundstückseigentümer einen Brunnen oder eine Regenwasserzisterne betreibt. Unter Umständen fließen diese ebenfalls in die Gebührenberechnung ein.

Geroldshausen war bei der Umstellung ein Jahr schneller. Hier gilt die gesplittete Abwassergebühr schon seit 1. Januar 2020.

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