WÜRZBURG

Goppel: FH-Neubau wie geplant

Der Neubau der Fachhochschule (FH) erfolgt am Sanderheinrichsleitenweg. Diese Entscheidung hat am Donnerstag Wissenschaftsminister Thomas Goppel am geplanten Standort auf der Keesburg vor Journalisten verkündet. Damit ist die monatelange Diskussion um einen Standortwechsel auf das im Herbst 2008 frei werdende Leighton-Areal der US-Streitkräfte beendet.

Das Kasernenareal biete „noch viele Unwägbarkeiten“, betonte Goppel. Nach Untersuchungen des staatlichen Bauamtes könnten etwaige Altlasten nicht ausgeschlossen werden. Zudem sei die Einbindung der künftigen Nutzer des Geländes noch unklar, ein Gesamtkonzept müsse noch erarbeitet werden. So wäre dort laut Goppel ein Erweiterungsbau „frühestens in acht Jahren realistisch“. Eine solche Zeitverzögerung bei gleichzeitigem Verzicht auf den Neubau am Sanderheinrichsleitenweg hätte gravierende Folgen: Vorleistungen von rund sieben Millionen für Grunderwerb und Planungen wären umsonst gewesen. Der 2011 erwartete Studentenberg aufgrund des G 8-bedingten doppelten Abiturjahrgangs wäre nur durch weitere Anmietungen oder Verlagerungen von Studienplätzen nach Schweinfurt aufzufangen. „Das kann aber nicht Ziel der Würzburger Politik sein“, so Goppel.

Zudem fehlten der FH noch immer 450 Studienplätze, auf die sie seit Anfang der 90er Jahre warte. Ohne die erwarteten Kosten zu überschreiten sei dieses Ziel nur mit dem Standort Sanderheinrichsleitenweg zu erreichen. Der auf 23 Millionen Euro veranschlagten Neubau sei zudem notwendig, um die „dringend notwendige Sanierung“ des FH-Gebäudes in der Münzstraße nicht noch länger zu verschieben. Eine spätere, zusätzliche Erweiterung der FH auf dem Leighton-Areal schließt Goppel indes nicht aus. Den Planungsauftrag habe er diesen Donnerstag erteilt, damit das Gebäude für rund 1000 Studenten der Fachrichtungen Gestaltung, Informatik und Wirtschaftsinformatik zum Wintersemester 2011/12 fertig ist. Der Spatenstich soll „noch vor der Landtagswahl“ im Herbst 2008 erfolgen.

Dass bei einem Standortwechsel die Zeitachse nicht einzuhalten sei, unterstrich Staatskanzleichef Eberhard Sinner. Das Kasernenareal biete aber für einen Campus und den Wissenschaftsstandort Würzburg „Entwicklungschancen, die wir nutzen werden.“

Oberbürgermeisterin Pia Beckmann freute sich, dass über den FH-Standort nun Klarheit besteht und Würzburg keine Studienplätze verlieren werden. Sie hofft zudem, dass die Universität noch rechtzeitig zum „Studentenberg“ 2011 bestehende Gebäude auf dem US-Areal nutzen kann. Für den 24. Oktober kündigte sie eine „Stadtrats-Klausur“ an, die sich mit der Zukunft des „grünen Stadtteils“ auf dem Leighton-Areal beschäftigt. Und FH-Präsident Heribert Weber, für den die Kaserne nie eine Alternative war? Er machte keine großen Worte. Er freute sich einfach über Goppels Entscheidung.

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