Würzburg

Corona-Maßnahmen: Würzburg verbietet Alkohol auf der Alten Mainbrücke

Würzburg hat mit einem Wert von 67,25 die bundesweite Grenze des Inzidenzwerts von deutlich 50 überschritten. Jetzt traf die Stadt erste Maßnahmen.
Wegen des hohen Inzidenzwerts darf im Bereich der Alten Mainbrücke in der Zeit von Freitag bis Sonntag zwischen 16 Uhr und 6 Uhr des Folgetages kein Alkohol mehr konsumiert werden.
Wegen des hohen Inzidenzwerts darf im Bereich der Alten Mainbrücke in der Zeit von Freitag bis Sonntag zwischen 16 Uhr und 6 Uhr des Folgetages kein Alkohol mehr konsumiert werden. Foto: Silvia Gralla

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert ist in Würzburg weiter gestiegen und beträgt nach Angaben aus dem Maßnahmenkonzept des Gesundheitsamtes nun 67,25. Damit hat Würzburg deutschlandweit als von drei Städten neben Memmingen und Rosenheim den nationalen Grenzwert von 50 überschritten.

Seit der letzten Meldung des Gesundheitsamtes waren am Donnerstag weitere 38 Neuinfizierte dazugekommen, darunter befinden sich neun Reiserückkehrer. Seit Beginn der Pandemie gab es demnach in Würzburg insgesamt 632 Fälle von an positiv auf Covid-19 getesteten Personen, im Landkreis 531 Personen. Aktuell sind in Stadt und Landkreis 123 Personen an Corona erkrankt. 59 Personen sind an Covid-19 gestorben.

Aufgrund der massiv gestiegenen Fallzahlen hat die Stadt Würzburg am Donnerstagabend Maßnahmen zur Bekämpfung angekündigt und eine entsprechende Allgemeinverfügung erstellt, die bereits ab diesem Freitag, 11. September in Kraft tritt. Als eine der Maßnahmen wird es ein Alkohol-Verbot auf der Alten Mainbrücke geben.

So darf im Bereich der Alten Mainbrücke in der Zeit von Freitag bis Sonntag zwischen 16 Uhr und 6 Uhr des Folgetages kein Alkohol konsumiert werden. Diese Beschränkung gilt laut Pressemitteilung für dieses sowie das folgende Wochenende. Laut Stadt wird dazu eine Beschilderung aufgestellt werden. 

Teilnehmerzahlen werden beschränkt

Daneben betrifft die Allgemeinverfügung auch Veranstaltungen: So sind bei privaten Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nur noch 50 statt 100 Teilnehmer erlaubt. Auch bei privaten Veranstaltungen im Freien werden die Teilnehmerzahlen reduziert: Nur noch 100 Personen statt 200 dürfen zusammenkommen.

"Dies gilt auch für private Veranstaltungen in angemieteten Clubs und Diskotheken sowie beispielsweise für Hochzeiten oder Familienfeiern, die innerhalb von Gastronomiebetrieben stattfinden", heißt es in der Mitteilung der Stadt. Bei Verstößen gegen diese Beschränkungen kann ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro fällig werden.

Nach Informationen aus dem Gesundheitsamt gehen "mehrere Infektionsherde, die zur Überschreitung des Schwellenwertes beitragen, unmittelbar auf Infektionsausbrüche im Zusammenhang mit Privatveranstaltungen" zurück. Es sei laut Stadt zwar noch kein Verbot solcher Veranstaltungen nötig, jedoch eine Halbierung der Teilnehmerzahl "erforderlich und angemessen".

Der Alkoholkonsum auf der Alten Mainbrücke an Wochenenden berge ein hohes Potential für "Menschenansammlungen" und die Gefahr, dass in der Folge dann keine Abstände mehr eingehalten werden können. Dies belegen Kontrollen, die sowohl von der Polizei als auch vom Kommunalen Ordnungsdienst durchgeführt wurden. Nachdem auch eine Öffentlichkeitskampagne nicht die erwünschten Ergebnisse gebracht hatte, wurde nun das Alkoholverbot beschlossen.

In den vergangenen Tagen war der Wert stetig gestiegen. Während er am Dienstag bei 42,31 lag, war er am Mittwoch bereits auf 48,46 geklettert. Der bayernweit geltende Inzidenz-Warnwert liegt bei 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern, das entspricht für die Stadt Würzburg einer Anzahl von 46 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage. Für den Landkreis Würzburg entspricht dies analog 57 Neuinfektionen. Der bundesweite Grenzwert zur Einleitung gezielter Maßnahmen zur Eindämmung des Virus liegt bei 50 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner.

"Das aktuelle Infektionsgeschehen ergibt sich hauptsächlich aufgrund von Reiserückkehrern und deren Kontaktpersonen", teilt Dagmar Hofmann, Pressesprecherin des Landratsamts Würzburg, mit. Das Gesundheitsamt überprüfe im Moment aber auch, inwieweit bekannt gewordene Feiern zu einer Verbreitung des Virus' geführt haben könnten.

Für die Schulen im Stadtgebiet seien momentan keine weiteren Maßnahmen geplant, sagt Judith Jörg, Bürgermeisterin und Leiterin des Bildungs-, Schul- und Sportreferats der Stadt, auf Nachfrage der Redaktion: "Aber das kann sich jeden Tag ändern." Seit Montag gelte für die Schulen Stufe 2. Schüler an weiterführenden Schulen müssen deshalb, wie ohnehin für die ersten beiden Wochen vorgeschrieben, auch im Klassenzimmer Maske tragen.

Ab einer Inzidenz von 50 könne das Gesundheitsamt die Stufe 3 einleiten, sagt Jörg. "Das wollen wir aber auf jeden Fall vermeiden." Denn dann könnte der Unterricht erneut nur im Wechsel für die Hälfte der Klasse vor Ort stattfinden. Der Rest der Kinder müsste zu Hause lernen.

"Wenn es keine Infizierten an einer Schule gibt, dann bleibt es aber bei Stufe 2", betont Jörg. Ob weitere Maßnahmen an einer Schule stattfinden, werde das Gesundheitsamt im Einzelfall entscheiden, bestätigt Dagmar Hofmann, Pressesprecherin im Landratsamt. Eine übergreifende Regelung für alle Schulen sei nicht geplant.

Kaum Corona-Fälle an den Würzburger Kliniken

An den Kliniken in der Stadt machen sich die steigenden Infektionszahlen bisher nicht bemerkbar. Das liege daran, dass momentan vor allem jüngere Leute erkranken, sagt Prof. August Stich, Vorsitzender des Missionsärztlichen Insituts und Chefarzt an der Missio-Klinik. Diese hätten jedoch meist keine oder nur schwache Symptome. In der Missio-Klinik gibt es deshalb aktuell keinen einzigen stationären Corona-Patienten. Auch die Universitätsklinik Würzburg behandelt momentan nur einen Patienten, der an Covid-19 erkrankt ist, stationär, teilt Pressesprecherin Susanne Just mit. 

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