HEIDINGSFELD

Große Show beim Jonglage-Treffen


Dreizehn individuell gestaltete Akrobatiknummern begeistern am Samstagabend das Publikum im Radlersaal im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld. „Alle, denen das Wochenende gefallen hat, rufen bitte laut Ja“, eröffnet Moderator John Nations die Gala Show der Convention. Die Zuschauer jubeln und klatschen und pfeifen, noch bevor der erste Artist die Bühne betritt.

Zum fünften Mal fand am Wochenende die Jonglier- und Akrobatikconvention „Kom[m]pass“ in Würzburg statt. 2010 war die letzte Convention in Würzburg, die meisten waren auch hier schon dabei. Von Freitag bis Sonntag kamen Artisten aus ganz Deutschland zusammen, um sich bei Workshops auszutauschen. „Statt der erwarteten 250 Teilnehmer sind über 300 hier und die Show ist mehr als ausverkauft“, sagt Christian Schenk, Mitorganisator. Die Gala Show am Samstagabend war der Höhepunkt der diesjährigen Convention.

Die Artisten kommen aus vielen Ländern und verschiedenen Ecken Deutschlands, aus Israel, der Schweiz, Polen, Kirgistan und Spanien. Aus Deutschland sind Teilnehmer aus Stuttgart, Karlsruhe und Berlin dabei.

Die junge Neta Orten aus Israel gibt die erste Darbietung. Zeigt, wie das Jonglieren einen fesselt. Als nächstes tanzen zwei neongrüne Reifen durch die Luft, bewegen sich in eleganten Schwüngen um die Würzburger Akrobatin Lisa Schaffner und leuchten im Dunkeln. Sie wird abgelöst von Christian König mit seinen Jonglierbällen. Robert Jung, gebürtiger Nürnberger auf Reisen, macht es spannend. Als er die Box in der Mitte der Bühne schließlich öffnet, bringt er eine Glaskugel zum Vorschein. Langsam lässt er sie auf seinen Fingern gleiten, lässt sie anmutig kreisen und es wirkt fast, als schwebe sie.

Risiko schafft Spannung

Die nächste Nummer wird vorgeführt von einem Paar aus Stuttgart, das sich über das Diabolo-Spielen kennengelernt hat. Christine Mödinger und ihr Freund Kevin Knoche sind oft auf Conventions. „Hier hat man einen ganz eigenen Freundeskreis“, sagen die Studenten. Am Samstagabend stehen sie zum zweiten Mal gemeinsam auf der Bühne. Ihr Diabolo rollt vor seine Füße, er hebt es auf und dann fangen sie an zu spielen. Erst alleine, dann gemeinsam, erst ein, dann zwei, dann drei Diabolos. Sie lassen sie hoch durch die Luft fliegen. „Da ist immer ein gewisses Risiko dabei“, sagt Christine. „Das macht es so spannend.“

Jakob Ziekinski aus Krakau ist nach ihnen dran. „Bodenakrobatik alleine ist schwierig in eine Show umzusetzen, deshalb habe ich das mit der Kugel kombiniert, mit der fast keiner arbeitet“, erklärt der Zirkuspädagoge. Toni Baumhofer aus Zürich präsentiert eine Jonglagenummer, Neta Orten spielt mit Gon Fernandez Rodriguez aus Spanien mit Ringen, Sergej Bohlender, geboren in Kirgistan, jongliert mit Keulen.

Die Begeisterung des Publikums wird immer größer. Oscar Kaufmann aus Berlin überzeugt mit einem großen Reifen, mit dem er über die ganze Bühne tanzt, sich zu geheimnisvoller Musik und Beleuchtung horizontal und vertikal um die eigene Achse dreht. Matthias Romir spielt herrlich komisch einen frustrierten, lebensmüden Jongleur, der sich erschießen will. Er bläst einen Ballon als verlängerten Kopf auf, stolpert über die Bühne und bringt den ganzen Saal zum Lachen. Noch ein Schweizer betritt die Bühne, Joseph Watte, der mit einer Banane jongliert, am Ende grinst und genüsslich reinbeißt. Neta Orten und Gon Fernandez Rodriguez schließen die Vorführung mit einer Nummer, bei der sie verschlungen und anmutig umeinander tanzen.

John Nations bedankt sich für die großartige Zustimmung des Publikums, die Künstler kommen noch einmal gemeinsam auf die Bühne und verbeugen sich und es ist sicher: bei der nächsten Convention werden einige erneut dabei sein.

 
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