Kirchheim

Grüne Bundestagskandidatin hat Wurzeln im Landkreis

Neujahrsempfang der Landkreis-Grünen: (von links) MdL Kerstin Celina, Bienenforscher Prof. Jürgen Tautz, stellvertretende Landrätin Karen Heußner, Bürgermeister Björn Jungbauer (CSU), die Spitzenkandidatin der Grünen für den Bundestag Manuela Rottmann,  Kreisvorsitzender Gerhard Müller und Bundestagskandidat Martin Heilig.
Foto: Christian Ammon | Neujahrsempfang der Landkreis-Grünen: (von links) MdL Kerstin Celina, Bienenforscher Prof. Jürgen Tautz, stellvertretende Landrätin Karen Heußner, Bürgermeister Björn Jungbauer (CSU), die Spitzenkandidatin der Grünen ...

Für die Begrüßung der Gäste bei ihrem Neujahrsempfang nehmen sich die der Landkreis-Grünen traditionell Zeit. Von den etwa 100 Besuchern im Kirchheimer Pfarrheim blieb kaum einer von Gerhard Müller namentlich unerwähnt. Auch ist es Tradition, auf politische Reden zu verzichten. Eine Ausnahme bildete die Vorstellung der frisch gekürten Bundestagskandidatin und früheren Frankfurter Umweltdezernentin Manuela Rottmann: Mit Platz 7 auf der Landesliste hat sie sehr gute Chancen in den Bundestag einzuziehen. Auch kennt sie den Landkreis Würzburg gut: Sie hat vier Jahre bei ihrem Großvater in Gramschatz gewohnt.

Bildungsprogramm für Nachhaltigkeit“

Das Thema des Empfangs „Natur kennen, um Natur zu schützen – Bildungspolitik neu aufstellen?“ beschäftigt die Politikerin schon seit längerem. Die promovierte Juristin hat als Umweltdezernentin in Frankfurt von 2006 bis 2012 ein preisgekröntes „Bildungsprogramm für Nachhaltigkeit“ aufgebaut, auch eine Folge ihrer Kindheit in Gramschatz. „Ich bin aufgewachsen mit Natur, Landschaft und sich selber versorgen“, erzählte sie. Das Leben ihres Großvaters, einem Bauern, habe jedoch wenig gemein gehabt mit den romantisierenden Vorstellungen von einem bäuerlichen Leben auf dem Land.

„Es war von viel Arbeit und Schmutz geprägt“, erinnert sich die 44-Jährige. Auch habe sie erst später die Schönheiten der Natur kennen gelernt.

Geboren in Würzburg, besuchte Rottmann das Gymnasium Hammelburg, promovierte 2006 in Jura und wohnt heute in Bad Kissingen. Auch als Reaktion auf ihre Kindheit habe sie einen Schwerpunkt auf die Umweltausbildung für Kinder und Jugendliche gelegt, erzählte sie. „Es geht darum, den Kindern einen Zugang zur Natur zu vermitteln“, fasste sie das Ziel ihres Frankfurter Bildungsprogramms zusammen. „Sonst bleibt ihnen ein ganz wesentlicher Teil des Lebens verschlossen.“

Schreckensvision: Ein Welt ohne Bienen

Ebendies versucht das HOBOS-Bienenprojekt des international renommierten Würzburger Bienenforschers Professor Jürgen Tautz, der das von ihm und seinen Studenten aufgebaute Projekt und den Einsatz im Schulunterricht vorstellte. Seine Schreckensvision: Ein Welt ohne Bienen. Bereits eingetreten ist sie in China. Hier hat die die verheerende Politik Mao Tse-tungs dazu geführt, dass Arbeiter heute von Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben müssen. Um Sperlinge zu töten, hatten die Volksgenossen Unmengen an Insektiziden versprüht und damit ganze Regionen vergiftet. Bienen gibt es hier keine mehr.

Doch auch in Mainfranken steht es um die Biene mancherorts kaum besser. „Dass Bienen im Sommer auf dem Land verhungern, weil sie keine Nahrung finden, hat es früher nicht gegeben“, so die nüchterne Feststellung von Tautz. Ausgeräumte Weg-säume, fehlende Blumenwiesen und Monokulturen wie etwa der Raps hinterlassen in manchen Jahreszeiten Futterwüsten. Den Bienen gehe es heute in den Städten mit der Vielfalt an Blumen in den Blumenkästen, auf den Friedhöfen oder im Park oft besser als auf dem Land.

Bei dem HOBOS-Projekt wird das Innenleben im Bienenstock mit Kameras und Rechnern erforscht. Mithilfe einer Lernplattform lässt sich das leicht in den Unterricht einbinden. Mit einer Blütenerkennungs-App für das Smartphone ist es möglich, Landschaftskartierungen auszufertigen und so auf einen für Bienen geeigneten Wechsel der Blüten zu achten. „Überall, wo sie über die Jahreszeiten verteilt Lücken ergeben, muss man sie füllen und schon hat man ein Blütenparadies für die Bienen und natürlich auch die Imker.

Nur Ohne Geld geht es nicht: Tautz wünscht sich finanzielle Hilfen für Imker und Schulen, die an einem solchen Schulprojekt teilnehmen. Auch bräuchte das HOBOS-Projekt an der Universität Würzburg eine feste Mitarbeiterstelle. Hier hofft der Professor auf die Politik.

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