Würzburg

Grüne: Streichen der Faschingsferien ein Fehler

Seit Wochen protestieren Schüler, Eltern und Lehrer gegen die Entscheidung der Staatsregierung, die diesjährigen Faschingsferien zu streichen, um verpassten Lernstoff nachholen zu können. Auch die Grünen im Landkreis Würzburg halten den Verzicht auf die Ferien für einen Fehler, wie Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Sven Winzenhörlein, in einem Presseschreiben mitteilt. 

In einem Brief an den Schulaufwandsträger Landkreis Würzburg haben die Schulleiter der Landkreisschulen die noch immer unzureichende digitale Infrastruktur an ihren Schulen beklagt. Der derzeit stattfindende online-Unterricht könne nur sichergestellt werden, weil die Lehrer von zuhause arbeiteten. Ein Hybrid-Unterricht aus den Schulen sei unter anderem auf Grund zu geringer Netzkapazitäten nicht zu garantieren. Für die Kreistagsfraktion der Grünen kritisieren Sven Winzenhörlein und Jessica Hecht in diesem Zusammenhang die Entscheidung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zur Streichung der Faschingsferien "als wenig durchdacht".

Klassenzimmer müssen entsprechend ausgestattet sein

"So wichtig die Rückkehr der Kinder in den Präsenzunterricht ist, in einer Übergangszeit wird dies nur mit geteilten Klassen und Hybridunterricht gehen", erklärt Jessica Hecht, Kreisvorsitzende der Grünen in Würzburg-Land und selbst Gymnasiallehrerin. Dass der Unterricht, den die eine Hälfte der Klasse im Klassenzimmer erhält, für die anderen Schüler nach Hause gestreamt wird, setze eine entsprechende Ausstattung der Räume und eine belastbare Internetversorgung voraus.

Sven Winzenhörlein kritisiert zudem, dass die Streichung der kurzen Ferien außer Acht lasse, wie anstrengend der derzeitige online-Unterricht für alle Beteiligten sei: "Schüler, Lehrer und auch die Eltern im Home-Office, die jetzt als Unterrichtsassistenten im Einsatz sind, brauchen dringend eine Verschnaufpause." Eine Unterrichtsphase von Januar bis Ostern sei einfach zu lang, so der Fraktionsvorsitzende und Vater einer Zwölftklässlerin.

Die Grünen fordern daher nicht nur einen zügigen Ausbau der Glasfaseranbindung der Schulen im Landkreis, sondern auch schnelle Hilfen auf Landesebene. "Lehrer haben noch immer keine Dienst-Laptops, sondern sind auf ihre private Ausstattung angewiesen", beklagt Jessica Hecht. "Man erwartet von Lehrenden und Lernenden Quantensprünge bei der Digitalisierung, unterstützt sie dabei aber nicht im ausreichenden Maße mit Hardware und Infrastruktur."

Für die Gestaltung der Lernzeit in der Faschingswoche hoffen die beiden Kreisvorsitzenden auf die Nutzung des pädagogischen Spielraums durch die Schulen, wie es abschließend heißt.

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