Höchberg

Grüne und SPD stellen Höchberger Bürgermeister-Stellvertreter

Mit Spannung verfolgten die Höchberger die erste Gemeinderatssitzung unter dem neuen Bürgermeister Alexander Knahn. Spannend verlief die Wahl seiner beiden Stellvertreter.
Bürgermeister Alexander Knahn (Mitte) mit seinen Stellvertretern Sven Winzenhörlein (Bündnis 90/Die Grünen; links) und Bernhard Hupp (SPD).
Bürgermeister Alexander Knahn (Mitte) mit seinen Stellvertretern Sven Winzenhörlein (Bündnis 90/Die Grünen; links) und Bernhard Hupp (SPD). Foto: Conny Puls

Die CSU hat es schwer in Höchberg. Dies kristallisierte sich bereits bei der Kommunalwahl am 15. März heraus, als der überparteiliche Kandidat Alexander Knahn mit deutlichem Stimmen-Abstand zu seinen Mitbewerbern Sarah Braunreuther (CSU) und Sven Winzenhörlein (Bündnis 90/Grüne) zum Bürgermeister gewählt wurde. Eine deutliche Niederlage musste CSU-Gemeinderätin Sarah Braunreuther nun erneut bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates hinnehmen, als die Stellvertreter des neuen Ortsoberhauptes gewählt wurden.

Gut 40 Bürger, darunter auch der langjährige Amtsinhaber Peter Stichler, kamen in die TG-Halle – neugierig, wie sich der neue Bürgermeister in seiner ersten Sitzung schlägt und wer seine Stellvertreter werden. Doch zuvor musste der 44-Jährige erst einmal seinen Amtseid ableisten, den ihm Walter Feineis (Bündnis 90/Die Grünen) als ältester Gemeinderat abnahm.

Neue Gemeinderäte vereidigt

Knahn wirkte zunächst noch angespannt, die Nervosität legte sich dann aber, als er jedem einzelnen der neuen Gemeinderäte den Eid abverlangte. Damit sitzen nun neu im Gemeinderat David Braunreuther (CSU), Sven Winzenhörlein, Susanne Cimander, Jonas Fleckenstein (alle Bündnis 90/Die Grünen), Kai Dunkel (Freie Wähler/Höchberger Mitte) und Martin Guckenberger für die Unabhängige Wählergemeinschaft Höchberg (UWG).

Anschließend hieß es für die 21 Gemeinderäte, ihre Stimme den beiden neuen Bürgermeister-Stellvertretern zu geben. Für Sven Winzenhörlein sprach sich die Grünen-Fraktion aus. Wie Susanne Cimander betonte, habe er nicht nur einen guten Wahlkampf mit einem Ergebnis von knapp 20 Prozent hingelegt, sondern verfüge auch über ausreichend politische Erfahrungen aufgrund seiner Tätigkeiten im Kreistag. Zudem stünde einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Alexander Knahn nichts im Wege. 

Sarah Braunreuther unterliegt in zwei Wahlgängen

Matthias Rüth schlug für die CSU Sarah Braunreuther vor. Sie habe immerhin rund 400 Stimmen mehr als SPD und Grüne im Wahlkampf erhalten und bilde damit den Wählerwillen ab. Sie sitze seit nunmehr zwölf Jahren im Gemeinderat und engagiere sich in verschiedenen Ausschüssen. Außerdem stünde eine Frau auf dem Posten dem Gemeinderat gut zu Gesicht, fand der CSU-Fraktionsvorsitzende. Weitere Wahlvorschläge gab es nicht. 

Mit zwölf zu acht Stimmen fiel die Wahl des ersten Stellvertreters auf Sven Winzenhörlein. Enttäuschung gab es bei Sarah Braunreuther und Verwunderung im Publikum wegen einer ungültigen von insgesamt 21 abgegebenen Stimmen. Noch deutlicher war die Niederlage für Braunreuther bei der Wahl des dritten Bürgermeisters. Hier unterlag sie Bernhard Hupp, der von der SPD vorgeschlagen wurde und mit 16 Stimmen erneut zum zweiten Stellvertreter gewählt wurde. Von hier 21 gültigen Stimmen bekam Braunreuther nur fünf. Hupp sitzt seit 2002 im Gemeinderat und ist seit zwölf Jahren stellvertretender Bürgermeister. 

Ein Abschied mit Abstand

Nachdem alle Regularien geklärt waren und Bürgermeister Alexander Knahn auch noch einstimmig zum Standesbeamten erklärt worden war, richtete er sich mit einer emotionalen Rede abschließend ans Publikum. Sein Amtsantritt habe er sich zwar nicht als Krisenmanager vorgestellt, aber die jetzige Corona-Krise fordere nicht nur ihn, sondern die gesamte Gesellschaft heraus. Dazu gehöre auch, dass er sich leider nicht mit einem Händedruck und einer Feier von seinem Vorgänger und Mentor Peter Stichler verabschieden konnte. Dies hole man aber ganz sicher nach. Knahn dankte ihm für die jahrelange Unterstützung. Peter Stichler – erstmals als Zuhörer in der zweiten Reihe – zeigte sich gerührt. 

"Ich verspreche, mich mit meiner vollen Kraft diesem Amt zu widmen", sagte Knahn und äußerte den Wunsch, dass man jede Sitzung unter die Frage "Wie wollen wir, dass unsere Bürger leben?" stellen solle, da es ausschließlich um Höchberger Aufgaben gehe, die "wir nur gemeinsam lösen können."

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