WÜRZBURG

Gut hundert Bürger kamen zum "Stadtgespräch" über das Stadtbild

Selbst wenn man umstrittene Architektur völlig außen vor lässt, kann man stundenlang über das Würzburger Stadtbild streiten. Das zeigte sich beim aktuellen „Stadtgespräch“ von Main-Post und Rudolf-Alexander-Schröder-Haus: Gut hundert Bürger wollten im Saalbau Luisengarten mit Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) „Ringpark in Gefahr“ und Stadt-Vertretern diskutieren.

So gefällt der Bürgerinitiative (BI) Ringpark in Gefahr die Stadt nicht: Die unansehnlichen Glascontainer auf der Südseite der Marienkapelle sind ein Negativbeispiel in der BI Ausstellung „positiv – negativ“.I
Foto: FOTO B | So gefällt der Bürgerinitiative (BI) Ringpark in Gefahr die Stadt nicht: Die unansehnlichen Glascontainer auf der Südseite der Marienkapelle sind ein Negativbeispiel in der BI Ausstellung „positiv – ...
Stadtbaurat Christian Baumgart, CTW-Geschäftsführer Klaus Walther, BI-Sprecher Raimund Binder und den ehemaligen Regensburger Stadtplaner Rudolf Saule hatte Main-Post-Redakteur Andreas Jungbauer auf dem Podium zu Gast.

Zunächst hatte die BI das Wort: Zahlreiche Schandflecke im Stadtbild haben Suse Schmuck und ihre Mitstreiter im vergangenen Jahr in einer viel beachteten Ausstellung deutlich gemacht.

Am Donnerstag konzentrierten sie sich auf die wichtigsten Themen: „Zahlreiche schöne Plätze sind mit Autos zugestellt. Glascontainer und Telekom-Kästen bereichern das historische Ambiente“, klagte Schmuck.

Gegen die „Verramschung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes“ durch übergroße Werbung und ausufernde Auslagen wandte sich Manfred Neuner.

Ada Braun kritisierte zahlreiche Mülltonnen in Innenstadt-Straßen und -Gassen: „Der Innere Graben müsste eigentlich Müllgraben heißen.“

Einen positiven Aspekt gibt es: Dank des Engagements von Monika Funcke-Auffermann fließen viele Brunnen wieder.

Baustellen im Stadtbild gibt es aber noch genug. Rudolf Saule ist ein Verfechter von kommunalen Satzungen zur Regelung von Stadtgestaltung und Werbeanlagen: „Man braucht Vorschriften, um Auswüchse zu verhindern.“

In Regensburg, von BI-Sprecher Raimund Binder als „leuchtendes Beispiel“ bezeichnet, sind die Werbemöglichkeiten für Einzelhändler stark eingeschränkt, Auslagen auf der Straße werden, wie auch in München, nur in Ausnahmefällen zugelassen.

Saule warb aber auch intensiv dafür, dass Verwaltung, Bürger und Einzelhandel gemeinsam eine Strategie für den Erhalt und Gestaltung des historischen Stadtbilds entwickeln.

Überraschend: Auch Adolf Wolz, Kreisvorsitzender des Einzelhandelsverbandes, befürwortete eine städtische Regelung von Werbung und Auslagen als „absolut sinnvoll“.

Im Dialog Lösungen finden


Stadtbaurat Christian Baumgart möchte dagegen auf Verordnungen von oben verzichten und lieber Lösungen im Dialog mit den Einzelhändlern finden.
 
Eine Vorreiter-Rolle soll dabei die Entwicklung der Kaiserstraße spielen, die in Zusammenarbeit mit Hauseigentümern und Ladeninhabern neu gestaltet wird.

Das Endergebnis soll festgeschrieben werden und könnte als Vorbild für andere Straßen dienen. „Die Frage muss lauten: Wie machen wir gemeinsam etwas besser?“, so Baumgart.

Sanktionen seien zwar bereits jetzt möglich: „Aber wer wünscht sich schon permanent mehr Überwachung?“

Auch CTW-Chef Klaus Walther ist gegen Zwangsmittel zur Stadtbildverbesserung. „Viel wichtiger wäre es, ein gemeinsames Bewusstsein aller Bürger für den Erhalt des Stadtbilds zu schaffen“, so der Wirtschaftsförderer.

Weitere Themen des „Stadtgesprächs“ waren unter anderem fehlende öffentliche und behindertengerechte Toiletten, die Beschilderung und der neue Mainkai.

Der neue Stadtheimatpfleger Hans Steidle forderte nach den vielen emotional geprägten Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre eine Versachlichung der Diskussion:
 
„Wir müssen wieder zu einem Miteinander kommen und uns nach einer Analyse des Stadtbilds auf gemeinsame Standards einigen.“

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