VERSBACH

Hamster-Umsiedlung offenbar gut gelaufen

Den Feldhamstern, die wegen des neuen Ikea-Möbelhauses umziehen mussten, geht es gut. Dieses Ergebnis brachte die neueste Analyse des Umweltbüros Fabion, das im Auftrag der Stadt mit Argusaugen über Wohl und Wehe der Nager wacht.
Den Feldhamstern, die der Ikea-Ansiedlung weichen mussten, geht es gut, sagt Expertin Carola Rein beim Check der Nager-Baue.
Foto: FOTO T. Müller | Den Feldhamstern, die der Ikea-Ansiedlung weichen mussten, geht es gut, sagt Expertin Carola Rein beim Check der Nager-Baue.

Mit mehreren Studenten war Carola Rein, Diplomingenieurin für Landschaftsplanung, auf den schlammigen Fluren Versbachs unterwegs, um die Anzahl und den Zustand der geschützten Tiere zu erkunden. Das war ein schweißtreibendes Unterfangen, denn Ackerzeile für Ackerzeile gehen die Beobachter durch das Feld und zählen die Baue. Dann stecken sie bunte Fähnchen neben die Fundstellen und die Expertin prüft später, ob dort auch tatsächlich der Hamster haust oder vielleicht nur eine Maus das großzügige Platzangebot im Erdloch schätzt.

Die Hamster wurden im Spätsommer 2007 mit Lebendfallen gefangen und dann zu ihrer neuen Heimat getragen, um sie vor dem Lärm und Schmutz der Ikea-Großbaustelle zu schützen. Jetzt siedeln die Nager rechts und links von der Rochus-Kapelle in Versbach.

Ohne ein Konzept für die Hamster keine Baugenehmigung für den Möbelriesen, erinnerte Rein an die Anfänge der Planungen im Jahr 2006. Und so wurden die Flächen kartiert und die Population gezählt. Dann kam das „Umzugsunternehmen Fabion“ und siedelte 187 Tiere um. Auf elf Hektar Ausgleichsflächen, etwa einen Kilometer von der ursprünglichen Heimat entfernt, zählt Rein derzeit 120 Baue, eine gute Zahl, wie sie betont.

Diese Flächen werden von Bauern bewirtschaftet, mit Sommer- und Winter-Getreide und Luzerne – das ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler – um den Nagern das Bleiben zu versüßen. 20 Jahre lang laufen diese Verträge erstmal, die Stadt und Ikea etwa 500 000 Euro kosten, wie Stadtsprecher Christian Weiß bei einem zugigen und matschigen Lokaltermin bestätigte. Der Umzug der Tiere hat etwa 14 000 Euro gekostet.

Doch nicht nur den Zustand der umgesiedelten Hamster kontrollieren die Experten. Sie dehnen ihr „Monitoring“ auch auf die übrigen 60 Hektar auf der Versbacher Flur aus. So stellten sie zum Beispiel fest, dass die eigentlich scheuen Nager bis dicht an die Großbaustelle siedelten. Sie lassen sich von dem Lärm und von den vielen Lastern nicht stören. Der Population neben den Ausgleichsflächen geht es jedenfalls gut. „Wir haben die gleiche Dichte von Bauen wie vor Ikea“, sagt Rein. Noch weitere zehn Jahre wird sich das Umweltbüro um die nachtaktiven Nager kümmern. Regelmäßig finden Begehungen und Zählungen statt.

Online-Tipp

Die Geschichte der Ansiedlung von Ikea in Würzburg und die Artikel zur Hamsterproblematik finden Sie neben vielen Bildern im Internet unter www.mainpost.de/ikea

Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)