Würzburg

Hettstadter Hof stellt seinen Betrieb auf ökologischen Landbau um

Mit der Umstellung der landwirtschaftlichen Betriebsweise des Hettstadter Hofes auf ökologischen Landbau erfährt das Würzburger Trinkwasser eine erfreuliche Veränderung, denn über 50 Prozent kommen aus dem Wasserwerk Zell. Darüber informiert die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) in einer Pressemitteilung.

Damit im Wasserwerk Zell im Mittel 200 Liter pro Sekunde Quellwasser genutzt werden kann, ist eine Einzugsgebietsfläche zur Grundwasserneubildung von circa 6400 Hektar erforderlich. Um das Trinkwasser in sensiblen Gebieten wie Unterfranken vor nachteiligen Einflüssen zu schützen, bedarf es kontinuierlicher Anstrengungen zur Qualitätssicherung.

Ressourcenschonend und umweltverträglich

Die Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH (TWV) hat deshalb bereits vor über 30 Jahren Flächen im Nahbereich der Wasserstollen in Zell, im Bereich der engeren Schutzzone, erworben und in ein sogenanntes "Ökologisches Wasserschutzgebiet" umgewandelt. 

In direkter Nachbarschaft befindet sich der Hettstadter Hof. Robert Reitzle, der den Hof mit circa 300 Hektar im Nahbereich der Zeller Quellen seit 33 Jahren konventionell bewirtschaftet, erklärte, dass er sich mit möglichen Veränderungen der Betriebsweise beschäftigt habe und sie in Abstimmung mit dem Freiherr Groß von Trockau auf ökologischen Landbau umstelle.

Ökologischer Landbau sei besonders dafür geeignet, langfristig die Trinkwasserqualität zu sichern, heißt es in der Mitteilung weiter. Denn die ressourcenschonende und umweltverträgliche Form der Landwirtschaft orientiert sich leitend am Prinzip der Nachhaltigkeit.

Weniger Nährstoffe werden im Boden ausgewaschen

Durch den Verzicht auf mineralischen Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel werden Oberflächengewässer sowie das Grundwasser geschützt. Im Vergleich zum konventionellen Landbau werden mit der ökologischen Bewirtschaftung weniger Nährstoffe, wie zum Beispiel Nitrat, im Boden ausgewaschen.

Durch verschiedene Förderprogramme werden die derzeitigen ökologischen Leistungen als Agrarumweltmaßnahme gefördert. Das ist zwingend notwendig, da mit der Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung die erzeugten Lebensmittel in den ersten Jahren noch nicht als Bioprodukte mit entsprechend höheren Preisen verkauft werden dürfen.

Deshalb setzt die Bereitschaft zur Umstellung auf den ökologischen Landbau Planungssicherheit und Unterstützung voraus. Das Ziel der Bundesregierung, einen Anteil von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland zu erreichen, erfordert deshalb eine ausreichende finanzielle Förderung, damit der Umweltschutz in der Landwirtschaft berücksichtigt werden kann.

Erfolgreiche Kooperationen mit Ökolandwirten

Seit mehr als 25 Jahren beschreitet die TWV einen eigenen Weg, indem sie mit Landwirten Vereinbarungen zum Grundwasserschutz abschließt. Mit finanziell geförderten Maßnahmen zur Vermeidung der Nitratauswaschung ist es gelungen, den Nitrataustrag zu senken und im Trinkwasser Nitratwerte deutlich unter 50 mg/l einzuhalten.

Christof Amrehn, neuer Mitarbeiter der TWV, nimmt sich dieser Aufgaben zukünftig an und betreut circa 2500 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen in den Wassereinzugsgebieten, auf denen Maßnahmen zum Grundwasserschutz durchgeführt werden.

"Neben den Fördervoraussetzungen für die Landwirte ist unsere Bereitschaft, faire Preise für die erzeugten Lebensmittel zahlen zu wollen, für das Gelingen von grundlegender Bedeutung. Das Kaufverhalten entscheidet darüber, ob wir die gesetzten Ziele erreichen", sagt Amrehn.

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