Höchberg

Warum ein Höchberger Aktivist für die Verkehrswende trommelt

Frederic Leclerq ist überzeugter Radfahrer sitzt öfters an der B 27 und macht auf den Lärm aufmerksam.
Frederic Leclerq sitzt öfter an der Höchberger Bundesstraße 27 und trommelt gegen den Verkehr an. Durch einen Umstieg auf Bus und Bahn könnte der Individualverkehr verringert werden, meint er.
Foto: Matthias Ernst | Frederic Leclerq sitzt öfter an der Höchberger Bundesstraße 27 und trommelt gegen den Verkehr an. Durch einen Umstieg auf Bus und Bahn könnte der Individualverkehr verringert werden, meint er.

Einsam sitzt Frederic Leclerq mit seinem Cajon - auf Deutsch auch Kistenrommel genannt -  an der Bundesstraße 27 in Höchberg und trommelt, was das Zeug hält. "Ich will auf den Klimawandel aufmerksam machen und die Menschen dazu bewegen, weniger das Auto zu benutzen und mehr auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen", nennt er zwei Gründe für seine Aktion. Auch das Thema Lärm gehört für ihn in diesem Zusammenhang dazu. Leclerq war Gründungsmitglied der Bürgerinitiative "Höchberg leiser", die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Lärmbelastungen durch den Verkehr anzusprechen und dabei zu helfen, diesen zu verringern.

Gerade die vierspurige Bundesstraße bei Höchberg sei ein Beispiel, wie stark die Lärmbelastung ist. Trotz des Einbaus von Lärm absorbierendem Asphalt vor knapp drei Jahren geht es nach wie vor lautstark zu auf der viel befahrenen Straße. Die Bürgerinitiative fordert schon seit geraumer Zeit eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer. Derzeit sind noch 70 erlaubt auf dem Stück zwischen der Stadtgrenze Würzburg und der Ortsgrenze Höchberg. Durch die Kessellage der Straße wird der Lärm an die ansteigenden Hänge übertragen.

Lärmmessungen haben teils hohe Werte ergeben

"Ein Schlafen mit offenem Fenster ist fast nicht möglich", berichtet Leclerq, der an einem dieser Hänge wohnt. Deshalb will er mit seinen Aktionen zum Nachdenken anregen. Würden mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, wäre die Lärmbelastung schon viel geringer, ist er sich sicher. Innerhalb der Bürgerinitiative hatte man Lärmmessungen an verschiedenen Stellen an der Straße und an den Berghängen gemacht und teilweise sehr hohe Werte nachgewiesen.

Leclerq fährt Fahrrad, wann immer es geht, denn diese Fortbewegungsart verbraucht am wenigsten Ressourcen und ist auch sonst gut für die Umwelt, ist er überzeugt. Sein altes Fahrrad steht öfter am Straßenrand. Mit einem selbstgebastelten Schild daran fordert er zum Umstieg auf Busse und Bahnen auf und wenn er dann noch am Straßenrand sitzt und trommelt, erreicht er vielleicht den einen oder anderen Mitbürger emotional. "Ich will zu einem Umdenken beitragen. Viele Menschen werden durch den zunehmenden Lärm krank". 

Hinweis der Redaktion: In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, dass Frederic Leclerq unter anderem Kassier in der Bürgerinitiative "Höchberg leiser" ist. Dies stimmt so nicht mehr. Fakt ist, dass er Gründungsmitglied und zunächst als Kassier im Vorstand tätig war, aus dem Vorstand aber bereits im Jahr 2019  gewählt wurde und auch seit gut einer Woche kein Mitglied der Initiative mehr ist. 

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