WÜRZBURG

Hoffnungslos am Hauptbahnhof: Für zweiten Aufzug zu den Gleisen fehlt der Bahn das Geld

Treffpunkt Bahnhof: Georg Brunnhuber und Klaus-Dieter Josel von der Bahn AG mit den Würzburger CSU-Politikern Christian Schuchardt, Barbara Stamm, Adolf Bauer und Oliver Jörg (von links).
Foto: Theresa Müller | Treffpunkt Bahnhof: Georg Brunnhuber und Klaus-Dieter Josel von der Bahn AG mit den Würzburger CSU-Politikern Christian Schuchardt, Barbara Stamm, Adolf Bauer und Oliver Jörg (von links).

Um ihrem Ansinnen, im Zuge der behindertengerechten Bahnhofsumgestaltung einen zweiten Aufzug zu den Gleisen zu planen und zu bauen, Nachdruck zu verleihen, trafen sich am Montag Würzburger CSU-Politiker mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm an der Spitze, mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn in Würzburg. Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn AG für die Region Süd und das Land Bayern, sowie Georg Brunnhuber, der Politikbeauftragte der Deutschen Bahn AG, machten den Würzburgern aber nur sehr eingeschränkte Hoffnungen, dass der zweite Aufzug bis zum anvisierten Umbauende im Frühjahr 2018 realisiert werden kann.

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Mit Barbara Stamm waren MdB Paul Lehrieder, MdL Oliver Jörg, Bürgermeister Adolf Bauer, Stadtratsfraktionschef Thomas Schmitt und OB-Kandidat und Stadtkämmerer Christian Schuchardt nebst Stadtratsmitgliedern und -kandidaten zum Gespräch mit den Bahn-Verantwortlichen gekommen. Lehrieders Forderung nach einem weiteren Aufzug verstärkte Barbara Stamm mit dem eindringlichen Hinweis, dass dies „ohne jegliche zeitliche Verzögerung“ erfolgen müsse.

„Das Wasser wird kein Hinderungsgrund sein, hier zu bauen.“
Klaus-Dieter Josel, Bevollmächtigter der Bahn AG

Oliver Jörg unterstrich die Notwendigkeit mit dem Hinweis, dass es in Würzburg und Umgebung zahlreiche soziale und medizinische Einrichtungen gebe, die von Menschen mit eingeschränkter Mobilität aufgesucht würden, die nicht selten mit der Bahn aus ganz Deutschland anreisen.

Brunnhuber reagierte sehr verhalten auf den Wunsch: Zunächst müssten bis 2020 noch mehr als 2000 andere Bahnhöfe behindertengerecht umgebaut werden, bevor es irgendwo einen „Deluxe-Ausbau“ geben könne. Auch Klaus-Dieter Josel beurteilte die Chancen für einen zweiten Aufzug bis 2018 skeptisch. Der koste nämlich rund eine Million Euro zuzüglich Folgekosten, eine Finanzierung gebe es bis jetzt dafür aber nicht. Gleichzeitig berief er sich auf Erfahrungen aus anderen Städten mit zum Teil höheren Passagieraufkommen, denen zufolge ein Aufzug leistungsfähig genug sei. Die Planung eines zweiten Aufzugs zum jetzigen Zeitpunkt tangiere aber auch das Planfeststellungsverfahren. Eine Umplanung jetzt bedeute einen Zeitverzug von mehreren Monaten.

Immerhin rangen die CSU-Politiker Josel das Zugeständnis ab, bis zum nächsten Runden Tisch am 24. Februar überprüfen zu lassen, ob während der aktuellen Bauarbeiten eine parallele Planung für den zweiten Aufzug durchgeführt werden könne, ohne dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommt. Bei der Bedarfsanalyse solle die Bahn vor allem die Zusammensetzung der Reisenden berücksichtigen, die in Würzburg einen hohen Anteil Mobilitätseingeschränkter beinhalte, so Christian Schuchardt.

Einen Lichtblick gab es aber auch noch – und zwar hinsichtlich der seit einigen Wochen andauernden Bohrungen im Bahnhofsbereich. Sie sollen Aufschlüsse liefern, ob durch die Bauarbeiten eine Gefährdung der Bahnhofsquellen besteht. Obwohl die Bohrungen noch nicht beendet sind, wagte DB-Bevollmächtigter Josel das Zwischenfazit: „Momentan sind keine negativen Ergebnisse bekannt. Das Wasser wird kein Hinderungsgrund sein, hier zu bauen.“

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