Aub

Hohe Investitionen erfordern neue Kredite

Die Baustelle der Stadt Aub in der Etzelstraße: 1,3 Millionen Euro sind für die Sanierung der beiden Häuser heuer im Haushalt eingeplant.
Foto: Alfred Gehring | Die Baustelle der Stadt Aub in der Etzelstraße: 1,3 Millionen Euro sind für die Sanierung der beiden Häuser heuer im Haushalt eingeplant.

Der Stadt Aub stehen erneut hohe Ausgaben im Vermögenshaushalt bevor. Wie der Haushaltsplan für 2021 ausweist, können diese Investitionen nicht ohne neue Darlehen finanziert werden. Der Schuldenstand der Stadt wird sich deutlich erhöhen. Den Haushalt für das laufende Jahr bezeichnete Bürgermeister Roman Menth als außergewöhnlich.

Judith Kammleiter, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Aub, stellte dem Stadtrat das Zahlenwerk vor. Danach beträgt das Haushaltsvolumen für die kleine Stadt mit ihren 1465 Einwohnern im Verwaltungshaushalt (laufende Kosten) 3,75 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt (Investitionen) 4,55 Millionen Euro, insgesamt 8,31 Millionen Euro. Um insbesondere die hohen Ausgaben im Vermögenshaushalt zu finanzieren, reichen die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (215 300 Euro) und die Entnahme aus den Rücklagen von 1,3 Millionen Euro nicht aus. Zum Ausgleich des Etats sind neue Darlehen in Höhe von 1,135 Millionen Euro erforderlich. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt zum Jahresende auf 1035 Euro.

Die wichtigste Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit erwarteten 759 000 Euro (Vorjahr 754 335 Euro), die staatliche Schlüsselzuweisung mit 496 000 Euro (Vorjahr 360 884 Euro) und die Gewerbesteuer, die von 402 951 Euro im Vorjahr auf geschätzte 424 000 Euro steigt.

Die Ausgabenseite wird geprägt von der Kreisumlage, die von 610 000 Euro auf 545 000 Euro sinkt, und von den Umlagen an Zweckverbände wie die Verwaltungsgemeinschaft mit 349 600 Euro (Vorjahr 339 447 Euro). Die Zuführung zum Vermögenshaushalt kann von 166 100 Euro im Vorjahr auf 215 300 Euro gesteigert werden.

Sanierung der Häuser in der Etzelstraße ist teuerstes Projekt

Im Vermögenshaushalt stehen auf der Einnahmenseite neben der Entnahme aus den Rücklagen Investitionszuweisungen für die Sanierung zweier Häuser in der Etzelstraße von 679 000 Euro und für die Stadtmauer von 405 000 Euro sowie Zuschüsse der Städtebauförderung von 183 000 Euro (im Vorjahr 210 400 Euro). Für die Neugestaltung des Kirchhofes und die Renovierung des Kreuzschleppers in Baldersheim werden 140 000 Euro erwartet.

Die Investitionen im Vermögenshaushalt werden bestimmt von Kosten für die Sanierung der Häuser in der Etzelstraße in Höhe von 1,3 Millionen Euro (Vorjahr 193 868 Euro) und der Stadtmauer von 330 000 Euro. Für die Neugestaltung des Stadteingangs Nord, der Gollachbrücke und Klein-Venedigs stehen nochmals 290 000 Euro im Etat, für die Umgestaltung der Kirchgasse in Baldersheim 285 000 Euro und für die Sanierung des Baldersheimer Friedhofes 202 000 Euro. Für die Sanierung der Gemeindestraße von Burgerroth nach Bieberehren sind 200 000 Euro eingestellt.

Die Rücklagen der Stadt Aub sinken von 1,6 Millionen Euro zu Jahresbeginn auf nur noch 300 000 Euro zum Jahresende. Richtig heftig wird es für die Auber allerdings erst, wenn man die Finanzplanung für die Zeit bis 2024 betrachtet. In diesem Zeitraum stehen teure Projekte wie die Abwasserbeseitigung mit 1,6 Millionen Euro an, die Fortsetzung der Stadtmauer-Sanierung (600 000 Euro), die Erweiterung der Heerstraße (280 000 Euro) und Grunderwerb (1,1 Millionen Euro). Für den Umbau der Pfarrscheune zum Feuerwehrhaus für Burgerroth sind 144 000 Euro kalkuliert, für die Sanierung der ehemaligen Synagoge in Aub 225 000 Euro und für den Ausbau des Jugendraumes im Wasserwachthaus weitere 168 000 Euro.

Der Finanzplan bis 2024 verursacht Sorgenfalten

Die Fortführung des Altstadtrundweges und der Ausbau des Angersberges werden mit 320 000 Euro veranschlagt, Planungskosten für Gewerbeflächen mit 100 000 Euro. Für einen Bürgersaal in Burgerroth sind 125 000 Euro vorgesehen, für die Sanierung der alten Schule in Aub und ihren Umbau zum Bürgerhaus 550 000 Euro.

Bei vielen der Ratsmitglieder verursachten diese Zahlen und insbesondere der Finanzplan Sorgenfalten. Dennoch stimmte das Gremium mehrheitlich dem vorgelegten Haushaltsplan zu. Drei Gemeinderäte stimmten dagegen. Die Finanzplanung fand mit vier Gegenstimmen eine Mehrheit.

Auch wenn Bürgermeister Menth andeutete, die Stadt müsse sich nach weiteren Einnahmen umsehen, blieben die Hebesätze für die Gewerbesteuer mit 380 Punkten und für die Grundsteuern A und B mit 395 Punkten unverändert. Zwar könne nicht alles in den vergangenen Jahren versäumte nachgeholt und nachfolgende Generationen überschuldet werden, allerdings gäbe es zu vielen Investitionen keine Alternative, so Menth. Schließlich zeige der Haushalt, dass sich etwas bewege in Aub.

Die Sanierung der Häuser in der Etzelstraße ist die größte Investition der Stadt Aub.
Foto: Alfred Gehring | Die Sanierung der Häuser in der Etzelstraße ist die größte Investition der Stadt Aub.
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