Würzburg

iPad-Klasse drehte Filme mit Erstklässlern

Die iPad-Klasse 5G der Gustav-Walle-Mittelschule verfilmte zusammen mit Erstklässlern der Grundschule das Märchen "Die drei kleinen Schweinchen" nach Joseph Jacobs.
Schüler der Gustav-Walle Grund- und Mittelschule präsentierten ihre am iPad erstellten Filme und sorgten damit für große Resonanz beim jungen Publikum. Foto: Thomas Obermeier

5G assozieren die meisten wohl mit dem Netzausbau, der Deutschland als Digitalstandort aufwerten soll. Auch an der Gustav-Walle-Schule steht "5G" für den technologischen Fortschritt, denn die Ganztagsklasse 5G hat die Benutzung von Tablets fest in ihren Unterricht integriert. Als Erweiterung des pädagogischen Konzepts "OASE", das seit März 2018 existiert, hat die fünfte Klasse der Gustav Walle-Mittelschule im vergangenen Schuljahr mit den Grundschülern der 1b kooperiert. Daraus entstanden sind zwei kurze Filme, die sie jüngst in der Aula der Gustav-Walle-Schule präsentierten. 

Als Teil des Projekts "OASE", das für  "Offene Arbeitsatmosphäre und Stille Einzelarbeitsplätze" (OASE) steht, besitzt jeder Schüler der 5G ein eigenes Tablet, das als unterstützendes Hilfsmittel dienen soll. Im Deutschunterricht der 5G stand dieses Jahr beispielsweise die digitale Umsetzung des Märchens "Drei kleine Schweinchen" auf dem Stundenplan. Für die am Projekt ebenfalls beteiligten Erstklässler lag der Fokus hingegen auf der sprachlichen Entwicklung. Im Rahmen des Theater-Projekts trainierten die Grundschüler ihre Sprachfertigkeit und übten eine klare Aussprache. 

Jeden Donnerstagnachmittag trafen sich die zwei Klassen zum Proben. "Im ersten Halbjahr ging es vor allem um die Bewegungen. Danach haben wir das Sprechen geübt, zum Beispiel mit Improtheater", erzählte Lehrerin Britta Schramm, die selbst schon einige Erfahrung auf Würzburgs Bühnen gemacht hat. Dabei beabsichtigte das Projekt auch, die Sprachfertigkeit der Schüler zu verbessern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. "Es sind enorme Fortschritte zu sehen. Natürlich sind manche schüchterner als andere, aber auch die konnten im Ton oder in der Technik mitwirken", erläuterte Schramm.

Mit einer App erweckten die Schüler "Die drei kleinen Schweinchen" virtuell zum Leben

Mithilfe der App "Puppet Pals 2", konnten die Kinder ihre eigenen virtuellen Figuren erstellen und sie vor einem digitalen Standbild Bewegungen ausführen lassen. Diese kurzen Clips wurden mit akustischen Effekten belegt und die Charaktere von den Erstklässlern synchronisiert. Heraus kam die Inszenierung der "Drei kleinen Schweinchen" nach Joseph Jacobs und eine abgeänderte Version, die mit "Die drei kleinen Geschwister" betitelt wurde.

Mithilfe der App "Puppet Pals 2" inszenierten die Schüler das Märchen "Die drei kleinen Schweinchen" nach Joseph Jacobs. Foto: Britta Schramm

Die Schüler präsentierten nicht nur die Ergebnisse, sondern erklärten auch den Ablauf des Entstehungsprozesses anhand von kurzen Videos. Nach der Vorführung dankten die einzelnen Schüler der 5G ihren Partnern aus der ersten Klasse und lobten sie für ihre gute Mitarbeit.

Das Tablet dient lediglich als Lernunterstützung 

Ayesha und Lean besuchen beide die iPad-Klasse 5G. "Wir benutzen verschiedene Lernapps und haben auch eine App, wo unsere Arbeitsblätter gespeichert sind. Wenn wir die dann vergessen, können wir sie einfach nochmal herunterladen und ausdrucken", berichtete Ayesha. "Im Unterricht können die Lehrer aber auch ganz genau auf ihrem Laptop kontrollieren, was wir auf dem iPad machen", erzählte Lean.

Die Tablets sollen es den Lehrern erleichtern, individueller auf die Schüler einzugehen, erklärte Projektleiterin Gudrun Reinders. "In Mathe benutzen wir beispielsweise eine App, mit der es Schülern leichter fällt, geometrische Figuren genau zu zeichnen. Wenn das gut auf dem iPad klappt, gehen wir dann aber natürlich wieder zu Bleistift und Papier über." Das Tablet diene mehr dazu, jedem individuellen Schüler Erfolgserlebnisse zu schaffen, stellte Reinders klar. "Den guten sowie denen, die Schwierigkeiten haben, im Unterricht mitzukommen."

Das pädagogische Konzept "OASE" wurde von Reinders und ihrer Kollegin Karin Dietzsch entwickelt. Neben einigen anderen Förderern konnte die Gustav-Walle-Schule auch die Stadt Würzburg als Sachaufwandsträger gewinnen. Für das digitale Modellprojekt macht sich Stadträtin Judith Jörg (CSU) stark, die ebenfalls der Filmvorführung beiwohnte.

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