Würzburg

In bester Gesellschaft

Alles für die Freunde: Harald Knobling malte "Architektur" eigens für die neue Spitäle-Ausstellung.
Foto: Joachim Fildhaut | Alles für die Freunde: Harald Knobling malte "Architektur" eigens für die neue Spitäle-Ausstellung.

Mit entschiedener Hingabe baute das Kitzinger Künstlerpaar Harald Knobling und Ulrike Dietrich-Knobling Ende dieser Woche im Spitäle eine Ausstellung mit Werken von sich und seinen Freunden auf. Ob diese bemerkenswerte Schau nach dem Eröffnungswochenende noch zu sehen sein wird, wussten sie nicht. Erst im Lauf des Donnerstags entschied die Münchner Regierung, dass auch "Museen" zwecks Covid-Bekämpfung im November schließen müssten. Trotzdem rückten die Knoblings die letzten Bilderrahmen grade und legten weitere Ausstellungskataloge auf den Tresen.

Die Ausstellung "Harald Knobling und Freunde" vereint Malerei, Grafik, Fotografie, Plastik und Skulpturen. Trotz der unterschiedlichen Techniken passt das alles gut zueinander. Auf den ersten Blick hält man die Sabine Richters Fotografien sogar für Arbeiten des Gastgebers: Architekturdetails im Licht- und Schattenspiel mit ganz ähnlichen proportionierter Flächenaufteilung. Bei beiden ist nicht gleich zu erkennen, was sie überhaupt abbilden. Und genau das verbindet Knobling und Richter mit ihren Freunden: Die ausgesuchten Arbeiten haben alle einen ähnlichen Grad der Abstraktion, bei dem Bauwerke, Landschaften oder Figuren eher zu erahnen als zu erkennen sind. Außerdem haben die meisten dieser Freundschaften beim gemeinsamen Studium an der Kunstakademie Nürnberg begonnen.

Das heißt freilich nicht, dass hier eine Nürnberger Schule präsentiert würde; schließlich ist auch ein Ex-Kommilitone aus Knoblings Braunschweiger Semestern dabei. Nein, dass die Beteiligten auch anders arbeiten können, das zeigen die Ausstellungskataloge aus jüngerer Vergangenheit (Harald Knobling stellte vor sieben Jahren schon einmal an der Alten Mainbrücke aus). Hier sieht man auch ganz andere Seiten der Gäste.

Abstraktion haben die Exponate gemein

Die Auswahl traf der Gastgeber und Kurator schon recht bewusst im Hinblick auf seine eigenen 13 Schwarz-Weiß-Gemälde, auf denen er die Pigmente, Ruß und Asche ohne Bindemittel auftrug und lediglich mit einem matten Fixativ sicherte. Am schönsten lassen sich die samtigen Oberflächen auf dem einzigen unverglasten Werk betrachten, das extra für diese Ausstellung und für die Spitäle-Apsis entstand. Es trägt wesentlich zur Strukturierung von "Harald Knobling und Freunde" im Museumssaal bei.

Der große gemeinsame Nenner "mittelhoher Abstraktionsgrad" erstreckt sich bis auf die kleinen Metallgüsse von Barbara Kastl-Salaris. Herbert Holzheimers Holzskulpturen hingegen erinnern an Kultgegenstände und erscheinen insofern absolut konkret – wenn man nur wüsste, zu welchem Kult sie dienen; also waltet auch hier eine gewisse Abstraktion, wenn auch eher geistig vermittelt. Die weiteren Werke - von Reiner Klose-Andrée, Monika und Wolfgang Turba und Cornelia Lottes - fügen sich bestens in diese Gesellschaft ein.

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